Pioniertat für den Umweltschutz ??

So lobte bei der Inbetriebnahme 1976 ausgerechnet der damalige Umweltminister Max Streibl die künftige Dioxinschleuder der GSB.Bereits im darauffolgenden Jahr gab es Klagen über "Schmierig-schwarzbraune Stoffe " auf den umliegenden Wiesen.

Dioxinschleuder VA1

Über 15 Jahre lang gab es Emissionen mit bis zu 10 Nanogramm! (ng), bevor durch Nachrüstungen die Werte gesenkt wurden. Zum 1.12.96 wurden die neuen Grenzwerte von 0,1 ng/Normkubikmeter eingeführt.Bisher ist uns für die VA1 erst ein einziger Meßwert unter dieser Grenze bekannt,nämlich der vom April 97 mit 0,039 ng.Davor und danach gab es bis zu drei und vierfache Überschreitungen z.B. April 96 0,270ng, 14.10.98 0,379ng.Trotzdem tönt die GSB in der Presse noch am 16.9.98: "Grenzwert für Dioxin wird in allen Öfen unterschritten".

Wer trägt die Verantwortung für die Verzögerung?

Von einem völligen Versagen aller Aufsichtsbehörden zeugt die Tatsache, daß niemand daran Anstoß nahm ,erst fast vier Monate nach der Messung erste "Vorläufige Ergebnisse zu erfahren"und das bei Dioxin ,wo schnellstes Handeln oberstes Gebot sein müsste.Während bei den einzigen guten Werten von 4/97 niemand bei der GSB auf die Idee kam, sie anzuzweifeln,war dies bei den miserablen Oktoberwerten die erste "Reaktion" der GSB, anstatt die VA1 sofort herunterzufahren.

Eigene Aufsichtsratsvorsitzende hinters Licht geführt.

Am 18.Februar fand ein Treffen statt ,im Beisein von Minister .a D.Horst Seehofer,der das Treffen auch arrangiert hat.Teilnehmer waren u.a. BI-Vertreter mit ihrem Rechtsanwalt Dr.Hofmann-Hoeppel,die GSB Geschäftsleitung ,Frau Erika Görlitz und die neue Aufsichtsratsvorsitzenden ,Frau Stewens, die an diesem Tag eine "Informationsoffensive" eröffnen wollte.Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten skandalösen Dioxinwerte der GSB bereits bekannt.Keiner der anwesenden Verantwortlichen der GSB hielt es auch nur ansatzweise für nötig, den Nichteingeweihten davon Kenntnis zu geben,nicht einmal der eigenen Aufsichtsratsvorsitzenden ,Frau Stewens! Stattdessen hat man uns mit einem unerträglichen Geschwafel über eine erforderliche Wirtschaftlichkeit zugetextet,angesichts der jetzt zutagegetretenen Ungeheuerlichkeiten ein Zynismus ,der kaum noch zu überbieten ist.

Zweite Messung bestätigt vierfache Überschreitungen

Vom 24. Bis zum 26.2.99 fanden noch einmal Messungen statt ,deren ebenfalls verheerendes Ergebnis mit fast vierfachen Überschreitungen aber diesmal bereits 5 Arbeitstage später vorlag.Jetzt wurde endlich die VA1 mit Heizöl heruntergefahren.

VA1 soll endgültig stillgelegt werden

Am 15.3.99 kamen Umweltminister Werner Schnappauf und Frau Staatssekretärin Stewens nach Ebenhausen.Wohl unter dem Druck der Öffentlichkeit,hervorgerufen durch den massiven Protest der BI und der Intervention von Bürgermeister Heinrich Schneid und seinem Stellvertreter Bernd Preiß bei der Aufsichtsratsvorsitzenden ,Frau Stewens und als Konsequenz auf die miserable Informationspolitik der GSB ,kündigte der Umweltminister die endgültige Stillegung der VA1 an.Damit wurde auch der Plan der GSB vereitelt, die VA1 mit Heizöl sauberzufahren,anschließend Dioxinmessungen machen zu lassen und sie auf Grund der zu erwartenden "schönen "aber völlig unrealistischen Meßwerte (die dann wohl niemand bei der GSB angezweifelt hätte) wieder in Betrieb zu nehmen.

Wichtige Fragen blieben unbeantwortet

Herr Dr. Decker bekam am 18.3.99 auf unserer Infoveranstaltung in Karlskron reichlich Gelegenheit sich zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern.Während er zu wichtigen Fragen wie .z.B. die technisch maximal mögliche Jahrestonnage der beiden neuen Öfen keine Antwort parat hatte,gab er seine interessante Einschätzung möglicher Gesundheitsschäden durch die GSB zum Besten (Sinngemäßes Zitat):" Früher starben die Leute mit 40 ,heute beklagen sie sich mit 80 über die Industrie". Angesichts der inzwischen bekannten Langzeitwirkung von Dioxin ist dem wohl nichts hinzuzufügen.

Letzte Meldung :
Am 1.4.99 beschloß der Aufsichtsrat der GSB nicht zuletzt unter dem Druck der Öffentlichkeit die Dioxinschleuder VA 1 endgültig stillzulegen.

Zugriffszähler