Bürgerinitative zur Kontrolle der GSB

Die Forderungen der Bürgerinitiative


 

 

1. Kein radioaktiver Müll.

Die Molkeentsorgung hat gezeigt, daß durch die Filteranlagen der Verbrennungslinie 1 elektrisch geladene radioaktive Atome, wie z.B. Cäsium aus der Verbrennungsluft gut herausgefiltert werden können. Dies könnte dazu verleiten, auch andere, schwach radioaktive oder radioaktive Abfälle in Ebenhausen-Werk einzuäschern, zumal in Deutschland keine Verbrennungsanlage für schwach radioaktive Stoffe existiert. Radioaktivität kann man nicht verbrennen. Wenn auch noch radioaktive Substanzen in unsere Atemluft kommen, bzw. beim Umgang während der Verbrennung, wie Einfüllen und Wegbringen der Schlacke und der Filterstäube austreten, haben wir in Ebenhausen-Werk ein zusätzliches Problem. Neben der Chemie eben auch noch die Radioaktivität.

Das ist der Bevölkerung nicht zumutbar!

 2.Begrenzung der GSB auf 100 000 to Jahreskapazität 

Es gilt, die Folgen der katastrophalen Planungsfehler der Vergangenheit wenigstens zu mildern und dadurch die Belastung für die Bevölkerung auf ein erträgliches Mass zu begrenzen.

Gründe dafür gibt es viele:
1. Die GSB Verbrennungsöfen liegen genau in der Verlängerung der Landebahn Süd des Flughafens Manching und dürfen deswegen aus Sicherheitsgründen nur Kamine von 28 Metern Höhe aufweisen. Nachdem aber der Ingolstädter Talkessel an dieser Stelle ca. 50 Meter tief ist, bleiben bei Inversionswetterlagen die Abgase in diesem Tal , und belasten die unmittelbare Umgebung. Einen schlechteren Standort für eine Verbrennungsanlage dieses Ausmasses kann man sich gar nicht vorstellen.
2. Obwohl es technisch möglich wäre ,das Rauchgaswaschwasser einzudampfen ,wie in der Anlage der SEF Sondermüllentsorgung Franken in Schwabach, geht die GSB aus Kostengründen den Weg des geringeren Widerstandes und leitet täglich zwischen 15 - 20 Tonnen Salze in die Paar ein. Wenn man sich vorstellt dass das täglich 2 große Muldenkipper voll Salz sind, wird einem die Dimension dieser Umweltverschmutzung klar.
3. Trotz der Ankündigungen des Technischen Geschäftsführers Hr. Dr. Decker, die Notkaminöffnungen zu verringern, dauern diese an. Im Jahr 1999 waren es, wie in den Jahren zuvor, ca. 5 Stunden, in denen ungefiltert die giftigsten Abgase ,die in der Industriegesellschaft denkbar sind, ins Freie abgegeben wurden.
4. Der sogenannte alte Ofen entpuppte sich trotz Nachrüstung als eine Dioxinschleuder. Trotz fast 4fach erhöhter Dioxinwerte im November 98 wurde er bis zum März 99 weiterbetrieben und ohne den lautstarken Protest der Bürgerinitiative, die durch Insider-Tipps an die Zahlen gekommen war, würde der alte Ofen vermutlich heute noch laufen. Dokumentiert wird der erhöhte Dioxineintrag der GSB durch Dioxingrenzwerte in unmittelbarer Nähe der Anlage, die uneingeschränkten landwirtschaftlichen Betrieb bereits nicht mehr zulassen (12,3 Nanogramm pro Kilogramm Boden).
5. Gerade in letzter Zeit sind wieder Grenzwertüberschreitungen bei Quecksilber bekannt geworden. Besonders belastend ist hierbei die Tatsache, dass bereits gewaltige Mengen an Umweltgiften in der Region deponiert wurden, da die Grenzwerte früher leider wesentlich höher waren.
6. Vor allem für die Anwohner entlang der B 13 und in Ebenhausen-Werk ist es ärgerlich, dass jährlich über 300 000 Tonnen Sondermüll quer durch Wohngebiete transportiert werden, obwohl es nur einen geringen Aufwand bedürfte einen Autobahnanschluss zu bauen.
7. Trotz mehrfacher Vorstösse der Bürgerinitiative und des Ärztebeirates der Bürgerinitiative ist bisher keine Gesundheitsuntersuchung der Bevölkerung und der Arbeiter der GSB durchgeführt worden, obwohl es deutliche Trends und Hinweise gibt, dass eine erhöhte Krebsrate, eine erhöhte Rate an Atemwegserkrankungen und Infektionskrankheiten vorhanden sind.

