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Materialsammlung zur Mythologie
Taranis ?, Kreuzquinar aus Manching, 1. Jh. v.Chr. (Ideal-Zeichnung)
Zur Geburt
bedeutender Personen

 
Geburt und Tod

Geburt und Tod, die beiden entscheidenden Übergänge im Leben eines Menschen, waren in der Vorgeschichte immer wieder Thema von Mythen und Erzählungen. Mehrfach wird von Besonderheiten bei Zeugung oder Geburt von Göttern oder besonderen Menschen berichtet.

Zeus erschien als Goldregen oder Nebel, Athena wurde aus seinem Haupt geboren, Mithras aus einem Felsen.
Besonders im Mittelmeerraum wurde großer Wert auf herausragende Vorzeichen bei Geburten gelegt. Es war orientalische Tradition, hieraus auf das zukünftige Leben zu schließen.


Beispiele

Die Geburt an der Palme

Im Homerischen Hymnos an Apollon wird die mühevolle Geburt des Gottes erzählt:

... Da Eileithyia, die Helferin, Delos betreten,

Wirkten die Wehen gewaltig, es nahte Leto's Entbindung.
Mit den Armen umschloß die Göttin den Palmbaum; die Füße
Stemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. Mächtig
Sprang an's Licht der göttliche Sohn, es jauchzten die Frauen, ...

Die 19. Sure des Koran - Maria - schildert einen ähnlichen Vorgang bei der Geburt des Propheten Jesus:

Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück.
Und es überkamen sie die Wehen an dem Stamm einer Palme.
Sie sprach: "O dass ich doch zuvor gestorben und vergessen und verschollen wäre!"

In der Eck-Bibel - Luce. Das II. Capitel - wird ebenso wie vorher eine Geburt in erbärmlicher Lage geschildert:

Vnd es geschach / dieweil sie do selbst waren/ kam die zeit das sie gebaeren solt/ vnd sie gebar ihren erst gebornen Sune/ vnd wickelt jn in windel: Vnd leget jn in ain krippen/ dan sie haeten sunst kain stat in d'herberg.

In der Herberge hatte sich kein geeigneter Platz für das Neugeborene gefunden, so dass es in eine Krippe gelegt werden musste.
Alle die Ausschmückungen der späteren Zeiten fehlen hier: Kein freies Feld, kein Stall und weder Ochs noch Esel.
Das Kind war einfach, aber liebevoll von seiner Mutter umsorgt worden.
Dies zeigt uns, dass in diesen Erzählungen die Mutter besonders hervorgehoben wird. Ihre Entbehrungen und ihre aufopfernde Fürsorge für das Neugeborene werden betont.
Auch in den folgenden Teilen seines Berichts wendet sich der Evangelist Lukas besonders der Rolle der Gottesmutter zu. Die weiteren Evangelien haben andere Zielsetzungen, in ihnen fehlt daher auch die Geschichte von der Geburt.

Auch ein rein technisches Detail ist den ersten beiden Beschreibungen zu entnehmen: Die Geburt fand an einer Palme statt. Die Mutter hat ihr Kind also entweder im Stehen oder im Sitzen bekommen.

Hierfür gibt es in der Völkerkunde mehrfache Belege.

Auch die Bibel erwähnt eine Sitzgeburt:

Genesis 30
Rachel sah, daß sie dem Jakob keine Kinder gebar. ...
... "Hier hast du meine Leibmagd Bilha! Gehe zu ihr! Sie soll auf meinen Knien gebären, damit auch ich durch sie zu Kindern komme!"
(Bilha gebar zwei Söhne.)

Auch der Tod wurde oftmals als Übergang in ein neues, andersartiges Leben empfunden.

Hervorragende Menschen erhielten besondere Bestattungen.
Die Existenz im jenseitigen Leben erschien verschwomen und unklar, die großen Mysterien-Kulte versuchten, hierüber Auskunft zu geben.

Erst das Christentum gab klare Antworten auf diese grundlegenden Fragen der Menschen.

Weihnachten und Ostern spiegeln die beiden fundamentalen Inhalte des christlichen Glaubens wieder: Die Menschwerdung Gottes und die, durch die Auferstehung gezeigte, fortdauernde Existenz unserer Seelen.

Kurt Scheuerer, 1997


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