Wie kam es zum bytewerk?

Vor einigen Jahren glich das Vereinsheim von bingo e.V. einem Bienenstock - es wurde gemeinschaftlich an unterschiedlichsten Projekten gefeilt, die technischen Anforderungen des damaligen Providerbetriebes gemeistert und oft einfach nur geratscht. Nachdem DSL in immer mehr Haushalten Einzug hielt und die Einwahlverbindung über das Bürgernetz überflüssig wurde, traten viele Mitglieder aus dem Verein aus.
Nach und nach wurde klar, dass bingo e.V. für die Bürger jedoch etwas anderes leisten kann - etwas, das in dieser Form niemand anderes bietet: Kontakte mit Gleichgesinnten in einer ungezwungenen Umgebung, die kreative Ideen entstehen lässt und die Möglichkeiten zu deren Umsetzung bereithält.
Inspiriert von Treffpunkten wie der c-base in Berlin oder dem Wiener metalab sollte auch in Ingolstadt ein Zentrum des aktiven Schaffens - im Gegensatz zum bloßen Konsumieren von Internet und Parties - entstehen. Inzwischen findet man solche Orte auf der ganzen Welt. Die Motivation dieser so genannten "Hackerspaces" findet sich allerdings nicht nur in technisch-kreativen und innovativen Basteleien, sondern auch in der Auseinandersetzung mit immer neuen gesellschaftlichen Herausforderungen netzpolitischer Thematiken und ihren Auswirkungen. Dies ist auch das grundlegende Konzept des bytewerks.

Was will das bytewerk?

Als ein Teil von bingo e.V. hat sich auch das bytewerk dem Grundsatz der Gemeinnützigkeit verschrieben und verfolgt keine kommerziellen Interessen.
Im neuen Vereinsheim von bingo e.V. gibt es neben Arbeitsplätzen für softwarenahe Projekte ein "Labor" aus Werkzeug- und Materialspenden, um hardwarebezogene Ideen umzusetzen. Das bytewerk ist sowohl Werkstatt als auch sozialer Treffpunkt. Es werden Synergieeffekte in Gang gesetzt und Wissen für thematisch Versierte, aber auch für alle andern Interessierten gesammelt, angewendet und möglichst ungezwungen weitergegeben. Der Spaß am Umgang mit Technik und Technologie steht im Vordergrund - dieser soll möglichst vielen Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen zugänglich gemacht werden.
Daneben liegt der Fokus auch auf gesellschaftlichen und politischen Themen, wie zum Beispiel Informationsfreiheit, Datenschutz und Bürgerrechte, denn viele praktische und innovative Technologien ziehen große gesellschaftliche Risiken nach sich. Das bytewerk bietet eine aktive Diskussions- und Informationsplattform für Öffentlichkeit, Medien und Politik und steht als kompetenter Ansprechpartner bereit.

Wer engagiert sich und wie erreicht man das bytewerk?

Momentan beteiligen sich ca. 20 Ehrenamtliche vor allem am Aufbau der Infrastruktur und der verschiedenen Arbeitsbereiche des bytewerks. Viele, aber nicht alle von ihnen, kommen aus technischen Berufs- bzw. Studienrichtungen wie Informatik oder Elektrotechnik. Willkommen ist aber grundsätzlich jeder, der Interesse und Motivation für freie Netzkultur, Technologie, eines der Projekte oder gute Ideen mitbringt.
Mittwochs um 19:00 Uhr finden die regelmäßigen Aktiventreffen von bingo e.V. statt. Hier werden auch die aktuellen Themen des bytewerks besprochen. 
Wer Lust auf einen spontanen Besuch hat, kann sich vorher auf der Homepage von bingo e.V. informieren, wieviele Mitglieder gerade im Vereinsheim sind. Der "bytebot", ein twitternder Chatbot, zeigt dort an, wie groß der Ansturm auf das Vereinsheim gerade ist.
Ansonsten besteht natürlich auch die Möglichkeit, die "bytewerker" online zu treffen, dafür wurde ein offener IRC-Channel eingerichtet, der inzwischen auch von Nicht-Mitgliedern rege genutzt wird.
Aktuelle Informationen über Organisatorisches sowie Planung und Dokumentation der Projekte sind jederzeit im bytewerk-Wiki, der Homepage des bytewerks, abrufbar.
Wer allerdings lernen will, wie er sein Bankkonto manipulieren kann, ist im bytewerk an der falschen Adresse!

Was kommt als nächstes?

Der nächste Schritt ist die Einweihung des bytewerks, die im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des neuen Vereinsheims von bingo e.V. stattfinden wird. Zu diesem Anlass werden die bisherigen Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt, wie z.B. der Multitouchtable, kleine autonome Roboter sowie Flugobjekte. Da im ehemaligem Vereinsheim keine Werkstatt eingerichtet war, sind diese zum Teil in den Wohnzimmern und Kellern ihrer Schöpfer entstanden.
Zur Eröffnung haben auch Vertreter ähnlicher Vereine und Organisationen ihr Kommen angekündigt. Zum einen dient das der ohnehin forcierten Vernetzung, zum anderen werden sie die Feier mit eigenen Exponaten und kurzen Vorträgen unterstützen.
Außerdem hat das bytewerk auch schon seine ersten Workshops ins Programm aufgenommen: Im Anschluss an "Löten für Geeks" besteht die Möglichkeit unter fachlicher Anleitung einen eigenen ASURO (vom DLR zu Schulungszwecken entwickelter autonomer Roboter) aufzubauen und zu programmieren. Darüber hinaus lädt das bytewerk zu einer abwechslungsreichen Vortragsreihe rund um die Welt des Internets und der IT ein. Der Eintritt ist frei und die einzelnen Termine und Themen werden frühzeitig bekannt gegeben. Parallel dazu erarbeitet die Task-Force "Hackers@School" ein Konzept um Schüler, Eltern und Pädagogen über tatsächliche Gefahren und vermeintliche Risiken von Chats, Social-Networking-Plattformen und Ähnlichem aufzuklären. Im Wiki des bytewerks sind alle geplanten Veranstaltungen und Projektideen festgehalten, vom Retro-Gaming Contest über den Rapid Prototyping 3D-Drucker bis hin zum Vortrag über gesellschaftsökonomische Auswirkungen individuell verlegbarer Feiertage.

Die nächsten Termine

24.4.
27.4.
28.4.
LUGIN Linux Install Party
im DJK

bytewerk

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