Ausbau der Kapazitäten:
Ursprünglich hatte die GSB eine Kapazität von 75 000 to. Mit Hilfe von juristisch zwar unanfechtbaren,aber für den arglosen und gutgläubigen Bürger nicht ersichtlichen Spitzfindigkeiten im Text des Planfeststellungsbeschlusses hat man sich die Akzeptanz für die Genehmigung der beiden neuen Ofenlinien förmlich erschlichen.Was nämlich auf den ersten Blick wie eine Erweiterung auf 100 00 to aussah, war in Wirklichkeit eine Erweiterung um 100 00 to zu einer Gesamtkapazität von 175 000 to.Nachdem die Bürgerinitiative publik gemacht hatte ,dass bei der VA1 die Grenzwerte für Dioxin mehrmals um fast das 4fache überschritten wurden ,kam es Anfang 99 doch noch zur Stilllegung der alten Ofenlinie.
Die beiden sogenannten Neuanlagen, die derzeit in Betrieb sind, haben auf Grund umfangreicher technischer Nachrüstungen und einer Erhöhung der Jahresbetriebszeit von 7000 auf 8000 Stunden ihre Kapazität von ursprünglich vorgesehenen 100 000 Tonnen auf möglicherweise bis zu 140 000 Tonnen pro Jahr ausgebaut.

Dadurch wird der Planfeststellungsbeschluß mit Füßen getreten, der eindeutig eine Begrenzung der Verbrennungstonnage auf 100 000 Tonnen pro Jahr vorsieht (siehe Anlage 1 Seite 125 des Planfeststellungsbeschlusses).
In dieser Anlage findet sich auch der Satz "...insoweit sind auch die Erläuterungen in den Planunterlagen, die verbindlich Bestandteil dieses Beschlusses sind maßgebend. Danach soll die neue Verbrennungsanlage eine Nenndurchsatzleistung von 100 000 Tonnen/A aufweisen...."

Die Überschreitung der 100 000 Tonnengrenze ist, wie aus dem Planfeststellungsbeschluß eindeutig hervorgeht, ein grober Vertrauensbruch und nach unserer Einschätzung auch ein grober Rechtsbruch , eine Kapazitätserweiterung der beiden verbliebenen Ofenlinien kann deshalb nicht hingenommen werden .Eine Anlage mit Kapazitätsbegrenzung wäre mit Sicherheit auch nicht so leicht zu privatisieren.

3. Kein Sondermüll von außerhalb Bayerns

Wir halten die Angaben der GSB-Geschäftsführung, daß Sondermüll nur im Austausch mit anderen Bundesländern erfolgt für irreführend. Es ist einfach nicht glaubhaft, daß vom Jahr 1995 mit Inbetriebnahme der beiden neuen Öfen, der bayerische, thermisch zu verwertende Sondermüll, plötzlich um 125% zugenommen hat. Wir fordern die Verbrennung von Sondermüll von außerhalb Bayerns und vor allem aus dem Ausland vollständig einzustellen!

