Jahrelange intensive Kontakte münden in Städtepartnerschaft
- Seit Jahren gibt es intensive Kontakte zu Opole, nicht zuletzt durch einen Vertrag zwischen den vier Städten Carrara, Grasse, Ingolstadt und Opole, der im Oktober 2000 in Grasse von den vier Oberbürgermeistern unterzeichnet wurde. Das auf dieser Grundlage erstellte Städtenetzwerk hat zu einer besonderen Beziehung zwischen Ingolstadt und Opole geführt. So wurde Opole in den letzten Jahren wie eine Partnerstadt behandelt, d.h., bei allen Einladungen zu Veranstaltungen, die an Partnerstädte gerichtet wurden, wurde auch die Stadt Opole berücksichtigt. Zwischen der Gnadenthal-Realschule und dem Publiczne Gymnasium Nr. 7 besteht seit 18. Oktober 2001 eine Schulpartnerschaft; es findet jährlich ein Austausch zwischen den beiden Schulen statt.
- 2005 fanden im Rahmen des 5-jährigen Bestehens des 4-Städte-Vertrages in Opole Sportspiele statt, an denen sich die vier Städte beteiligten.
- Der Ingolstädter Stadtrat hatte einstimmig eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Opole beschlossen. Am 4. November wurde nun der Partnerschaftsvertrag zwischen Opole und Ingolstadt im historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses unterzeichnet. Dazu reiste eine Delegation mit dem Bürgermeister, Präsident Ryszard Zembaczynski, an der Spitze nach Ingolstadt. Auch der Grasser Bürgermeister, Jean Pierre Leleux, wohnte mit einer Delegation der Unterzeichnung bei.
- Opole (ca. 130.000 Einwohner) an beiden Ufern der Oder, liegt am nordöstlichen Rand der Schlesischen Tiefebene und ist die Partnerstadt von Grasse/Frankreich. Die Stadt, mit Ingolstadt freundschaftlich verbunden, liegt an einem wichtigen Verkehrsweg, der aus Westeuropa in die Ukraine und nach Russland führt. Opole ist die Hauptstadt des gleichnamigen Wojewodschaft (vergleichbar mit einem Bezirk) und hat die Funktion eines regionalen Administrations-, Kultur- und Wissenschaftszentrums. Durch die EU-Osterweiterung gewinnt die Industriestadt (Baustoff-, Möbel- und Textilindustrie) immer mehr an Bedeutung.
- Opole liegt ca. 70 km östlich von Breslau (Wroclaw) auf halbem Weg nach Kattowitz, am nordöstlichen Rand der Schlesischen Tiefebene . Die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Oberschlesien ist Zentrum eines Gebiets der deutschen Minderheit sowie Erzbischofsitz. Mit ca. 130.000 Einwohnern ist Opole, das frühere Oppeln, nur unwesentlich größer als Ingolstadt, aber vollkommen anders strukturiert: Mit nahezu 35.000 Studenten verfügt die Stadt an der Oder über ein ganz anderes Profil als die moderne Industriestadt an der Donau, demgemäß ist das Stadtbild, obgleich äußerlich gar nicht so unähnlich unserem mittelalterlichen Stadtkern, geprägt von einer jungen intellektuellen Szene mit entsprechender Kneipen- und Freizeitkultur.
- Die Stadt war von 1816 bis 1945 Hauptstadt des preußischen Regierungsbezirks Oppeln, 1919 bis 1938 auch Verwaltungssitz der Provinz Oberschlesien. Dementsprechend häufig stößt man noch heute auf historischen Fotos oder Abbildungen auf deutliche Spuren der deutschsprachigen Vergangenheit. Nicht zuletzt durch eine Sonderregelung nach 1945, die vielen Deutschstämmigen ein Bleiberecht einräumte, erhielt sich in und rund um Opole bis heute eine deutsche und oberschlesische Minderheit.
- Die ersten freundschaftlichen Bande wurden vor über fünf Jahren durch die Ingolstädter Partnerstadt in Südfrankreich, Grasse, geknüpft, mit der Opole seit mehr als 40 Jahren eine recht aktive Städtepartnerschaft unterhält. Seitdem beteiligte sich Opole beispielsweise bereits zweimal an der MIBA und mehrfach an den Internationalen Sportspielen der Städte Carrara, Grasse, Ingolstadt und Opole.
Der Partnerschaftsvertrag im Wortlaut:
- Die Stadt Opole, vertreten durch Herrn Präsident Ryszard Zembaczynski, und die Stadt Ingolstadt, vertreten durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann, schließen folgenden Partnerschaftsvertrag:
- Durch den gemeinsamen Pakt der Freundschaft zwischen den Städten Carrara, Grasse, Ingolstadt und Opole ist in den vergangenen Jahren der Kontakt zwischen Opole und Ingolstadt kontinuierlich gewachsen und hat an Intensität gewonnen. In der Absicht, diese bestehende Beziehung weiter zu vertiefen, vereinbaren wir eine enge freundschaftliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit für die Zukunft.
- Durch diese gemeinsame Vereinbarung sollen freundschaftliche Begegnungen und das Verständnis für die Kultur des Anderen zwischen den Bürgern der beiden Städte gefördert werden. Insbesondere sollen kulturelle Maßnahmen in den Bereichen der Musik, der Kunst, der Literatur, der Folklore, des Theaters und die Durchführung sportlicher Begegnungen unterstützt werden.
- Besondere Bedeutung soll im Rahmen der Partnerschaft der Schüler- und Jugendaustausch haben. Das Entstehen von Schulpartnerschaften soll von beiden Städten nachhaltig gefördert werden.
- Ziel der Partnerschaft ist es, die Kooperation und Freundschaft zwischen Organisationen und Vereinen zu stärken, so dass die Einwohner beider Städte in direkten Kontakt zueinander kommen.
- Der Austausch von Erfahrungen im Bereich der kommunalen Dienstleistungen soll im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten gefördert werden.
- Die wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere hinsichtlich umweltfreundlicher Technologien soll intensiviert werden.
- Die Durchführung gemeinsamer, ausgewählter europäischer Programme und Projekte, die den Bedürfnissen beider Städte entsprechen, wird angestrebt.
- Wir haben die Hoffnung und Erwartung, dass die Kontakte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern von Ingolstadt und Opole im Geiste der Freundschaft einen Beitrag zur Verständigung zwischen beiden Völkern und zur Sicherung des Friedens und der Freiheit in einem gemeinsamen Europa darstellen.
- Ingolstadt, den 4. November 2005
- Dr. Alfred Lehmann
- Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt
- Ryszard Zembaczynski
- Präsident der Stadt Opole
- IN Newsletter vom 08.11.2005
- Siehe auch:
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