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Hexenverfolgung in Franken

 
27.06. bis 02.08.1998
Hexenverfolgung in Franken
Ausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt

Auch in Franken wurden zwei Jahrhunderte lang zahlreiche Frauen und einige Männer als Hexen und Zauberer beschimpft, entehrt, angeklagt, verfolgt, gefoltert und hingerichtet. Dies geschah zu verschiedenen Zeiten besonders grausam in evangelischen und katholischen Gebieten.
Die Forschung zeigt, daß unter den vielen Ursachen, die wir zu Beginn der Neuzeit als Erklärung für die Frauenfeindlichkeit nennen, die Glaubenskämpfe in der Zeit der Reformation und der Gegenreformation eine wesentliche Rolle spielten.

Die Ausstellung zeigt an zahlreichen Quellentexten und Bildern, wie auch in Franken die Stimmungsmache gegen Frauen geschürt wurde und sie aus fast allen Positionen gewaltsam verdrängt wurden.
In diesem Zusammenhang sind die zahlreichen Verbote und Verordnungen für Hebammen, für das Frauenhaus, gegen Rockstuben und Kindbettfeste zu sehen und der zunehmende Glaube an Hexentreffen und Teufelsbuhlschaft, der gerade von der Geistlichkeit verbreitet wurde. Die Gutachten der Theologen und Juristen Nürnbergs haben zur Verschärfung des Treibens beigetragen und im Vergleich zu anderen evangelischen Reichsstädten wie Rothenburg und Weißenburg waren "die Nürnberger" wenig besonnen.
Wie fürchterlich das Wüten gegen vermeintliche Hexen und Zauberer in den Bistümern Bamberg, Würzburg, Eichstätt und in der Deutschordenskommende besonders in der Gegenreformation war, wird aufgezeigt. Die Forschungen sind aber noch lange nicht abgeschlossen und viele Akten sind noch ungelesen und für immer verloren.

Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen hat sich dieses Themas angenommen, um den Frauen und ihrem Schicksal gerecht zu werden und ihr Leiden und oftmals ihr tapferes Heldentum zu würdigen. Wir wollen mit dieser Ausstellung auch einen Beitrag zur Aufklärung und zur Besonnenheit leisten, gegen Glaubensfanatismus und Frauendiskriminierung, wie sie leider auch heute an vielen Orten stattfindet.

Die Ausstellung besteht aus 59 Tafeln. Die historische Darstellung wird durch Original-Kupferstiche aus den Beständen des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg ergänzt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Freie Frauengruppe zur Hexenforschung in Franken.


bis 03.09.2000, Bad Windsheim
Hexenverfolgung in Franken
BAD WINDSHEIM, Fränkisches Freilandmuseum


18.09.1998, Ingolstadt
Forum in der Landesausstellung "Geschichte der Frauen in Bayern" im Klenzepark/Exerzierhaus
Hexen in Ingolstadt und in der Region
Vortrag von Dr. Siegfried Hofmann - Historischer Verein Ingolstadt

Exemplarische Vorgänge der Hexenverfolgung um 1600 in Ingolstadt und Region sind Schwerpunkte dieses Vortrages.
Die Beispiele in Ingolstadt und Reichertshofen zeigen, wie unterschiedlich und vielschichtig die Linien in diesem schwer begreiflichen Komplex verlaufen.
Charakteristisch hierfür war die Verflechtung von alten, magisch-mythischen Traditionen mit christlichem Überlieferungsgut und Selbstverständnis und die gegenreformatorischen Bestrebungen.
Der wissenschaftlich-theologische Einspruch gegen die Hexenverfolgung von Seiten der Kirche wurde nicht nur von Friedrich von Spee, sondern maßgebend auch von den zeitweise in Ingolstadt wirkenden Theologen Paul Laymann und Adam Thanner initiiert.


01.10.1998, 19.30 Uhr, Ingolstadt
Hexenverfolgung in Franken und Nürnberg
Vortrag von Birke Grießhammer

Frau Birke Grießhammer arbeitet in Erlangen am Referat für Kultur, Jugend und Freizeit.
Der Kontakt zu Ingolstadt kam durch die von ihr konzipierte Ausstellung zum Thema "Hexenverfolgungen" im Stadtmuseum zustande.


03.12.1998, 20.00 Uhr, Ingolstadt
Ein teuflisches Werk
Die Torturen der Hexen von Wien - Folterprotokoll 1583
Vortrag von Mag. Anita Lackenberger

Elisabeth Plainacher ging als "Hexe von Wien" in die Annalen der Stadt ein. Die Enkeltochter Anna wurde krank, und bei unerklärlichen Krankheiten konnte allein der Teufel mit seinen Satansbräuten verantwortlich sein. Die Bischöfe und Kardinäle erreichten beim Exorzismus der Anna die Austreibung des Teufels, wie in der Predigt im Stephansdom erzählt wurde. Elisabeth Plainacher wurde später auf der Gänseweyer zu Wien verbrannt.
Das vollständig erhaltene Folterprotokoll und zahlreiche andere schriftliche Dokumente bilden die historische Grundlage des Vortrages.


siehe auch:


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