4. Stopp der Salzeinleitung in die Paar

Die aus der Rauchgaswäsche stammenden Salze werden z.Zt. mit ca. 12 Tonnen pro Tag in die Paar eingeleitet. Dies ist völlig inakzeptabel, zumal technische Verfahren zur Verfügung stehen, um die Salzeinleitung zu unterbinden. Der natürliche Chloridgehalt der Paar wird nach der Einleitungsstelle verdoppelt. Dies ist ein Eingriff in ein ÖKO-System, der nicht hingenommen werden kann.
Wieso werden Salzeinleitungen von Privatpersonen oder Kommunen anders bewertet als Salzeinleitungen der GSB? 
Herr Ministerialrat Preußer vom Umweltministerium kommt in einem Schreiben an die Gemeinde Manching vom 10.02.2000 betreffend "Salz und Splittstreuung im Winterdienst" zu Recht zu dem Schluss ,ein ständiger Eintrag durch (sauberes) Streusalz (wohlgemerkt nur im Winter) verschlechtere die Lebensbedingungen im Strassenrandbereich  und beinträchtige die Gehölzvegetation, ausserdem führe er zu hohen Chloridkonzentrationen im Grundwasser und sei deswegen ökologisch nicht sinnvoll.

Entgegen der Praxis in den letzten Jahren, die Genehmigung zur Salzeinleitung für maximal 2- 5 Jahre zu erteilen bzw. zu verlängern , hat das Landratsamt Pfaffenhofen diesmal eine Erlaubnis für 20 Jahre erteilt und dies ohne zu diesem langen Zeitraum verpflichtet zu sein. Da hat man leider das nötige Fingerspitzengefühl für das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung missen lassen. Den Drang bei der GSB , künftig nach alternativen und umweltschonenderen Möglichkeiten zu suchen, wird durch  diesen Langzeitfreibrief nicht unbedingt verstärken.  

Praktisch zeitgleich kommt eine Umweltverträglichkeitsstudie zu dem Schluss, der Eintrag von täglich (Das ganze Jahr über!!!)über 11 to hoch belasteten Chlorids  durch die GSB in die Paar sei weder schädlich noch giftig und habe ökologisch nicht die geringsten Auswirkungen! Da drängt sich schon die Frage auf, für wie gutgläubig eigentlich Herr Preußer im Auftrag der bayrischen Regierung die Bevölkerung auf dem flachen Lande hält.

5. Einhaltung der Grenzwerte

Im vergangenen Jahr wurde die Registrierung von Notkaminöffnungen auf Fehler im Messsystem zurückgeführt.

Anlässlich des Sturms „Lothar“spielten die Quecksilberwerte verrückt. Begründung: Störung des Messsystems durch Stromschwankungen .

Am 28.04.2000 zeigte das Messsystem bei der Ofenlinie2  über Stunden massive Überschreitungen der Quecksilbergrenzwerte.Nach Auskunft der GSB handelte es sich um einen Defekt des Messsystems.

Es ist sehr auffallend,dass man zunehmend Ausfälle bei der Messtechnik insbesonders bei Quecksilber als Grund für Grenzwertüberschreitungen oder sonstige Störungen geltend macht.

Fazit: Das Messsystem der GSB ist bankrott.

Merkwürdigerweise zweifelt man bei der GSB die Zuverlässigkeit der Messgeräte immer nur dann an, wenn Grenzwerte überschritten werden.Diese Praxis hat man übrigens auch bei den Dioxinüberschreitungen bei der VA1 angewandt und dadurch deren Betrieb  auf unverantwortliche Weise zu Lasten der Gesundheit der Bevölkerung verlängert..Bisher konnte noch niemand plausibel machen,wie man bei der GSB erkennt, dass Messwerte nahe null nicht auf den Ausfall von Messsystemen zurückzuführen sind.

 

Einführung einer Restlaufzeit

Beibehaltung der Anteilsmehrheit der bayr.Regierung


Keine Privatisierung der GSB



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