Der bisherige traurige "Höhepunkt" der Pannenserie der GSB war  am 10.09.03.

 

 

Gegen 12:50 Uhr brach im Naßwäscher der Linie 3 ein Brand aus, bei dem  unverbranntes Magnesiumphosphid mit Wasser reagiert hat und das hochgiftige Phosphin freigesetzt wurde.

"Bereits " eine Stunde später wurde die Polizei alarmiert , die daraufhin den Parkplatz am Baarer Weiher räumte und in Baar-Ebenhausen  mit Lautsprecher warnte, in Manching unterblieb dies allerdings. Warnungen gab es auch über Radio.Eine weitere halbe Stunde später bequemte man sich  dazu, die umliegenden Gemeinden und die BI  via Fax zu informieren.

Eine Meldung an die direkt in der Abgasfahne liegenden Betriebe EADS und WTD 61 hielt man nicht für erforderlich, mit der Begründung, das Feuer hätte ohnehin nur Auswirkungen im Umkreis von 10 m gehabt! (In Worten: ZEHN METER), eine gleichlautende Auskunft erhielten der Bürgermeister von Karlskron und Anrufer bei der Polizei.

Dies ist ein SKANDAL und zeigt überdeutlich, dass das Krisenmanagement der GSB absolut nicht in der Lage ist, bei einem ernsten Zwischenfall richtig zu handeln!

Die BI hat daraufhin die GSB Geschäftsleitung  gebeten am  19.03.03 um 16:00 Uhr bei einer Info-Veranstaltung die Bevölkerung zu informieren. Die Zusage der Geschäftsleitung hatte eine sehr kurze Halbwertszeit und wurde am Abend bereits mit der Begründung widerrufen, es ständen keine Fachleute zur Verfügung. als Ersatztermin wurde der folgend Montag um 11:00 Uhr angeboten, ein Termin, der für den  größten Teil der Bürger nicht ganz ohne Probleme gewesen wäre und deshalb von der Bi abgelehnt wurde.

Man einigte sich dann auf den 29.09.03 19:00 Uhr. Allerdings gab es einen tagelangen Hickhack wegen des Veranstaltungsortes. Die BI als  Veranstalter schlug das Sportheim in Baar vor. Mit den fadenscheinigsten Begründungen bestand die GSB aber auf einer Veranstaltung in der Kantine der GSB , angeblich unter anderem deswegen ,man könne die Zusammenhänge nur direkt im Betrieb deutlich machen. 

 

 

 Hier der Bericht im Donaukurier über die Informationsveranstaltung der BI im Sportheim Baar  am 29.09.03

Radler verbreitete die Störfallmeldung Kritik an Krisenmanagement der GSB

Aus Fehlern gelernt: Dr. Norbert Amsoneit sichert Verbesserungen zu


Baar-Ebenhausen (sei) Sie wolle Druck in München machen, bekräftigte Staatssekretärin Erika Görlitz (CSU). Die An wesenden hörten die Aussage gerne. Denn am Montagabend waren in Baar-Ebenhausen Vertreter der GSB mit Mitgliedern der Bürgerinitiative zur Kontrolle der GSB und vielen Anwohnern zusammengekommen, um über den jüngsten Störfall zu debattieren. Dabei sicherte Görlitz als prominente Politikerin zu, sich im Sinne der BI für eine Limitierung der jährlichen Verbrennungsmenge in der GSB auf 100 000 Tonnen stark zu machen. Allerdings müssten die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Unternehmens berücksichtigt werden, präzisierte Görlitz. Die sich seit Jahren als problematisch darstellende Situation der Eingangskontrolle der GSB sei  sofern sich nichts bessern würde  untragbar, bezog Erika Görlitz klar Stellung. Neben dem bereits laufenden gerichtlichen Verfahren müsse man nach wie vor auf die politische Lösung  möglichst parteiübergreifend  setzen, kommentierte Dr. Alois Baur von der Bürgerinitiative die Worte der Staatssekretärin.

Anlass für das Treffen war der Störfall vom 10. September (DK berichtete), bei dem es gegen 13 Uhr  zur  Freisetzung  von Phosphin gekommen war. Die BI sowie die umliegenden Gemeinden kritisierten dabei die mangelhafte Informations und Notfallpolitik der GSB. Der Bürgermeister von Baar-Ebenhausen, Michael Kolisnek, vertrat erneut die Meinung, dass das Unternehmen lieber zu früh als zu spät alarmieren sollte. Er habe sich bereits ans Umweltministerium gewandt, um eine entsprechende Verbesserung der Situation zu erreichen. Behördliche Stellen wie das Landratsamt oder die betroffenen Gemeinden wurden erst eineinhalb Stunden nach dem Vorfall informiert.

Dr. Norbert Amsoneit, Geschäftsführer der GSB, erklärte, im Werk seien die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die hauseigene Feuerwehr alleine mit der Situation zurecht kommen würde. Als sich das als Irrtum herausgestellt habe, hätte das Werk die nötigen Schritte gemäß Notfallplan eingeleitet. Allerdings habe beim Landrats amt Pfaffenhofen niemand abgehoben und deshalb musste auf den Anrufbeantworter gesprochen werden. Die umliegenden, in Windrichtung befindlichen Firmen seien umgehend informiert worden: per Telefon und Fax. Außerdem „hat sich ein Mitarbeiter  aufs  Fahrrad  geschwungen", um diejenigen Firmen zu informieren, die anders nicht hätten erreicht werden können.

