Bürgerinitative zur Kontrolle der GSB

Gründung der Bürgerinitiative zur Kontrolle der GSB im April 1996


  1. Auslöser für die Gründung einer Bürgerinitiative war die Ankündigung, daß 1.900 t radioaktiv verseuchte Molke in Ebenhausen-Werk entsorgt werden sollten. Der Umweltminister, Dr.Thomas Goppel, hatte sich vorgestellt, daß er nur einmal kurz vor Ort erscheinen müsse, um die ohnehin schlafende Bevölkerung zu beruhigen und anschließend würde es in Ebenhausen-Werk, wie schon seit 20 Jahren, seinen gewohnten Gang gehen. Die Bevölkerung würde die zusätzliche Verbrennung von radioaktiven Stoffen ohne weiteres akzeptieren und den Dreck aus der Sondermüll-Verbrennungsanlage wie gewohnt weiter schlucken. Der Minister stellt sich dabei publizistisch äußerst ungeschickt an und er rechnete nicht damit, daß sich bereits ein gewaltiges Widerstandspotential in der Bevölkerung aufgestaut hatte.
  1. Der wichtigste Grund für die Gründung der Bürgerinitiative war jedoch die Sorge in der Bevölkerung über das bedrohliche Anwachsen eines Industriegiganten, der europaweit die giftigsten Abfälle, die denkbar sind, entsorgt und die Umwelt in der Umgebung äußerst negativ beeinflußt: bei derzeit

175.000 t Verbrennungskapazität pro Jahr

und einem Anfall von 10 m³ Abgasen pro kg Sondermüll

ergeben sich

1,75 Milliarden m³ Abluft pro Jahr, das entspricht

200.000 m³ Abluft pro Stunde, 3.329 m³ Abluft pro Minute

Wenn man sich die Größenordnung vorstellen will und einen Energieverbrauch von 3.000 l Heizöl für einen 5-Personenhaushalt pro Jahr annimmt, ergibt sich daraus eine Abluftproduktion in Ebenhausen-Werk wie von einer Stadt mit 300.000 Einwohnern, wobei die Stadt mit 300.000 Einwohnern überwiegend weitgehend "harmloses" Heizöl verbrennt, während in Ebenhausen-Werk das Giftigste vom Giftigsten entsorgt wird.

Zusammenfassung:

Die Bürgerinitiative wurde gegründet anläßlich der Molkeverbrennung; das damalige Schlagwort war: Das Maß ist voll. Im Hintergrund steht allerdings die Sorge um größte Konzentration von Sondermüllentsorgung in Bayern und Deutschland und vermutlich in ganz Europa.


 

Home
Home
Index
Index
Zurück
zurück
Weiter
weiter