wieder privat bewohnt und ist daher möglicherweise
versperrt.
Links vor dem Haupteingang sehen wir den derzeit algen-
überwucherten Schloss-Teich. Vor einigen Jahren war das
Wasser noch frei und man konnte die von unten aufstei-
genden Wasserströmungen darin sehen.
Nun haben sich die Quellen zum Teil verlagert.
Auf der Rückseite des Schloss-Bereichs entspringt seit
langem unmittelbar neben dem Schuttertal-Entwässerungs-
graben eine kleine Quelle.
Und vor einigen Wochen erst bildeten sich im Keller des neu-renovierten Hauses rechts hinten im Hof erste Wassertropfen an der Kellerwand, seither nimmt dort die Stärke der neuen Quelle zu.
Bei den Ausgrabungen war damals festgestellt worden, dass sich genau an dieser Stelle außerhalb des Kellers eine versinterte Mittelalterschicht auf dem Stein befand.
Das Tiefenwasser aus den Karst-Schichten steht unter Druck und steigt innerhalb der Klüfte des Massenkalk-Gesteins hoch.
Siehe auch: Geologische Animation zur Entstehung dieser Quellen.
Quellen als Stätten der Begegnung
Mitten im ausgedehnten Sumpfland liegt dieser, frisches Quellwasser führende "nasse Stein".
Und dieses sicherlich auch schon zur Zeit der Neandertaler, die diesen Ort bereits als Lagerplatz genutzt hatten.
Ebenso lebten hier auch Jäger und Fischer der waldreichen nacheiszeitlichen Periode des Mesolithikums und die frühen Bauern der Bandkeramik.
Dass Quellen als Treffpunkt der Menschen und als Ort des Zusammenseins dienen, zeigt auch das chinesische Schriftzeichen für Quelle oder Brunnen #, welches wohl von der rechteckigen Einfassung durch vier Balken abgeleitet ist.
Es hat auch die Bedeutung des miteinander Sprechens, der sozialen Zusammenkunft.
Hierzu gibt es auch vielfältige Beispiele aus der Bibel.
Im vorgeschichtlichen Europa sind Quellen oft von Quellnymphen oder Nixen bewohnt.
Diese sind den Menschen durchwegs freundlich gesonnen und zeigen sich ihnen gelegentlich.
Durch ihr hohes Alter besitzen sie große Weisheit.
Manche verfügen über die Fähigkeit, zukünftige Dinge zu sehen (Hagen am Brunnen von Ettling), manche gewähren Heilung und Genesung.
Von einigen sind uns ihre Namen überliefert: Seine = Sequana, Altmühl = wohl "Alkmoi" und Schutter = wohl "Scutara".
Im Ort fahren wir an der romanischen Wehrkirche vorbei und folgen dem mit "Willibaldsruh" ausgeschilderten Weg bis zum Waldrand. Nach wenigen Metern zu Fuß sehen wir dann linker Hand bereits die Kapelle stehen.
Quellen als Stätten der Hilfe
Die in Privatbesitz befindliche Kapelle wurde im 19. Jh.
zu Ehren des Hl. Willbald, des Gründers des Bistums
Eichstätt, errichtet.
1987, als dessen 1200. Todestag feierlich begangen wurde,
war die Kapelle - jetzt Willibaldsruh genannt - ein Ort
feierlicher Verehrung. Noch im Folgejahr kamen am
Patronatstag, dem 7. Juli, etwa 1000 Pilger dorthin, wobei
auch ein Kind dort getauft wurde.
Um den Stein neben der Kapelle ranken sich verschiedene
Sagen. Zum einen soll sich der Hl. Willibald auf einer
Wanderung dort mit seinem Esel am Wasser erquickt, zum
anderen aber soll sein Pferd durch Hufschlag die Löcher im
Stein - und damit eine nie versiegende Quelle - geschaffen
haben.
Im Attenfelder Forst befinden sich noch weitere solcher Steine, deren Löcher u.a. durch die, durch Laubfall hervorgerufene humose Säure geschaffen wurden.
Siehe auch:
Weitere Beispiele zum Schlagen von Quellen - aus der Bibel und der Ingolstädter Region
Dort gehen wir in den Wald hinein und halten uns dann halblinks immer bergaufwärts.
Nach fast einem Kilometer sehen wir links ein von einem Dachs bewohntes Hügelgrab und rechts, gleich dahinter, eine große und tiefe Doline.
Hier ist früher einmal ein unterirdischer Hohlraum eingebrochen, was in unserem Kalkgebirge sehr häufig ist.
Wenige hundert Meter weiter kommen wir zu einer Felsgruppe, genannt Hoher Stein.
Mit dem Ende der Jurazeit war das Meer verschwunden, das Kalkgestein war in der unteren Kreidezeit der starken Verwitterung des Landklimas ausgesetzt.
Es bildeten sich in einer Karstlandschaft vor 140 bis 100 Millionen Jahren viele Spalten, in welche dann Sedimante von Flüssen eingeschwemmt wurden, z.T. vom Bayerischen Wald, z.T. von Keupergebieten im Norden.
Diese Sedimente verfestigten sich und bildeten den heutigen Quarzit aus.
Mit fortschreitender Verwitterung verschwand der umschließende Jurakalk, nur die widerstandsfähigeren Quarzite blieben als sogenannte Härtlinge stehen (selektive Verwitterung).
Auf unseren Hügelrücken befinden sich noch weitere derartige Felsbildungen aus Kreidequarzit.
Diese rechteckigen Wall-Anlagen hatten in Bayern wohl teilweise religösen Charakter, in Südwestdeutschland dagegen scheinen sie eher als Bauernhöfe genutzt worden zu sein.
Quellen, Höhlen und Löcher sind in der Bronzezeit im 2. Jahrtausend v.Chr. oftmals als Opferplätze genutzt worden.
Sie stellten, wie auch Beispiele aus der griechischen und keltischen Mythologie zeigen, Zugänge zur "Anderswelt" dar.
Dass dieser Platz in seiner Stille und Naturschönheit den Besucher in einer besonderen Weise anrührt, ist erkennbar.
Und in dieser Beziehung stellt er - ganz im Sinne des Eingangsbeispiels - einen Kraft-Ort dar.