Amsoneit räumte gleichzeitig ein, dass das Krisenmanagement nicht optimal abgelaufen sei;

man habe jedoch aus dem Vorfall vom 10. September eine Reihe von Dingen gelernt. Künftig wolle der Sondermüllentsorger beispielsweise die Polizei frühzeitiger informieren, wenn absehbar sei, dass die Situation nicht mit eigenen Mitteln lösbar sei.

Die Bürger der betroffenen Gemeinden  allen voran aus Baar Ebenhausen,   Reichertshofen, Karlskron und Manching -, die zahlreich der Veranstaltung bei wohnten, machten ihrem Ärger deutlich Luft. Auf die Anfrage über mangelnde Information gegenüber den Bürgern versprach Amsoneit, bei künftigen Störfällen eine Extraleitung für diese Fälle freizuhalten. Zu Rückfragen bezüglich des gesetzlich vor geschriebenen  Risikomanagements (Fehler-Möglichkeits-Einflussanalyse) erklärte Amsoneit, man werde 2004 einen entsprechenden Bericht vorlegen. In den kommenden Wochen sollen bereits Vorgaben, Richtlinien und Verbesserungen betreffs des Risiko und Notfallmanagements, darunter ein verbesserter Ein satzplan, bekannt gegeben und durchgeführt werden, bestätigte der Geschäftsführer auf mehrfache Anfragen. Noch im Herbst 2003 sollen auch die Ergebnisse einer Untersuchung – an verschiedenen Orten wurden vor einiger Zeit Messstellen eingerichtet, um die Schadstoffbelastung zu überprüfen  vorgelegt werden. Inwieweit die aktuelle Information der GSB auf der Firmen-Website künftig bei Störfällen verbessert würde, ist nicht abschließend geklärt. Angeregt wurde auch, bei einer der künftigen Veranstaltungen der Bürgerinitiative auch die Aufsichtsräte des Unternehmens mit ein zuladen, damit sich diese ein Bild aus Sicht der Bürger machen könnten.

Container leckgeschlagen

Im Rahmen der Veranstaltung wurde von Bürgermeister Michael Kolisnek auch ein Vorfall am l. September angesprochen, von dem bislang nur wenig an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Am Wochenende vor diesem Montag waren drei Container mit Chlorgranulat angeliefert und auf dem Gelände der GSB gelagert worden. Dabei habe es sich um eine Notanlieferung gehandelt, die vom Landratsamt Kelheim veranlasst worden sei, bestätigte der Sondermüllentsorger. Bereits in Kelheim war ein Container leckgeschlagen und Chlorgas freigesetzt worden. In der Kreisstadt war daraufhin Giftgasalarm ausgelöst worden.

Die Container wurden dann an die GSB weitergereicht. Eine umgehende Verbrennung bzw. Verarbeitung noch am Wochen ende sei aus personellen Grün den nicht möglich, in diesem Fall jedoch auch nicht erforderlich gewesen, hieß es von Seiten der GSB, die verpflichtet ist, aus Bayern angelieferte Abfälle anzu nehmen und entsprechend ordnungsgemäß zu entsorgen. Allerdings entwickelte sich auch hier Überdruck in einem der Behältnisse, und vor der Entsorgung, am l. September, wurde der Inhalt teilweise freigesetzt. Eine Gefährdung für die Bevölkerung sei in diesem Fall nicht gegeben gewesen, hieß es seitens der GSB.

 

 

Am 10 10. gab die GSB bekannt, das man personelle Konsequenzen gezogen habe:

 

GSB zieht nach betrieblicher
Störung in Baar-Ebenhausen auch
personelle Konsequenzen

Baar-Ebenhausen, den 10.10.03: Mit sofortiger Wirkung hat die
GSB in dieser Woche drei Mitarbeiter im Werk Baar-Ebenhausen
von der Arbeit freigestellt. Die Freistellungen stehen im
Zusammenhang mit der betrieblichen Störung vom 10. September,
bei   der   bei   einem   Brand   Im   Nassentschlacker   der
Verbrennungslinie 3 auch gasförmiges Phosphin freigesetzt wurde.

Personalleiter Dr.  Robert Leske; „Die Entscheidung, drei
Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung freizustellen. Ist uns nicht leicht
gefallen. Wir wissen auch, dass diese Entscheidung In der
Belegschaft Unruhe ausgelöst hat. Wir sahen uns jedoch zu diesem
Schritt gezwungen, well wir den Mitarbeitern sowohl im Vorfeld als
auch Im Krisenmanagement selbst schwere Versäumnisse zur Last
legen müssen, die eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich
machte".

Als Konsequenz aus der Betriebsstörung wird die GSB neben den
personellen Konsequenzen in erster Linie verfahrenstechnische und
organisatorische Konsequenzen ziehen. Diese Verbesserungen
werden vom Landesamt für Umweltschutz (Lfu) intensiv begleitet
und überwacht. Die Verbesserungen beziehen sich zum einen auf
die Anlagensicherheit, zum anderen auch auf die Straffung der
Informationsabläufe.

