- Das Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg
- bietet am Sonntag, 27.02.2000 um 14 Uhr,
- einen knapp einstündigen Diavortrag des Münzexperten des Ingolstädter Stadtmuseums
- über die Entwicklung der Münzprägung von den Anfängen bis zur Gegenwart.
- Im Anschluss daran darf jeder Teilnehmer selbst kräftig den Hammer schwingen und eigenhändig Münzen nach althergebrachter Art prägen.
- Da diese Tätigkeit besonders den Kindern großen Spaß macht, wird aus Sicherheitsgründen kein Prägemetall sondern weicher Karton verwendet, welcher das antike Münzbild gut hervortreten lässt.
Münzenprägen im Museum bringt Falschgeld in Umlauf
Aktionsnachmittag auf der Kipfenberger Burg
- Kipfenberg (gfs)
- Nach antikem Vorbild konnten die Besucher des Römer- und Bajuwaren-Museums auf der Kipfenberger Burg am Sonntagnachmittag Münzen prägen.
Im Rahmen der Aktion fand auch ein Vortrag über die Entwicklung der Münze statt.
Als Fachmann konnte Kurt Scheuerer aus Ingolstadt gewonnen werden.
Scheuerer ist von Berufs wegen Lehrer und widmet sich schon seit Jahren seiner großen Leidenschaft, der Münzforschung.
Seine größte Leistung dürfte die Einrichtung des Münzkabinetts im Ingolstädter Stadtmuseum sein.
- Für die Münzprägeaktion hatte Scheuerer zwei Stempel (Prägebolzen für Münzen) besorgt.
So konnten die zahlreichen Kinder unter Anleitung ihre eigenen Münzen prägen.
Man konnte wählen zwischen einer keltischen Münze aus dem 1. Jahrhundert vor Christus und einer mittelalterlichen Münze aus dem 13. Jahrhundert, die zu den ersten Münzen Ingolstadts zählt.
Auch schon damals, so Scheuerer, gab es Versuche, Münzen zu fälschen.
Eine einfache Methode war, einen Kupferkern mit Goldfolie zu beziehen.
So durften die Kinder auf der Burg auch "Falschgeld" herstellen.
- In seinem Diavortrag erklärte Scheuerer die Entwicklung der Münze von ihren Anfängen bis in die Neuzeit.
Zum ersten Mal tauchte Münzgeld als Tauschinstrument ungefähr 700 vor Christus in der heutigen Türkei auf.
Von dort aus kam das Münzprägen über Libyen nach Europa zu den Kelten.
Doch in ihrer Anfangsphase gab es noch zahlreiche Probleme mit den Münzen.
So war beispielsweise der Nennwert einer einzelnen Goldmünze viel zu hoch, um damit im Alltagsgeschäft bezahlen zu können.
Die Folge war, dass sich zu der Goldmünze auch Geldstücke aus Silber und Bronze gesellten.
- Die Bildnisse auf den Münzen waren in der Antike von verschiedener Art:
Meist waren darauf jedoch Porträts von Herrschern oder Bilder von Tieren abgebildet.
Auch die erste Ingolstädter Münze zeigt ein Einhorn, umrahmt mit dem Aufdruck ING für Ingolstadt.
- Auch die Technik zur Herstellung von Münzen änderte sich im Lauf der dreitausendjährigen Münzgeschichte.
- Während man in der Antike und im Mittelalter mit einer Einzelprägetechnik mittels Hammer und Stempel arbeitete, wurde in der frühen Neuzeit das Prägewalzen entwickelt.
- Was noch vor Jahrhunderten handwerkliches Geschick und vor allem menschliche Muskelkraft erforderte, wird heute natürlich von großformatigen Prägemaschinen erledigt.
Doch auch wenn vor allem in den letzten Jahren der bargeldlose Zahlungsverkehr in Mode kam, werden sich auch die Münzen in den kommenden Jahren kaum aus der Gesellschaft verdrängen lassen.
Wegen ihrer praktischen Handhabung haben sie bereits eine 3000-jährige Geschichte hinter sich.
- Eichstätter Kurier. Seite 21, DK Nr. 49, Dienstag, 29. Februar 2000
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