Bürgerinitative zur Kontrolle der GSB

Aufbau einer Sondermüllverbrennungsanlage


Der Sondermüll wird aufgrund seiner besonderen Giftigkeit in einem Drehrohrofen verbrannt, dies dient der besseren Durchmischung. Aber es wird dabei auch verhindert, daß die hochgiftigen und hochagressiven Substanzen längere Zeit an einem Punkt verweilen. Der Drehrohrofen ist innen verglast, da Stahl der Beanspruchung durch hochagressive Substanzen nicht lange standhalten und rasch durchrosten würde. In den Drehrohrofen gelangt über einen Greifer und einen Einfüllschacht der Sondermüll. Dazu kommen flüssige Zusätze mit sogenanntem heizwertreichen Sondermüll. Außerdem werden über einem Faßaufzug hochgiftige, verschlossen angelieferte, zusätzliche Sondermüllzugaben getätigt. Dies richtet sich danach, ob die Messung der Abluft Zugabe von weiteren giftigen Substanzen erlaubt oder nicht.

Im Drehrohrofen herrscht eine Temperatur von unter 1.000°, in der Nachbrennkammer werden 1.050 bis 1.200 ° C erzeugt, um Dioxine und Furane zu zerstören. Diese chemischen Verbindungen sind in dieser Phase hochreaktiv und es reagiert alles mit allem. Es entstehen völlig neue Substanzen und Verbindungen die bisher noch nie gemessen und untersucht wurden. Durch rasche Abkühlung im sogenannten Abhitzekessel versucht man die Menge an neugebildeten chemischen Verbindungen gering zu halten. Diese Anlagen werden ständig verbessert, so ist die Abkühlzeit in den neuen Öfen im Verhältnis zum alten Ofen in Ebenhausen-Werk deutlich schneller, was zu einer Reduktion der Schadstoffmenge führt. Wenn in diesem chemischen Reaktor ein Überdruck entsteht öffnet sich automatisch der Notkamin und die Abgase gehen ungefiltert ins Freie. Dies passierte in den letzten Jahren ziemlich häufig.

Durch ein umfangreiches Wäscheverfahren und Filterverfahren wird versucht die Schadstoffmenge in der Abluft zu vermindern, wobei diese Schadstoffe nicht vernichtet werden, sondern in den Filtern verbleiben und letztendlich deponiert werden müssen; d.h. wenn die Folien in der Deponie in Gallenbach reißen, kommen die Schadstoffe via Paar wieder in unsere Region.

Ausnahmegenehmigung VA 1 Mindesttemperatur: 900 °C

Ausnahmegenehmigung VA 2 und 3 Mindesttemperatur: 950 °C

Wegen Problemen bei Einhaltung der vorgeschriebenen Stickoxidkonzentrationen in der Abluft wird in Ebenhausen-Werk die Verbrennungstemperatur vermindert. Das heißt, ungenügende thermische Aufarbeitung von Dioxinen und Furanen. Da aber die Abluftkonzentrationen eingehalten werden, ist die Genehmigung zu dieser an sich "zweitbesten" Lösung erteilt worden. Die ungenügend "zerkleinerten" Gifte kommen dann in die Deponien. Der eigentliche Zweck der Verbrennung, nämlich der Vernichtung organischer Gifte, wird somit nicht erreicht.


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