 

Wie unschwer zu erkennen ist, hatte die GSB zu diesem Zeitpunkt nicht die Absicht,das katastophale Krisenmanagement personell zu würdigen. Aber die Geschichte geht ja noch weiter

Am 15.10. stellt der Donaukurier die Frage:

War GSB-Störfall Folge  einer Fehlentscheidung?

15.10.03

Gutachten soll Fragen um Phosphin-Freisetzung klären


Baar-Ebenhausen (ri) Hätte der Störfäll in der Sondermüllverbrennungsanlage der GSB am 10. September vermieden werden können? Nach Informationen unserer Zeitung ist es zur eigentlichen  Freisetzung  von hochgiftigem Phosphin erst ge kommen, nachdem die nicht voll ständig verbrannten Reste aus dem Nassentschlacker heraus gekratzt und in eine offene Mulde transportiert worden sind. In diese Richtung ermittelt derzeit auch das Landeskriminalamt, wie Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Helmut Walter gestern auf Anfrage bestätigte. Ob es sich dabei um eine interne Fehlent scheidung gehandelt hat, soll ein Gutachten klären. Ein Fragenkatalog unserer Zeitung, der dem Betreiber der Giftmüllverbrennungsanlage am Montag zuging, blieb unbeantwortet. „Wir geben dazu gegenwärtig keine Stellungnahme ab", verlautete gestern aus der GSB-Pressestelle.

Am heutigen Mittwoch tagt in München außerplanmäßig der Aufsichtsrat des Sondermüllentsorgers. Gegenstand der Bera tungen dürften in erster Linie die Vorfälle vom 10. September am Standort Ebenhausen und die damit verbundenen, von der GSB angekündigten personellen Konsequenzen (DK berichtete) sein.

Wie aus gut informierten Kreisen bekannt wurde, handelt es sich bei den drei freigestellten Mitarbeitern um den stellvertretenden Betriebsleiter, den Laborleiter und einen Mitarbeiter in der Eingangskontrolle. Was den Dreien konkret angelastet wird, will die GSB derzeit öffentlich nicht debattieren. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, heißt es zur Begründung. In einer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag war von „schweren Versäumnissen, die eine weitere Zusammenarbeit für uns unmöglich macht" die Rede. Informationen unserer Zeitung zufolge soll einer der Gekündigten am Tag des Betriebsunfalles jedoch auf einer externen Schulung und somit nicht im Betrieb gewesen sein. Innerhalb der Belegschaft wurden die Entlassungen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Viele denken, es habe „drei Bauernopfer" getroffen. Laut sagen traut sich dies freilich keiner.

Nach DK-Informationen soll der Technische Geschäftsführer und Chemiker Dr. Norbert Amsoneit bei der strittigen Entscheidung, die im Nassentschlacker verbliebenen Restemaschinell in eine offene Mulde zu transportieren, anwesend gewesen sein.

Im Jahr 2000 hatte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt schon einmal gegen zwei Verantwortliche des Anlagenbetreibers er mittelt. Damals waren bei der Verbrennung entstehende Elektrofilterstäube nicht, wie vorgeschrieben, in einem geschlossenen System, sondern über eine offene Mulde entsorgt worden. Das Verfahren war zwar eingestellt worden, der damalige Technische  Geschäftsführer,  Dr. Karl-Heinz Decker, dessen Image nach dem Filterstaub-Skandal stark angeschlagen war, im Mai 2001 jedoch durch den vom GSB Standort Schwabach kommen den Dr. Norbert Amsoneit ersetzt worden.

Mittlerweile haben sich offensichtlich die ersten Vermutungen bestätigt, dass die Phosphin Freisetzungen erst durch die falschen Entscheidungen der Verantwortlichen vor Ort verursacht wurden.

 

 

 

Am gleichen Tag  gab es in München eine ausserordentliche Aufsichtsratssitzung  der GSB

 

Nach neunstündigen Beratungen kam man zu dem Beschluß, beide Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung zu entlassen

Hatte der eine oder andere zwar mit der Entlassung des technischen Geschäftsführers gerechnet, war die Entlassung des kaufmännischen  Geschäftsführers zunächst doch eine Überraschung.

Erst einige Tage später kam zutage , was dazu geführt haben soll. Es hat offensichtlich Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen gegeben. Es geht dabei um die Entsorgung großer Mengen von Verbrennungsschlacke mit der ein norddeutscher Betrieb beauftragt wurde. Anstatt wie bisher die Schlacke für 90 € pro Tonne in einem Heilbronner Salzstock deponieren zulassen, sei dieser Zwischenhändler eingeschaltet worden. Dieser habe erheblich mehr kassiert obwohl die Stoffe anschließend ebenfalls im Heilbronner Salzstock landeten. Möglicherweise wurde dadurch ein erheblicher finanzieller Schaden verursacht. Noch am gleichen Tag wurde ein Interimschef bestellt,  und zwar der bisherige Leiter der Firma INFRASERV Hoechst GmbH ,Jürgen Sczech.

