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Karl Heinz Rieder:
Nähnadeln in Paläolithikum und Latène

 
Nähnadel aus Kemathen
"Bereits zur Zeit des Magdalénien, vor etwa 15 000 Jahren, gab es Nadeln
aus Knochen, deren Herstellung eine hohe Geschicklichkeit erforderte.
Den Rohstoff dazu lieferten in der Regel Vogelknochen, die aufgrund ihrer
Materialeigenschaften besonders geeignet waren.
Mit Hilfe eines Steinwerkzeugs wurde ein Span herausgetrennt, dieser dann
weiter bearbeitet, wobei es einer besonderen Fertigkeit bedurfte, ein Öhr
mit einem Durchmesser von oftmals weniger als 1 mm einzuschneiden. ...

Erstaunlicherweise verschwindet dieses Instrument für mehrere Jahrtausende aus dem Werkzeugrepertoire. Erst aus der Hallstattzeit gibt es wieder zahlreiche Belege für Nähnadeln, die sich in breitgefächerten Variationen bis heute verfolgen lassen."

Frühlatènezeitliche Siedlung nördlich von Kemathen, Altmühltal:
Aus einer Abfallgrube eine Bronzenadel, 9,2 cm lang, Dm 1 mm,
am Öhr geringfügig erweitert, Verjüngung zur Spitze hin;
wohl infolge des Gebrauchs leicht gebogen.
Im Öhr Fadenreste.


Rieder, Karl Heinz
Das Archäologische Jahr in Bayern 1990, S. 67-68.


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