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aar os
 

Die Geschichte von aar os beginnt als altes Volksheilmittel, der pulverisierten Eischale (Putamen ovi), für die vor etwa 70 Jahren zum ersten Male verläßliche industrielle Herstellungsverfahren entwickelt wurde.

Calcium ist nicht gleich Calcium

Dem nachfolgenden Zitat eines Anfang des 20. Jahrhunderts von Ärzten und Heilpraktikern geprägte Grundsatzes liegt eine empirisch erkannte Tatsache zugrunde:

»Für eine echte Kalktherapie ist organischer Kalk nötig und zwar ein Kalk, der von einer Pflanze oder einem Tier schon einmal resorbiert worden ist.«

Mehr als nur Mineralien

1 Dragee aar os enthält: Putamen ovi  440 mg. Es ist folglich die unmittelbare Zubereitung der Eischale und enthält neben Calcium in geringeren Anteilen weitere lebenswichtige anorganische wie auch organische Stoffe: Eisen, Fluor, Kalium, Silicea, Magnesium; außerdem Enzyme, Porphyrin, Sterine, Vitamin D3 und schließlich die Spurenelemente Kupfer, Molybdän, Mangan, Selen und Zink.

Vergleicht man die Beschaffenheit von Knochen und der Eischale des Gallus gallus domesticus, so findet man eine auffallend ähnliche Zusammensetzung der Mineralstoffe und Spurenelemente und auch bestimmter organischer Verbindungen wie Mukopolysaccharide.

Obwohl im Gegensatz zu Knochen die Eischale körperexternes Hartgewebe ist, sollte die Übereinstimmung der Substanzen nicht überraschen, denn während der Embryonalphase werden aus der Matrix der Eischale dem Skelettsystem des sich entwickelnden Kükens Mineralstoffe und Spurenelemente bereitgestellt. Schließlich leistet auch das Küken in seiner Entwicklung eine Osteoneogenese, die der von Säugetieren durchaus vergleichbar ist.

Bioverfügbarkeit von Calcium

Gerade weil es bei diesem Präparat nicht ausschließlich um die Resorption von Calcium geht, ist es von Belang, warum die Bioverfügbarkeit von Calcium zwar bei Verdauungsschwächen (besonders Subazidität) gemindert ist, die Löslichkeit der betreffenden Calciumverbindung in der Magensäure jedoch letztlich nicht entscheidend ist.

Entscheidend ist die Bindung an Begleitstoffe

Dagegen wird die Calciumaufnahme aus Nahrungsmitteln in der Hauptsache von den Begleitstoffen bestimmt. So hat beispielsweise das im Grünkohl gebundene Calcium eine größere Bioverfügbarkeit als die äquivalente Calciummenge aus Milch oder Calciumcarbonat.

Anwendungsgebiete

Die vom Hersteller angegebenen Anwendungsgebiete scheinen auf den ersten Blick für ein Calciumpräparat recht üblich.

  1. Knochentwicklungsstörungen, gestörte Knochenmarksfunktion und Blutbildung, Osteoporose, Zahnaufbaustörungen, Spasmophilie
  2. Knochenfraktur, Kallusbildung
  3. Kalkmangelerscheinungen während Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit
Bei genauerer Betrachtung fallen allerdings zwei interessante Punkte ins Auge: Blutbildungsstörungen und Spasmophilie. Damit wird ein Verständnis derjenigen Zusammenhänge zum Ausdruck gebracht, die ansonsten selten erwähnt werden. Diese beiden Indikationen weisen das Präparat nämlich implizit als allgemeines Frauenmittel aus: Krämpfe gehören zu den klassischen Symptomen einer Dysmenorrhoe und erhöhter Blutbildungsbedarf ist regelmäßige Tatsache des weiblichen Körpers. Dies begründet auch die klinisch positive Wirkung bei beginnenden klimakterischen Beschwerden, wie auch die Osteoporoseprotektion in der Postmenopause.

Die osteo-hämatopoetische Einheit

Daher ist auch erwähnenswert, daß im Vergleich zu aar os reines Calciumcarbonat keine signifikante Anregung der blutbildenden Tätigkeit des Knochenmarks bewirkt. Bei osteomalazie- bzw. osteoporoseähnlicher Schädigung konnten im Vergleich zu Calciumcarbonat durch aar os sowohl die Erythrozytenzahl als auch der Hämoglobingehalt nach 4 Wochen um mehr als 40 Prozent erhöht werden. Für die ungestörte hämatopoetische Funktion des roten Knochenmarkes scheint also mehr als lediglich eine strukturelle Qualität des Knochens nötig zu sein.

Stabilitätsgewinn höher als Zunahme des Mineralgehalts

Wie wichtig die über das Calcium hinaus gehenden Inhaltsstoffe sind, zeigt ein weiteres Ergebnis der experimentellen Vergleichsprüfung zwischen aar os und reinem Calciumcarbonat. Im Vergleich zu reinem Calciumcarbonat stiegen dabei:

Diese Zahlen deuten überzeugend darauf hin, daß mit der Eischale die Knochenfestigkeit um fast das Dreifache zunimmt, als die Summe der eingebauten Knochenbaustoffe.

Osteogenese und Osteoneogenese

Die durch dieses Präparat beschleunigte Ausbildung der Gelenkpfanne nach Korrektur einer angeborenen Hüftluxation legt nahe, daß neben der Fähigkeit der Eischale, dem Hühnerembryo die zur Skelettbildung nötigen Substanzen zu liefern, auch eine formgebende Komponente ins Spiel kommt, die im Zuge der Herstellung von aar os nicht verloren gegangen ist.

Diese Eigenschaften liegen wahrscheinlich auch der günstigen Wirkung gegen Osteoporose zugrunde (nach durchschnittlich 300 Tagen ein Knochendichtezuwachs von über 9 Prozent), bei der es im Gegensatz zu banalen Materialmangeltheorien doch vielfach um Formerhaltung bzw. neue Formgebung geht. Besonders wenn bereits Perforationen vorgefallen sind, muß das erfolgreiche Osteoporose-Therapeutikum zur Osteogenese in der Lage sein.
 
 
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