 

Zunehmend wird die Rolle des Freistaats Bayern als Mehrheitsgesellschafter (53 Prozent)immer kritischer hinterfragt. Künftig dürfe es nur noch einen Geschäftsführer geben, verlangen GSB-Kontrolleure. Zu diesem überfälligen Schritt hätten sich die beteiligten Ministerien Umwelt und Finanzen - bislang aber nicht durchringen können. Derweil forderten die Landtags-Grünen   Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) auf, die Querelen bei der GSB umfassend aufzuklären. Der Freistaat könne da nicht immer „auf Tauchstation" gehen, erklärte Grünen-Umweltexpertin Ruth Paulig. Schnappauf wies diesen Vorwurf als „absurd" zurück und dies, obwohl man von den Aufsichtsbehörden bislang überhaupt noch nichts gehört hat. Zu den Anschuldigungen gegen die geschassten Manager wollte sich das Ministerium nicht äußern. Die GSB kündigte eine Prüfung bis 31. Oktober an.

 

Über die vom neuen Geschäftsführer geplante Politik lässt sich derzeit noch nicht viel berichten, da er sich bislang hier  in der Öffentlichkeit noch nicht geäußert hat. Bei einer Betriebsversammlung in Schwabach erklärte er allerdings den um ihre Arbeitsplätze bangenden Mitarbeitern, dass für ihn Sicherheit die oberste Priorität habe. Einen Störfall wie in Ebenhausen dürfe es nicht mehr geben. Für einen weiteren Personalabbau "gebe ich mich nicht her"

 

 


 

 

 

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Am 25.07. 03 war  der Grenzwert für Kohlenmonoxyd überschritten

 

Am 24.06.03 war der Notkamin nach einem Blitzschlag in der Nähe von Pfaffenhofen (!!!) für fast zweieinhalb Stunden geöffnet. Wegen des Gewitters fiel die Stromversorgung aus, nach einem zweiten Blitzschlag fiel auch die werkseigene Notstromversorgung aus. Dies hatte zur Folge ,dass  beide Meßrechner der Linie 2 ausfielen und dadurch der Notkamin geöffnet wurde.

Ein Umstand, der nicht gerade dazu geeignet ist, das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Anlagen  zu steigern.

 

Am 15.06.03 gab es eine Überschreitung des Quecksilbergrenzwertes um fast das Doppelte. Als Ursache gab die GSB undeklariertes HG an, das bestätigt die Befürchtungen der BI, dass die Eingangskontrollen nicht effektiv genug sind. Die GSB ist praktisch auf das Wohlwollen der Anlieferer angewiesen, ein untragbarer Zustand. 

Am 21.05.03 kam es erneut zur Freisetzung von Jod.

 

Am  Ostersamstag den 19.04.03 kam es zu einer Überschreitung des Halbstundenwerts bei  NOx (Sammelbegriff für die giftigen Gase Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid) 

 Stickstoffoxide verursachen beim  Menschen  Schädigungen  der Atemwege .


 

Am 10.04.03 kam es in der Ofenlinie 2 zu  einer mindestens 10 minütigen Freisetzung von Jod.


 

 

Hier die neuesten Zahlen von der GSB:

Verbrennungskapazitäten und in Ebenhausen verbrannte Abfälle (in Tonnen):
Anteile in Prozent
  1998 1999 2000 2001 2002   1998 1999 2000 2001 2002
externe Anlieferungen aus Bayern 80.184 84.199 79.138 78.586 74.939            
interne Anlieferungen (Rückstände) 30.614 11.339 11.093 11.968 9.810            
bayerische Mengen 110.798 95.538 90.231 90.554 84.749 bayerische Mengen 73,9 78,6 73,9 63,8 54,8
andere Bundesländer 36.739 23.041 30.098 47.320 56.584 andere Bundesländer 24,5 19,0 24,7 33,3 36,6
Ausland 2.326 2.913 1.736 4.033 13.249 Ausland 1,6 2,4 1,4 2,8 8,6
angelieferte Gesamtmenge 149.863 121.492 122.065 141.906 154.583 angelieferte Gesamtmenge 100 100 100 100 100
abgegebene Mengen 0 -4.127 -7.976 -4.142 -2.915 abgegebene Mengen 0,0 3,4 6,5 2,9 1,9
in der VA EB entsorgt 149.863 117.365 114.088 137.765 151.668 in der VA EB entsorgt 100,0 96,6 93,5 97,1 98,1
* kumuliert = 1.,2. und 3. Quartal zusammengefaßt

Es ist der GSB gelungen, den bayrischen Anteil des Sondermülls in 5 Jahren von etwa 74% auf etwa 55% zu drücken .Zum Ausgleich dafür wurde der außerbayrische Anteil von etwa 24% auf  36% und der Anteil ausländischen Drecks von etwa 1.5% auf fast 9 % gesteigert.

Das ist der Dank dafür, dass man in Bayern das
Sondermüllaufkommen drastisch verringert hat.

 

 

 

 

 

 

 

Bayrische Regierung tritt Belange der Bevölkerung mit Füßen

Die bayrische Regierung  hat heute am 30.04.02 nach  einer zum Teil stürmischen Debatte die Begrenzung der Jahresleistung bei der GSB auf 100 000 to abgelehnt. Bereits im Vorfeld wurde die Forderung auf Einhaltung des Planfeststellungsbeschlusses  von Regierungskreisen als "reines Stieren auf bestimmte Tonnagegrenzen " diffamiert. Gleichzeitig droht man erneut mit der Privatisierung.

Erika Görlitz, Karl Freller und Hermann Regensburger stimmten dem Vernehmen nach gegen den Beschluß mit der Begründung , er sei den Bürgern vor Ort nicht vermittelbar.

