Billard - Artistique | ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Deutschland Artistique Cup, BSC Hasselt, 31.10. - 02.11.2003Bernd Singer gewinnt mit Weltklasseleistung Dass ihm die Umstellung des Spielmaterials von Elfenbeinbällen auf Kunststoff keine Probleme bereitet, bewies Bernd Singer vom TSV Ingolstadt-Nord beim Deutschland Artistique-Cup-Turnier beim BSC Hasselt von 31.10. bis 02.11. eindrucksvoll. Der Deutsche Mannschaftsmeister Dreiband hatte die Billardartisten zu diesem Turnier geladen und bot optimale Bedingungen für Höchstleistungen. Abgesehen von den beiden hervorragend laufenden Match-Billards hatten die Organisatoren um Rainer Mooren für ein Umfeld gesorgt, das einer internationalen Top-Veranstaltung würdig gewesen wäre. Die Akteure dankten es dem BSC Hasselt mit Höchstleistungen. Die Deutschland-Artistique-Cup-(DAC)-Turniere der Deutschen Billard-Union (DBU) setzen sich aus zwei Teilen zusammen. In der Vorrunde spielen alle Teilnehmer die 68 Figuren des vorgegebenen Programmes. Die Wertung aus dieser Vorrunde fließt in die DBU-Rangliste ein, die als Qualifikationskriterium für die Deutsche Meisterschaft dient. Die besten Vier der Turnierrangliste qualifizieren sich für die Finalspiele, wobei die ersten beiden das Finale und die folgenden zwei Teilnehmer das Spiel um Platz Drei im Satzsystem auf 3 Gewinnsätze bestreiten. Für das Satzsystem sind 60 Figuren so in 6 Sätze á 10 aufgeteilt, dass jeweils 75 Punkte erreicht werden können. Das 15-köpfige Teilnehmerfeld musste auf den amtierenden Deutschen, Europa- und Vize-Weltmeister Thomas Ahrens aus Hannover verzichten. Ahrens hat sich in der vergangenen Woche einen Außenbandriß zugezogen und ist dadurch zu einer längeren Turnierpause gezwungen. So verblieb nur Jan Osterloh aus Hamburg, Achter der Europarangliste, als mit dem neuen Spielmaterial Erfahrener im Feld. Zu Beginn der Vorrunde konnten sich neben Bernd Singer noch Heinz Walter Kohlmeier, Waibstadt, Führender der Deutschen Rangliste und Altmeister Henry Schwed, Deutscher Meister von 1988, an die Spitze des Feldes setzen. Jan Osterloh und Franz Heigl, Ingolstadt, Deutscher Vizemeister, erwischten einen denkbar schlechten Start. Während sich Jan Osterloh noch am ersten Tag auf Platz 3 vorarbeiten konnte, ging Franz Heigl lediglich als 11. der Zwischenwertung in die zweite Runde. Stefan Galla, amtierender Deutscher Meister Dreiband vom BSC Hasselt, konnte an das gute Ergebnis seines ersten Artistique-Billard-Turnieres im Sommer in Hannover anknüpfen und belegte einen Mittelfeldplatz. Im Laufe des zweiten Turniertages setzte sich Singer immer deutlicher vom Feld ab und hatte in der Endwertung mit 352 Punkten ein Ergebnis erreicht, das im internationalen Vergleich für einen Spitzenplatz reicht. Dieses Resultat sollte ihn dazu bewegen, nach mehrjähriger Abstinenz wieder an den Europa-Grand-Prix-Turnieren teilzunehmen. Auch der zweitplazierte Heinz-Walter Kohlmeier muß mit 320 Punkten die internationale Konkurrenz nicht fürchten. Mit für ihn enttäuschenden 288 Punkten, weniger als 60 % der möglichen 500 Zähler erreichte Jan Osterloh den dritten Rang, knapp vor Franz Heigl mit 278. Heigl hatte von den letzten 10 Figuren 8 gelöst, sich damit vom 7. auf den 4. Platz vorgearbeitet und das kleine Finale erreicht. Für den Lokalmatador Stefan Galla reichte es mit 245 Punkten für den 8. Platz der 68er-Wertung. Ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. Wenn er beim nächsten Turnier Anfang Dezember in Eschweiler ähnlich erfolgreich ist, qualifiziert er sich für die Deutsche Meisterschaft am letzten Adventswochenende in Bottrop. Der Endstand nach 68 Figuren:
(off. Deutscher Rekord: 345P., off. Weltrekord: 374P.) Insgesamt war es von der Prozentzahl der gelösten Figuren eines der besten Turniere in der mittlerweile 12-jährigen Geschichte des Deutschland Artistique-Cup. Die großte Überraschung war sicherlich die hervorragende Leistung von Rückkehrer Pierre Ponsing aus Saarbrücken, der erst im letzten Durchgang von Franz Heigl noch vom vierten Platz verdrängt werden konnte. Das „kleine Finale“ am Sonntagvormittag schien eine klare Sache für Jan Osterloh zu werden. Er hatte bereits 2 der für den Sieg nötigen 3 Sätze gewonnen und lag im dritten auch bereits in Führung, als Franz Heigl die letzte Figur des Satzes, einen Zugball mit Höchstwertung von 10 Punkten, im dritten und letzten Versuch lösen konnte und somit eine weitere Chance erzwang. Die beiden folgenden Sätze gewann Heigl jeweils knapp und konnte zum ersten Mal den Hamburger im direkten Vergleich bezwingen. Im Finale ließ sich Bernd Singer nur kurz in Bedrängnis bringen und gewann die Partie gegen Heinz-Walter Kohlmeier deutlich mit 3:1 Sätzen. Gegen 15:00 Uhr beschlossen BSC Hasselt 94 – Vorstand Andre Wanders und Turnierleiter Franz Heigl die Veranstaltung mit der Pokalverleihung. Als Fazit bleibt, dass die deutschen Billardartisten die überfällige Umstellung des Spielmaterials von Elfenbeinbällen auf Super Aramith Demonstration offenbar problemlos vollzogen haben und mit dem BSC Hasselt 94 ein Austragungsort gefunden wurde, der sich für die Zukunft und für größere, auch internationale Veranstaltungen empfohlen hat. (fh) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||