BillardArtistique
DAC-Turnier Spiesen 2002 

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Deutschland Artistique-Cup,  Spiesen-Elversberg, 13.09.-15.09.2002

Zum Auftakt der diesjährigen Deutschland-Artistique-Cup-Serie hat der Billardsportverein 1908 Spiesen-Elversberg zu einem Turnier gerufen, welches als Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft 2002/2003 angesetzt war.

Die Sportstätte präsentierte sich als hervorragende Grundlage zu einem tollen Turnier, nachdem die beiden Match-Billardtische unmittelbar vorher von Grund auf generalüberholt wurden.

Gespielt wurde erstmals nach einem neuen Spielmodus. In der Vorrunde am Freitag und Samstag waren die  insgesamt 68 Figuren nach dem internationalen Figurenprogramm mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu lösen, der sich in jeweils verschiedener Wertigkeit ausdrückte.

Heinz Walter Kohlmeier, Waibstadt, präsentierte sich in herausragender Form und ließ nur 14 Figuren ungelöst „auf dem Tisch liegen“. In der Anfangsphase konnte lediglich Altmeister Henry Schwed, Köln, sowie der erste der aktuellen deutschen Rangliste, Bernd Singer aus Ingolstadt, einigermaßen mithalten. Singer hatte ein Wochenende zuvor bei einem internationaler Einladungsturnier in Daarlerveen/Holland gerade eine neue persönliche Bestleistung mit sage und schreiben 369 Punkten erzielt – absolute Weltklasse.

Schwed mußte dann jedoch nach einer Schwächeperiode von Figur 23 bis 29 Kohlmeier und Singer wegziehen lassen und wurde zu diesem Zeitpunkt sogar von Lokalmatador Christoph Schäfer, Spiesen-Elversberg, überholt.

Überhaupt war dieser Christoph Schäfer zumindest in der ersten Hälfte der Vorrunde die Sensation schlechthin. Mit einer bisherigen Bestleistung von 186 Punkten hatte er nach der 27. Figur bereits deren 117, stand damit auf dem 3. Platz und jeder war der Annahme, Schäfer würde nach diesem Turnier erstmals die 200-er Grenze überschreiten. Schäfer hatte sogar mit 63 Punkten die insgesamt zweithöchste Serie des Turniers gespielt, indem er die Figuren 16 bis 24 ohne Ausnahme löste. Schlußendlich hatte es für ihn nach der zweiten Hälfte der Figuren, deren Schwierigkeitsgrad immer höher wurde, mit erreichten 193 Punkten zwar eine Verbesserung seiner bisherigen persönlichen Bestleistung gereicht, die 200-er Grenze mußte er jedoch auf die nächsten Turniere vertagen.

An der Spitze ging das Kopf-an-Kopf-Rennen als Fernduell zwischen Heinz Walter Kohlmeier und Bernd Singer weiter. Keiner der beiden, die in verschiedenen Gruppen spielten, schenkte dem anderen einen größeren Abstand und nach Figur 53 stand es noch 263 zu 240 für Heinz Walter Kohlmeier. Doch ab diesem Zeitpunkt spielte Kohlmeier wie entfesselt und Singer konnte nicht mehr folgen.

Mit einer Weltklasseleistung von erreichten 346 Punkten ging Kohlmeier als Sieger aus der Vorrunde hervor. Der mehrfache deutsche Vizemeister Singer war dann als Zweiter mit 317 Punkten schon deutlich zurück. Sein Clubkamerad, Franz Heigl, konnte sich durch eine sehr gute Leistung –er hatte vorige Woche ebenfalls in Holland ein Turnier mit 295 Punkten gespielt- immer in gewisser Tuchfühlung zur Spitze halten und mit 268 Punkten am Ende vor Edgar Burkhard, 228 Punkte, den 3. Platz erreichen.

Nicht ganz nach Wunsch verlief das Turnier für die beiden ehemaligen deutschen Vizemeister Gerd Schwartz und Jürgen Eickholt und auch Gerd Christmann war am Ende nicht zufrieden mit seiner Leistung, wogegen Joachim Bischof und Zeki Dayi mit erreichten 193 bzw. 218 Punkten ihre Erwartungen übertroffen bzw. erfüllt hatten.

Die Ergebnisse der Vorrunde:

Heinz Walter Kohlmeier, Waibstadt

346

Bernd Singer, Ingolstadt

317

Franz Heigl, Ingolstadt

268

Edgar Burkhardt, Hannover

228

Gerd Schwartz, Merkstein

221

Zeki Dayi, Hannover

218

Henry Schwed, Köln

210

Joachim Bischof, Hannover

193

Christoph Schäfer, Spiesen-Elversberg

189

Jürgen Eickholt, Gelsenkirchen

185

Gerd Christmann, Spiesen-Elversberg

131

Dem bereits angesprochenen neuen Spielmodus zufolge spielten jetzt die besten Vier dieser Vorrunde in ausgelosten Halbfinal-Begegnungen die Finalteilnehmer aus.

Sowohl in den Halbfinals als auch danach im Spiel um den 3. Platz und im Finale wurde nach dem Satzsystem Mann gegen Mann auf zwei Gewinnsätze gespielt.

Im ersten Halbfinale Kohlmeier gegen Heigl fand letzterer im 1. Satz überhaupt nicht zum Spiel, konnte nur eine einzige Figur lösen und mußte diesen an Heinz Walter Kohlmeier abgeben. Kohlmeier hatte zu diesem Zeitpunkt an die herausragenden Leistungen in der Vorrunde anknüpfen können und spielte den 2. Satz gegen Heigl einen 100%-er, d.h., er löste alle Figuren, so daß Heigl, der immerhin noch über 62% spielte, wieder das Nachsehen hatte und das Halbfinale verlor.

Im zweiten Halbfinale bezwang Singer mit 61, 64 und 60% den Hannoveraner Burkhard, so daß sich das von Vielen vorhergesagte Finale Kohlmeier gegen Singer ergab.

Dieses Finale versprach aufgrund der bisher gezeigten sensationellen Leistungen weiteres Weltklasse-Artistique, und es wurde wiederum toll gespielt.

Der 1. Satz ging mit 38:33 knapp an Singer, den zweiten gewann mit 50:40 bei gespielten 77% bzw. 53% Kohlmeier. Im 3. Satz drehte Singer den Spieß um und schlug Kohlmeier mit 50:45 (66%-60%).

Im dritten Satz schien bei beiden Spielern nun doch das lange Turnier seinen konditionellen Tribut zu fordern. Singer kam deutlich besser zurecht, wogegen Kohlmeier eine deutlichen Einbruch erleiden musste. Von den neun gespielten Figuren konnte er deren sechs nicht lösen, so dass Singer mit dieser 9. Figur nicht mehr eingeholt werden konnte und das Finale gewann.

Das Spiel um den 3. Platz gewann Franz Heigl gegen Edgar Burkhardt mit 33:27 und 41:20.

                                                                                                                            Christmann