 Als Begründung für die Ablehnung führte Umweltminister Schnappauf an, die GSB müsse ihre Aufgabe erfüllen, ohne am Subventionstropf zu hängen. Man verstehe die Sorgen der Bevölkerung gut ,doch seien die Ängste unbegründet, die Anlagen würden einwandfrei laufen. Wie wertlos diese Einschätzung ist, läßt sich daran erkennen, dass mit eben der selben Beschwichtigungs und Verharmlosungsphrase das Umweltministerium schon vor Jahren die  Befürchtungen der Bevölkerung abgetan hat. Wie man inzwischen weiß , gab es in  der Vergangenheit bei der GSB aber skandalöse Vorgänge ohne Ende, die ohne die Aktivitäten der BI nie ans Tageslicht gekommen wären . Außerdem bleibt es wohl ein Geheimnis des Umweltministers, wie man die Unwirtschaftlichkeit, der GSB, die ja auf bestehenden Überkapazitäten beruht, mit einer Kapazitätserweiterung beheben will. Das kann überhaupt garnicht funktionieren, so naiv ,das zu glauben ,kann ein einzelner Mensch garnicht sein. Bei der geringsten Senkung der Tonnagepreise müsste man nämlich erneut die Kapazität erhöhen usw. Ein teuflischer Kreislauf ohne Ende! 

Seit dem 30.04.02 stellt sich auch die Frage, hat die bayrische Regierung überhaupt einen Umweltminister?????

Wieso ist es möglich , dass ein UMWELTMINISTER dafür plädiert, eine Mengenbegrenzung und damit eine Emissionsbegrenzung zu verhindern und zwar mit der Begründung, die Anlage komme sonst nicht aus den roten Zahlen?

Wozu ist denn eigentlich überhaupt noch eine Umweltverträglichkeitsstudie erforderlich? Doch offensichtlich nur dazu , um die Bevölkerung zu verblödeln !

Wirtschaftliche Belange sind offensichtlich wichtiger als das Befinden der Bevölkerung !

Das katastrophale Management der GSB beim Störfall von Schwabach im Januar 2002 führte dazu , dass der Betrieb von der Firma Prognos, einem Beratungsinstitut aus Basel, wirtschaftlich unter die Lupe genommen wurde. An und für sich ist der Vorgang zu begrüßen. Denn die GSB wurde in der Vergangenheit wirtschaftlich zum Teil dilettantisch geführt. Hilfe von Profis kann da nicht schaden.

Das Prognos-Analyse untersuchte dabei zwei Szenarios: Schließung des Schwabacher Ofens und eine  Mengenbegrenzung in Ebenhausen-Werk auf 100.000 Tonnen: In beiden Fällen war das Ergebnis- wie nicht anders zu erwarten- erhebliche wirtschaftliche Verluste.

 

Die wirklichen Ursachen der wirtschaftlichen Misere.

Die echten Hintergründe der wirtschaftlichen Misere der GSB sind aber zum großen Teil hausgemacht. 1975 wurden 60.000 Tonnen Sondermüllverbrennungskapazität in Ebenhausen-Werk aufgebaut. Bei einem Entgelt von satten 1200 Mark war das ein lukratives Geschäft, zumal über den Trick der Gemeinnützigkeit nicht einmal Steuern anfielen. Bis 1984 waren es bereits 88.000 Tonnen im Jahr. Die GSB hat in den Jahren 75-95 riesige Gewinne gemacht. Das bayrische Kabinett beschloss in der Folge, diese Kuh noch mehr zu melken: Ende 1995 gingen die beiden neuen Ofenlinien der GSB in Betrieb. Man glaubte bei einer Erhöhung der Anlagenkapazität auf 100.000 Tonnen nicht nur die Aufgabe der Sondermüllentsorgung in Bayern lösen zu können, sondern -wie schon in den Jahren zuvor- dem Staatsäckel weiter hohe Gewinne weiter zufließen lassen zu können.

 

Die Folgen der Profitgier

Aber –wie so oft-  wenn Politiker sich in die Wirtschaft einmischen, hat man sich verrechnet. Im Jahr 1995/96 wurden nämlich in Hamburg, Brunsbüttel und in Leipzig ebenfalls neue Sondermüllanlagen in Betrieb genommen. Insgesamt etwa 150 Tausend Tonnen zusätzlich. Als der damalige „Umweltminister“ Thomas Goppel  und die Geschäftsführer der GSB, Dr. Decker und Ulrich Materne, dann auch noch die glorreiche Idee hatten, nicht nur die neuen Öfen in Betrieb zu nehmen, sondern auch die alte Ofenlinie weiterlaufen zu lassen, verdoppelte sich auch noch die Ebenhausener Kapazität. Man war offensichtlich der Meinung,  durch den im Planfeststellungsbeschluß nicht abgedeckten Weiterbetrieb der alten Ofenlinie noch mehr Profit erwirtschaften zu können. Wollte man sich damit das Wohlwollen des bayrischen Kabinetts und des bay. Ministerpräsidenten erringen? Aber wie so oft im Leben griff auch hier das Sprichwort: „Ist die Gier nur allzu groß: Geht der Schuss nach hinten los.“ Just in dem Moment als die GSB ihre Sondermüllkapazität 1996 verdoppelte, fielen die Preise von 1.200 DM pro Tonne auf bis zuletzt 600 DM pro Tonne. Die Überkapazitäten auf dem Sondermüllverbrennungsmarkt führten zu einem Preiskampf um jede Tonne Gift. Wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch, führt die Erhöhung der Kapazitäten nicht immer zwangsläufig zu höheren Profiten, sondern durch den Preisverfall aufgrund der Überproduktion sacken die Erträge und damit die Profite in den Keller.

