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Luftbetriebener Blumentopffilter für Zuchtaquarien

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung

Dieser Filter ist weder von mir erdacht worden noch ist er neuartig. Ich sah ihn bei Fischzüchtern vielfach im Einsatz, wo er viele Vorteile aufweist. Inzwischen habe ich ihn auch nachgebaut und erfolgreich in Betrieb genommen. Da ich den Filter noch nicht dokumentiert gefunden habe, hole ich dieses hier nach.

2. Funktionsbeschreibung

Der Filter ist in Bild 1 im Schnitt dargestellt.

Blumentopffilter im SchnittBild 1: Funktionsweise des Blumentopffilters

Ein Standrohr aus Kunststoff, das unten aufgespreizt ist, steht senkrecht auf dem Boden des Blumentopfes. Der Blumentopf ist mit porösem Filtermaterial bis zum Rand hin gefüllt. Das Filtermaterial hält gleichzeitig das Standrohr in seiner senkrechten und zentrischen Stellung im Topf. Von oben wird in das Standrohr ein Luftschlauch bis zum Boden hin eingeschoben. Eine Befestigung des Schlauches im Standrohr erübrigt sich. Die ganze Topfeinheit wird nun auf den Boden des Aquariums abgesenkt und steht somit voll unter Wasser. Jetzt beginnt man mittels einer Membranpumpe Luft durch den dünneren Schlauch in das Standrohr zu pumpen. Als Folge davon steigen Luftblasen aus dem Standrohr empor. Sind die Luftblasen groß genug im Vergleich zum Innendurchmesser des Standrohrs, transportieren diese zwischen sich Wasser nach oben aus dem Standrohr heraus. Wasser, das aus dem Blumentopf ständig heraustransportiert wird, muß natürlich wieder in den Topf hinein fließen. Das tut es auch, und zwar über die große Topföffnung (dicke blaue Pfeile), durch das poröse Filtermaterial hin zum aufgeschlitzten Ende des Standrohrs. Von hier wird es von den Luftblasen wieder in Empfang genommen und am oberen Ende des Standrohrs wieder ins Beckenwasser gepumpt.

Beide Teile, der dünne Schlauch und das Standrohr, sind nichts anderes als eine luftbetriebene Wasserpumpe, auch Luftheber genannt - also nichts Neues. Auf dem Weg durch das Filtermaterial passiert das gleiche mit den Wasserinhaltsstoffen wie in einem Mattenfilter oder in einem externen Filtertopf: Ammonium/Ammoniak werden über Nitritt zu Nitrat umgesetzt.

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3. Bau des Filters

Der beschriebene Filter ist für ein 50 l Zuchtaquarium vorgesehen.

Blumentopf und StandrohrBild 2:Blumentopf mit Steigrohr

Man nehme...
... einen Ton-Blumentopf von etwa 9 cm Durchmesser (Standardtopf) und klebe das Loch im Boden mittels Aquarium-Silikon und einem Kunststoffplättchen zu. Das Standrohr besorgt man sich aus dem Baumarkt. Hier gibt es Kunststoffrohre für die Elektroinstallation in den verschiedensten Größen. Geeignet wäre ein Durchmesser von etwa 10 mm. Die Länge des Standrohrs wird bestimmt durch den Anteil der im Topf verschwindet (ca. 6 cm) plus der Länge der abgespreizten Lappen (ca. 2 cm) plus dem Teil, der aus dem Topf herausragt (ca. 10 cm). Für den oben genannten 9 cm Topf macht das zusammen etwa 18 cm aus. Die Länge außerhalb des Blumentopfes, hier 10 cm, hängt davon ab, welcher Wasserstand im Becken vorliegt. Ich habe die Länge so ausgelegt, daß sie einige cm unter der Wasseroberfläche endet. Das hat den Vorteil, daß das geförderte Wasser weiter weg von der Ansaugstelle wieder ins Becken zurückfließt, also keinen "hydraulischen" Kurzschluß für den Filter bildet. Weiterhin ist es für die Wasserfördermenge vorteilhaft, wenn sich die Luftblasen auf einer längeren Strecke zu größeren Einheiten vereinigen können. Der Schlauch für die Luftzufuhr hat bei mir einen Außendurchmesser von 7 mm. Er sollte nicht zu dünn sein, da sich sonst zu kleine Luftblasen am Austritt bilden, die dann keine Wasserförderung bewirken.

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Filter zusammengebautBild 3: Zusammengebauter Blumentopffilter

Das nächste Bild zeigt den zusammengebauten und mit Filtermaterial gefüllten Filter. Als Filtermaterial habe ich poröses Lavagestein zu kleinen Stückchen zerschlagen. Ich hatte mir mal vom Ätna vor vielen, vielen Jahren so etwas mitgebracht, nicht ahnend, daß ich das Gestein auch nutzbringend anwenden könnte. Sonst eignen sich natürlich die im Fachhandel angebotenen porösen Filtermaterialien in Steinform. Sollte man aufgehärtetes Wasser benötigen, kann man gleich unter das Filtermaterial noch kalkhaltige Steine mischen.

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4. Vorteile des Filters

Diese Art der Filterung eignet sich besonders gut für kleine Zuchtbecken, die keine Pflanzen haben und stark durch Futter belastet werden. Die Luft bringt den notwendigen Sauerstoff ins Wasser, da Pflanzen, wie erwähnt, meistens fehlen. Wenn der Filter verstopfen sollte, zieht man den Luftschlauch aus dem Standrohr und holt den Blumentopf aus dem Wasser. Man kippt das Filtermaterial aus, reinigt es und füllt es neu in den Blumentof ein. Dann wird der Topf wieder ins Becken gestellt, der Luftschlauch in das Standrohr gesteckt und schon läuft wieder alles - ohne Ansaugen oder sonstige Maßnahmen.

Noch ein Vorteil: Man benötigt keine zusätzliche Elektropumpe - Luft macht's möglich!

 

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