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Kurt Scheuerer:
Herstellung von Geräten im Paläolithikum

 

Pebble tools

Vor etwa 2 Millionen Jahren wurden (wohl vom Homo habilis) mit Hilfe eines Schlagsteines zielstrebig Splitter von Steinen abgespalten (R.E.Leakey, 1981, S.78). Zum Zerlegen der Jagdbeute konnten sowohl die Abschläge als auch die Kerne verwendet werden, letztere insbesondere bei beidseitiger Bearbeitung.

Acheuléen-Faustkeile

Vor etwa eineinhalb Millionen Jahren entstanden die ersten Acheuléen-Faustkeile, symmetrisch zugerichtete Steine mit einer Spitze und zwei scharfen Kanten sowie einer Griffläche am anderen Ende.
Aus einem Quarzit- oder Hornsteinknollen entstand so nur ein Gerät (Homo erectus).

Levallois-Technik

Vor über 100.000 Jahren entwickelte sich die (Levallois genannte) Technik, von einem Kern mehrere Abschläge herzustellen und diese dann zu Werkzeugen weiterzuverarbeiten. Die Neandertaler der Moustérien-Kultur in der Würm-I-Eiszeit arbeiteten damit und hinterließen bereits mehrere unterschiedliche Werkzeugformen, welche zur Fell- und Knochenbearbeitung dienten.

Klingen-Technik

Eine Vielzahl von Typen formte der vor etwa 35.000 Jahren erstmals bei uns eingewanderte moderne Mensch in den jungpaläolithischen Kulturen. Vom Rohmaterial wurden lange, breite Klingen abgeschlagen und vielfältig und spezialisiert weiterbearbeitet. Gegen Ende der Eiszeit erreichte die Hornstein-Bearbeitungstechnik ihren Höhepunkt.
Die Speere wurden mit knöchernen Harpunenspitzen versehen, Speerschleudern und andere aus Knochen oder Geweihen verfertigte Geräte wurden zum Teil kunstvoll verziert.

Nacheiszeit

Pfeil und Bogen verwendete wohl erst die nacheiszeitliche jägerische Bevölkerung (Mesolithikum, ca. 8000 bis 5000 v.Chr.).
Weitreichende technologische Neuerungen brachte Mitte des 6. Jahrtausends v.Chr. die donauaufwärts eingedrungene Bauern-Kultur mit: geschliffene Steinbeile, bearbeitete Balken, gebrannte Tongefäße (Neolithikum, etwa 5500 bis 1800 v.Chr.).
Ab dem 3. Jt. v.Chr. wurde dann Kupfer getrieben und später, mit Zinn legiert, als Bronze gegossen (Bronzezeit, bis etwa 1200 v.Chr.).

Kurt Scheuerer, in FUNDORT 1, 1989


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