 

Probleme – hausgemacht

Erst als 1999 aufgrund skandalös hoher Dioxinwerte die alte Ofenlinie nicht mehr zu halten war, ging die Verbrennungsmenge zumindest 1999 etwas zurück (auf 120.000 Tonnen).

Wäre die GSB nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt worden, hätte man nun den wenig lukrativen  Sondermüllbereich nicht mehr weiter ausgebaut, sondern andere mehr gewinnversprechende Betätigungsbereiche gesucht. Die GSB unter politischer Führung von Staatsekretärin Stevens und Minister Schnappauf aber verfiel in hektische Aktivität und erhöhte durch Einbau von Trockenelektrofiltern, von Heißgaserzeugern und durch die Heraufsetzung der Jahresbetriebsstunden von 7.000 auf 8.000 die  Kapazität erneut auf  ca. 150.000 Tonnen pro Jahr. Die Folge waren weiter verfallende Preise und der weitere Weg in die Unwirtschaftlichkeit.

 

Der Sondermüllmarkt stagniert

Die Behauptungen von Minister Schnappauf, die GSB sei die umweltfreundlichste Sondermüllverbrennungsanlage in Europa, können wir nur mit den sattsam bekannten Negativschlagzeilen der letzten Jahre kommentieren. Auch im Januar dieses Jahres hatten wir wieder 30 Minuten Notkaminöffnung in Ebenhausen und auch der Vorfall in Schwabach – ebenfalls in diesem Jahr lässt starke Zweifel aufkommen an dieser Aussage. Die Aussage, es würde jetzt schon und in Zukunft noch mehr ein höherer Verbrennungsbedarf an Sondermüll bestehen, kann nicht richtig sein. Es müssten dann nämlich die Erlöse ansteigen.

Die neuen Geschäftsführer der GSB, die Herren Amsoneit und Uffmann, und auch der Betriebsleiter in Ebenhaausen Herr Marsch, suchen neuerdings aus dem Circulus vitiosus des Überangebots an Verbrennungskapazität zu entkommen und sind dabei neue Betätigungsfelder zu erschließen. Ein sehr vernünftiges Unterfangen! Denn die Ausweitung der Kapazitäten wird auf Dauer nicht gut gehen.

 

Negative Auswirkungen auf die Umwelt sind vorprogrammiert.

Die beiden neuen Ofenlinien sind nämlich nur für 7000 Betriebsstunden und 100.000 Tonnen Jahresverbrennungskapazität ausgelegt. Die erhöhte Verbrennungsmenge ist nur dadurch möglich, dass man die Anlage ständig unter Volldampf fährt. Wie bereits in Schwabach vorexerziert , werden dadurch notwendige Revisionen, notwendige Reparaturen und Wartungsarbeiten verhindert. Es ist abzusehen, dass in der nächsten Zeit in Ebenhausen-Werk eine größere Katastrophe passieren wird. 

 

Das Biomonitoring der Fa. Ökometric aus dem Jahr 2000 brachte wichtige Erkenntnisse zu Tage: An allen Messpunkten in der Umgebung traten erhöhte Immissionswerte auf, der Durchschnitt dieser Werte lag bei den meisten Stoffen (Schwermetalle und organische Gifte) zum Teil bis zum 4fachen über den Werten, die im Großraum Stuttgart gemessen wurden, das als industrielles Ballungsgebiet von vorneherein erhöhte Werte aufweist.

 

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie, die als Nachbegutachtung vom Ökoinstitut Darmstadt durchgeführt wird, kam der zuständige Meteorologe, Herr Kumm, zu der Erkenntnis, dass im Raum Ebenhausen eine vergleichsweise stark erhöhte Inversionswetterlage zu verzeichnen ist. Nachdem die GSB in einer Tallage angesiedelt ist und die Kamine wegen des nahen Flughafens Manching nur 28 Meter hoch sein können, wirkt sich die Inversion besonders nachteilig auf die Region aus. Die gesamten Abgase bleiben während der Inversion in der Region in Bodennähe und werden nicht durch Verdünnung weitergetragen. Lediglich an 165 Tagen im Jahr, das sind 37 %, herrscht in der GSB keine Inversion. 54,8% des Jahres herrscht geringe bis starke Inversion, an 43 Tagen hängt die Inversionsglocke komplett über dem Paartal. Die Abgase breiten sich wie ein überlaufender Hefeteig in der Umgebung aus. Besonders betroffen ist dabei natürlich Ebenhausen-Werk. Die Abgasglocke geht aber bis in den Süden Ingolstadts, bis Geisenfeld, Reichertshofen und in den Raum Karlskron.

