Logo KS Kurt Scheuerer - Materialsammlung zum Ethikunterricht
Koran
Das Gleichnis "Frau - vorbereitetes Feld"

 
In Sure 2, 218 ff. befinden sich Anweisungen des Gottes über diese Welt und das Jenseits.
In 219 über den Wein und das Glücksspiel, in 220 über die Waisen, in 221 über heidnische Frauen und Männer, in 222 über die Menstruation, in 223 über das Zusammenkommen in der Ehe, in 224 über Eide. Dann folgen ausführliche Anweisungen über die Scheidung.
In jedem Falle wird dem Befolgen dieser weltlichen Regeln eine spätere Belohnung durch den Gott in Aussicht gestellt. Das Weltliche ist ein Merkzeichen für das Religiöse: "Er macht den Menschen Seine Zeichen klar, damit sie sich erinnern" (2, 221).
Z.B. in 222 die Menstruation:
... kommt ihnen nicht zu nahe, bis sie rein sind,
und wenn sie sich gereinigt haben, dann kommt zu ihnen, wie Allah es euch aufgetragen hat,
Allah liebt ja die reuig Umkehrenden und liebt die sich Reinigenden.


Koran, zweite Sure, 223:

Foto: Kurt Scheuerer

Eure Frauen sind für euch wie ein Acker.
Gehet daher zu eurem Acker, wie ihr wollt;
aber schicket etwas zuvor für eure Seelen und fürchtet Allah und wisset, dass ihr ihm begegnen werdet.
Und verkünde den Gläubigen frohe Botschaft.


Foto: Kurt Scheuerer
Eure Weiber sind euer Feld-Bau (Tillage, Ackerwerck).
Gehet demnach zu eurem Feld-Bau hinein,
auf was vor Art es euch gefället;
Und verrichtet erst einiges Werck, das euern Seelen nützlich sein mag,
und fürchtet GOtt, und wisset, daß ihr für Ihm erscheinen müsset;
Und bringet den Gläubigen gute Bothschafft.

 

Koranübersetzung von 1746 aus der Offiziersbücherei
des 10. Inf.-Regiments Prinz Ludwig in Ingolstadt.
(Wissenschaftliche Bibliothek Ingolstadt G 266)

 


Kommentar:

222 gibt eine Einschränkung für einen Besuch von Mann und Frau innerhalb der Ehe: Wenn die Frau unwohl ist, solle man das berücksichtigen.

Acker im Frühjahr. Foto: Kurt Scheuerer

Mit dem Wort "Acker" ist in 223 das arabische Wort "teahrizil Hakl" gemeint, eine Bezeichnung für ein gepflügtes, saatfähiges Ackerland, ein zur Aussaat wohl vorbereitetes Feld.
So sorgfältig der Umgang des Mannes mit dem fruchtragenden Boden sein soll, so fürsorglich solle er also auch seine Ehefrau behüten und beschützen. Hier wird auf die unterschiedlichen Aufgaben- und Lebensbereiche von Mann und Frau eingegangen, die Familie gilt traditionell als die Welt der Frau, Arbeit und Schutz als die des Mannes.
Der Mann soll in Liebe zu seiner Frau kommen, und deren Einverständnis beachten - das "wie ihr wollt" ist ausdrücklich in der Mehrzahl abgefasst.
Dieser Besuch ist - wie der Nachsatz zeigt - auch als eine dem Gott wohlgefällige Handlung zu betrachten, die Freuden der Ehe sollen dem Menschen ein Zeichen für die Freuden des Paradieses sein.
Das weltliche Leben sei durchdrungen von Religion, das Diesseitige sei eine Vorbereitung auf das Jenseitige.

Bitte, teilen Sie Ihre Meinung dem Autor mit: mailto:scheuerer@bingo-ev.de

Kurt Scheuerer, 2004

 


Siehe auch:
  • Materialien zum Ethik-Unterricht
  • Gespräch mit dem Hoca

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