1. Juni ,,Tag der Organspende": 10.000 warten auf Nierenspende

Die Notwendigkeit von Organspenden ist unumstritten; trotzdem kommt die lebensrettende Spende meist erst ins Gespräch, wenn die Problematik in den eigenen Bekanntenkreis dringt.

1995 ist die Gesamtzahl der durchgeführten Organtranspiantationen (3.368) gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. In den drei Jahren davor war die Spendenbereitschaft rückläufig. Die Stabilisierung ist allerdings kein Grund zum Aufatmen: Die verfügbaren Spenderorgane dekken den Bedarf-bei weitem nicht. Derzeit warten in der Bundesrepublik fast 10.000 Menschen zum Beispiel auf eine Niere. Josef Leiherer, Leiter der Ingolstädter AOK-Direktion, zu der die Geschäftsstellen in Beilngries, Eichstätt, Neuburg, Pfaffenhofen und Schrobenhausen gehören: ,,Die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderorgan beträgt wegen fehlender Organspender inzwischen u.U. bis zu drei Jahren- allein im ersten Jahr sterben bereits 25 Prozent der Herzpatienten!"

Konkrete Verbesserungen könnte das geplante Transplantationsgesetz bringen. Wer seine Bereitschaft zur Organspende im Todesfall erklären will, muß aber nicht auf das neue Gesetz warten. AOK-Direktor Leiherer: ,,Die Geschäftsstellen unserer Gesundheitskasse halten kostenlose Organ-Spenderausweise bereit. Spendebereite Menschen können in den Ausweis ihren Namen, die Adresse und ihr Einverständnis mit einer Organentnahme im Todesfall eintragen. Eine Registrierung der persönlichen Daten erfolgt selbstverständlich nicht!"

AOK Ingolstadt


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Willi Schröttle , 14.06.96