 

Die Mengenbegrenzung ist von vitalem Interesse

Der Planfeststellungsbeschluß von 1992 enthält eindeutige Angaben über die Jahrestonnage, die in den beiden neuen Verbrennungslinien vorgesehen war. Eine Erhöhung der Menge nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten (Diese sind nicht einmal wirtschaftlich sinnvoll!) ist illegal. Sie erfüllt unter den neuesten Erkenntnissen von Ausbreitungsberechnung und Biomonitoring den Tatbestand der Körperverletzung. Das Verhalten des bayrischen Kabinetts und des bay. Umweltministers muß man als unmoralisch und ungesetzlich bezeichnen. Dass dieselben jetzt durch hausgemachten Preisverfall in wirtschaftliche Bedrängnis geraten, ist nicht Schuld der Bürgerinitiativen in Schwabach und in Ebenhausen-Werk, sondern ganz allein durch falsche Markteinschätzung obiger Politiker entstanden.

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Zum Artikel im Wirtschaftsteil des Donaukurier v. 15.02.02:
Uffmann: Die GSB hat den Markt verschlafen.
Die GSB geht offensichtlich auf Konfrontation mit der Bevölkerung und tritt ihre Belange mit Füßen.
  Während der Umweltminister öffentlich von sinkenden Sondermüllmengen und einer  möglichen Schließung von Schwabach spricht, setzt die GSB in Baar-Ebenhausen auf hemmungslose Expansion
  Mit großer Empörung nehmen wir deshalb zur Kenntnis, dass die GSB dazu entschlossen ist, die Folgen ihrer katastrophalen Misswirtschaft der vergangenen Jahre auf Kosten der Bevölkerung zu beseitigen ,indem sie ihre Verbrennungsmenge des letzten Jahres von 135 000 Tonnen nochmal auf gigantische 140 000 Tonnen steigern will und das Ganze auch noch mit weniger Personal. Um das Maß des Zynismus voll zu machen, erwartet sie dazu auch noch das Einverständnis der Bürger, indem sie an deren „Vernunft „ appelliert.  Mit der Äußerung, eine optimale Emissionsminderung erziele man nur bei Auslastung einer Anlage,
 soll darüber hinaus der falsche Eindruck erweckt werden, eine Mengenbegrenzung müsse zu höheren Emissionen führen und sei deshalb kontraproduktiv.  Wie Hohn klingt da die Behauptung der GSB: natürlich stehe Sicherheit vor allem anderen. . .


  Die Bürgerinitiative und mit ihr die Bevölkerung um die GSB wird diese schallende Ohrfeige und verantwortungslose Missachtung ihrer berechtigten Sorgen nicht klaglos hinnehmen und dagegen weiter erbitterten Widerstand leisten. 

 

 

 

Am 10. Januar fand im Sportheim Baar ein Pressegespräch statt, zu dem die BI Bürgermeister, lokale und regionale Politiker eingeladen hat.  Horst Seehofer, der maßgeblich am Zustandekommen dieses Treffens beteiligt war, konnte leider wegen Krankheit nicht anwesend sein.  Neben Bürgermeistern und Gemeindevertreter aus allen umliegenden Gemeinden   und dem Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt Peter Schnell nahmen unter anderem Staatssekretärin Erika Görlitz, MdB Franz Obermeier,MdL Manfred Schuhmann ,. MdL Rudolf Peterke und Landrat Rudi Engelhard teil.

Breite Allianz

Obwohl die zum Teil leidenschaftlich geführte Debatte zwei Stunden dauerte, zeichnete sich sich bereits nach kurzer Zeit für die Forderungen der Bürgerinitative eine breite Allianz aller anwesenden Politiker über die Parteigrenzen hinweg ab . Man war sich auch darin einig, dass man die Geduld der hiesigen Bevölkerung nun lange genug strapaziert hat und jetzt endlich den großen Worten auch Taten folgen müssen. Auf Wunsch von Staatssekretärin Erika Görlitz wurden schließlich zwei getrennte Resolutionen beschlossen.  Die erste enthält die Forderungen auf die Begrenzung der jährlichen Verbrennungskapazität auf hunderttausend Tonnen, auf die umgehende Erstellung eines Autobahnanschlusses und die Ablehnung einer Privatisierung der GSB.

Die zweite Resolution fordert für den Fall einer Schließung der Anlage Schwabach auch eine Schließung des Standortes Baar-Ebenhausen.

Während die erste Resolution von allen anwesenden Politikern in unterzeichnet wurde, konnte sich nämlich Staatssekretärin Erika Görlitz als einzige bedauerlicherweise zur Unterschrift der zweiten Resolution nicht durchringen.  Sie begründete dies damit,  die Sondermüllentsorgung in Bayern müsse sichergestellt bleiben.

Klage eingereicht

Die Klage auf Begrenzung der Verbrennungsmenge ist mittlerweile eingereicht, dennoch strebt die Bürgerinitiative natürlich nach wie vor eine politische Lösung an.

 

Welche Auswirkungen hat der Unfall am 26. . November in Schwabach für den Standort Baar-Ebenhausen?

