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Valerianus I. - Apollo
Alamannen-Einfall

 
Diese römische Münze wurde in Demling bei Ingolstadt gefunden.
Der Fundort liegt nördlich der Donau.

Das ist insofern von besonderer Bedeutung, als die Römer sich ja doch nach den Einfällen von Germanen nach der Mitte des 3. Jhs aus dem Gebiet zwischen Donau und Limes zurückgezogen hatten. Die Grenzkastelle des 4. Jhs lagen alle südlich der Donau.

Diese Fundmünze zeigt uns die Wirren um die letzten Alamannen-Einfälle gegen 260 n.Chr. auf.


Apollo

Valerianus I. - Apollo
Antoninian, 253-260 n.Chr.


IMP. C. P. LIC. VALERIANVS P.F. AVG.
APOLINI CONCERVA.
Apollo steht nach links, Zweig i.d.R.
er lehnt an einer Lyra, die auf einen Felsen gesetzt ist


Gegen 258 schwindet der Silbergehalt in den Münzen von Valerianus I. und seinem Sohn Gallienus zunehmend.
Eine derartige Münze liegt hier noch nicht vor, obwohl sie bereits sichtbar einen starken Kupferanteil aufweist.
Daher ist wohl eine Prägezeit in den Jahren vor 258 anzunehmen.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt 1997


 

Alamannen

Alamannen - »Alle Männer«
d.h. eine Vereinigung vieler kampflustiger und beutehungriger germanischer Krieger.

Anfang der 30er Jahre des 3. Jahrhunderts n.Chr. griffen die iranischen Sassaniden die römischen Ostprovinzen an. Kaiser Severus Alexander eilte mit großer Truppenmacht an die Front. Dies nutzten die Germanen und auch die schottischen Bergstämme.

"Die Alamannen und ihre Verbündeten überrannten alles. ...
Der Kaiser eilte vom persischen Kriegsschauplatz an die Nordfront, wurde bald von den eigenen Leuten ermordet.
So sollte es in den nächsten Jahrzehnten weitergehen. Die kämpfenden Truppen machen ihren Feldherrn zum Kaiser, der von einem Brennpunkt zum anderen zieht, den Feind bekämpft, sich der Gegner im eigenen Lager erwehren muß und dann schließlich einem Mord zum Opfer fällt.
So stürzte das Reich in eine tiefe Krise, die Wirtschaft verfiel, der Lebensstandard sank.

Dieser Kampf zog sich über Jahrzehnte hin. Immer wieder gab es Jahre der Ruhe, bis dann die nächste Angriffswelle heranrollte.
Rom war nicht mehr in der Lage, die Schäden dauerhaft zu beheben.

Am Limes zwischen Rhein und Donau ging ein Kastell nach dem anderen verloren, die Truppen konnten nicht mehr ersetzt werden. ... Die Überwachung des Limes funktionierte nicht mehr. ...
Langsam zog sich auch die Zivilbevölkerung zurück. ... Mit der Zeit erlosch das Leben in den Grenzregionen. ...

Nach einem weiteren großen Ansturm in den Jahren 260/261 gelang es schließlich Kaiser Gallienus, die Alamannen bei Mailand - bis über die Alpen waren die Germanen gekommen! - vernichtend zu schlagen.
Nun konnte man endlich daran gehen, die Grenzverteidigung neu zu organisieren. Freilich mußte man auf die Gebiete östlich des Rheins und nördlich der Donau verzichten."

Bearbeitet von Kurt Scheuerer nach:
Eschbaumer, Pia.
CELEVSVM - das römische Alenkastell bei Pförring
in:
PFOERRING. 1850 Jahre Römerort Celeusum. 1992. S. 94/95.


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