Die organisatorischen und  personellen Veränderungen in der letzten Zeit bei der GSB ließen von Anfang an nur den einen Schluss zu: es handelt sich um Vorbereitungen zur Privatisierung.  Dies begann bereits mit der Fusion der SEF mit der GSB, die dazu diente ,die SEF als Konkurrenten auszuschalten und deren nicht eingetretenen Synergieeffekte die damalige Aufsichtsratsvorsitzende Frau Christa Stewens nicht müde wurde ,uns in den höchsten Tönen zu preisen. Es ging weiter mit dem neuen kaufmännischen Geschäftsführer Herrn Uffmann und dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Kohl, ebenfalls einem Mann aus der Wirtschaft, der sein beim Antritt  gegebenes Versprechen, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten ,leider noch nicht eingelöst hat. Stattdessen  hat man begonnen damit, bei der GSB durch radikale Personaleinsparmaßnahmen auf Kosten der Sicherheit die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Unser damaliger Appell an die bayerische Staatsregierung, sich nicht aus der politischen Verantwortung für die GSB zu stehlen, wurde ignoriert

 

Es hat sich überdeutlich gezeigt, welche bisher stets abgestrittenen enormen Gefahren von diesen Anlagen ausgehen.  Erst am 14. November wurde die GSB in Schwabach nach ISO 9001 zertifiziert. Auch das bei dieser Gelegenheit  in den höchsten Tönen gelobte professionelle Instandhaltungsplanungsprogramm IPS, das so genannte Activity Programm ,das seit über einem Jahrzehnt eingesetzt ist, konnte den Unfall nicht verhindern.  Wie blanker Hohn klingt in diesem Zusammenhang das Eigenlob der GSB über dieses Programm:". . . so bleibt nichts dem Zufall überlassen. . . ". Im wahrsten Sinne des Wortes mit einem (Donner)Schlag hat sich gezeigt, dass dies eine hohle Phrase ist, die GSB  täuscht eine Sicherheit vor ,die sie nicht zu bieten hat . Dieser Vorfall kann sich übrigens jederzeit auch in Ebenhausen wiederholen, da die Dampfleitung wegen Materialermüdung weit vor Erreichen des zulässigen Drucks brach.
Wird Ebenhausen noch weiter aufgebohrt?

Der Schwabacher Stadtrat, der Rother MdL und bayr. Justizminister Dr. Manfred Weiß,der Schwabacher MdL und Kultus-Staatsekretär Karl Freller sowie Landrat Eckstein fordern die Stilllegung der Anlage Schwabach mit der Begründung ,sie sei mitten im Wohngebiet ein zu hohes Gefahrenpotential. Auch der Umweltminister hält mittlerweile diesen Standort für problematisch und spricht auch von rückläufigen Sondermüllmengen, während praktisch zeitgleich die Regierung von Oberbayern den Antrag von Bürgern aus Baar-Ebenhausen auf Mengenbegrenzung der hiesigen Anlage abgelehnt hat.
 Nach einer bereits vor einiger Zeit( in weiser Voraussicht ??)  geäußerten  Ansicht von Herrn Uffmann „entstand die GSB Ebenhausen in einem Industriegebiet weitab von Wohngebieten  und überhaupt, sind die Leute ja selber schuld. Erst haben sie entlang der Straße ihre Häuser gebaut und heute beschweren Sie sich über den Lkw Verkehr“.

Nach dieser zwar etwas merkwürdige Einschätzung der Lage stünde einer Verlagerung der 30 000 to aus Franken nach Ebenhausen aus der Sicht der GSB eigentlich nichts im Wege. . . . .

 

Spätestens jetzt muß dem letzten Zweifler klar sein , dass die unbegrenzte  Betriebserlaubnis und Verbrennungskapazität für die GSB völlig unverantwortlich ist. Denn auch die hiesige fünf mal so große Anlage steht in einem Wohngebiet und außerdem noch in der Einflugschneise eines Flugplatzes. Die anliegenden Bewohner haben den selben Anspruch auf Sicherheit . Mit einer Stillegung aus Sicherheitsgründen muß man nicht warten, bis es zu einem folgenschweren Unfall gekommen ist.


Deshalb:
bei allen Anlagen in Ebenhausen müssen sofort Untersuchungen angestellt werden, in welchem Zustand  sie sich befinden, zumal sie vor noch nicht allzu langer Zeit von der GSB selber als Montagsanlagen bezeichnet wurden.
Die maximale Tonnage pro Jahr muss endlich auf die im Planfeststellungsbeschluss festgesetzten 100 000 to bei max. 7000 Betriebsstunden begrenzt werden.

Einführung einer Restlaufzeit
Kein Müll von außerhalb Bayerns

Beibehaltung der Anteilsmehrheit der bayr.Regierung
Keine Privatisierung der GSB

Wie berechtigt diese Befürchtung ist, zeigt die jüngste  Äußerung von Minister Faltlhauser am 18.03.2003 :

 Ich bedauere heute, dass wir die GSB nicht ganz verkauft haben

 

 

Dankenswerterweise hat Frau Staatssekretärin Erika Görlitz in einen Brief an den Minister deutliche Worte gefunden und erklärt, dass diese Äußerung bei der Bevölkerung und auch bei ihr selber auf völliges Unverständnis stößt. Darüberhinaus bekräftigt sie die Forderung, dass sich der Freistaat sich nicht aus der Verantwortung zurückzieht und erinnert an die Resolution der  Mandatsträger des Landkreises ,wonach die Staatsbeteiligung nicht aufgegeben werden dürfe.

Zur Dioxinüberschreitung  im Dezember 2002 gibt es eine Extraseite

 

 

 

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