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Technik im 1,5 m Becken

1. Vorbemerkung

Becken mit 1,5 m Länge sind nicht so verbreitet, sie haben nämlich einen Nachteil: Es gibt keine passenden Leuchtstoffröhren, um diese Länge voll auszuleuchten. Leichter tut man sich mit den Maßen von 1,3 bzw. 1,6 m, wobei handelsübliche Leuchtstoffröhren zur vollen Ausleuchtung zur Verfügung stehen.

Bei einem günstigen Angebot, solch ein Becken zu erwerben, konnte ich dennoch nicht widerstehen. Gründe waren ein guter Kompromiß zwischen einem vorhandenen 1 m und einem erträumten 1,6 m Becken bzgl. des Gesamtgewichtes für die Deckenbelastung in der Wohnung und der Bereitstellung von wöchentlichem Wechselwasser. Das Problem mit der Lampenlänge habe ich auch gelöst. Ich habe das Becken mit einem internen HH-Mattenfilter (MF) ausgerüstet und den Raum hinter der Matte als Technikraum deklariert, Bild 1. Hier befindet sich (fast) die gesamte Technik zum Betrieb des Beckens. Der beanspruchte Raum beträgt dabei 13 cm (incl. Matte), der natürlich vom eigentlichen Beckenraum abzuziehen ist; 1,37 m sind aber allemal genug für Fische und Pflanzen. Und nun der Trick mit der Beleuchtung: Ich habe den Leuchtbalken mit den beiden 1,2 m langen Leuchtstofflampen derart verschoben, daß die Lampen jetzt mittig über der Länge von 1,37 m stehen. Damit habe ich praktisch die gleichen Lichtverhältnisse wie bei einem 1,3 m Becken. Der Raum über dem Mattenfilter ist jetzt dunkel, was mir nur recht sein kann.

Zuvor jedoch noch ein paar Bemerkungen zur Montage des Mattenfilters.

Becken-LängsschnittBild 1: Becken-Längsschnitt

In Bild 1 ist ein Längsschnitt durch das Becken dargestellt. Vor dem Filter habe ich vom Boden aus gemessen eine 8 cm hohe Trennplatte aus Glas quer durch das Becken geklebt. Der Sinn ist, den Sand zurückzuhalten, wenn die Matte, aus welchen Gründen auch immer, mal entfernt oder ausgetauscht werden muß. Die Rückseite der Matte ist mit einer Kunststoffplatte teilweise abgedeckt. Mit ihr reduziere ich die aktive Filterfläche auf das Maß, wie sie sich nach der Berechnung für Matten ergibt (Umwälzmenge ~ 1,5 - 2 mal Beckeninhalt / h und Strömungsgeschwindigkeit durch die Matte ~ 5 - 10 cm / Minute).

Mein Ziel war, möglichst wenig Technik einzusetzen (obwohl ich eigentlich ein Technik-Freak bin ;-) ), diese sollte aber sicher funktionieren und meine Wünsche abdecken. Nachstehend gebe ich eine Beschreibung der gefundenen Lösung.

2. Technikraum

In diesem Raum waren unterzubringen

Grundanordnung der U-PumpeBild 2: Grundanordnung der U-Pumpe

Bild 2 zeigt die Grundanordnung der U-Pumpe.Die U-Pumpe wurde, wie bei einem MF üblich, so eingebaut, daß die Druckseite durch den Filter in den Beckenraum geführt wird. Länge der Druckleitung zur gegenüberliegenden Seite ca. 1,4 m. Wie schon häufig anderweitig praktiziert, wollte ich die CO2-Anreicherung im Becken durch die U-Pumpe vornehmen lassen. In den Bildern 3, 4, 6 und 7 werden die Versuchsanordnungen hierzu dargestellt.

Erster Versuch

CO2 in Saugseite PumpeBild 3: CO2-Einspeisung in Saugseite U-Pumpe

CO2, etwa 60 Blasen/Minute, wird in den Ansaugstutzen der U-Pumpe geleitet, ausgeführt mittels einer Injektionsnadel, die auf den CO2-Schlauch gesteckt wurde (CO2 steht als Flaschengas zur Verfügung).
Ergebnis: Am Druckschlauchende im Becken entsteht ein Nebel von "Mikrobläschen". Wegen ihrer geringen Größe ist der Auftrieb im Wasser so schwach, daß sie durch das halbe Becken vagabundierten, ehe sie an der Oberfläche verschwanden. Die Zerhackung von CO2 durch das Pumpenrad ist sicher optimal, schön aussehen tut es aber nicht, wenn so ein Nebel entsteht.

Zweiter Versuch

CO2-Einspeisung in Druckseite U-PumpeBild 4: CO2-Einspeisung in Druckseite U-Pumpe

Die Injektionsnadel wird direkt hinter der Pumpe in den Druckschlauch gesteckt.
Ergebnis: Das CO2 wird ebenfalls gut aufgelöst und erscheint als Bläschennebel am Druckschlauchende. Jedoch ist der Nebel längst nicht so heftig wie beim ersten Versuch. Wenn man es nicht so genau nimmt, könnte man damit zufrieden sein. Leider nahm ich es genau...

Zum besseren Verständnis der nächsten Versuche wurde eine andere Darstellungsart gewählt.

Stirnansicht in TechnikraumBild 5: Stirnansicht in den Technikraum

Bild 5 zeigt das Becken in Stirnansicht mit Blick in den Technikraum, siehe Ansicht A in Bild 1. Rechts ist die U-Pumpe zu sehen (Druckseite befindet sich hinter der Pumpe), links der Heizstab.

Dritter Versuch

CO2 über CycloBild 6: CO2-Einspeisung über Cyclo mit separater Pumpe (CO2-Pumpe)

Da solch ein Blasennebel bei meinem alten Becken (mit Topffilter), wo CO2 mittels Cyclo-Reaktor eingeleitet wurde, nicht auftrat, versuchte ich es nun wieder mit dem Cyclo. Das bedingte jedoch eine zusätzlich Pumpe, um den Reaktor zu betreiben. Beides baute ich in den Technikraum ein. Die U-Pumpe förderte nun das mit Kohlensäure angereicherte Wasser in den Beckenraum.
Ergebnis: Perfekt! Kein Bläschennebel, gute Auflösung und Verteilung im Becken. Leider wurde die Technikausstattung damit auch größer, was nicht mein Ziel war. Trotzdem wäre ich bei dieser Lösung geblieben, wenn nicht Unvorhergesehenes eingetreten wäre.

Das Becken war erst ein paar Tage in Betrieb und befand sich natürlich noch nicht im Temperaturgleichgewicht. Ich bemerkte, daß die Temperatur langsam fiel und auch nicht durch Hochdrehen (bis zum Anschlag!) des Thermostaten am Heizer anstieg. Der Heizer schaltete immer nur kurz ein und blieb dann längere Zeit ausgeschaltet, obwohl er aufgrund der zu niedrigen Temperatur im Becken hätte ständig eingeschaltet bleiben müssen. Ich fand heraus, nachdem ich einen anderen Heizer probierte und der gleiche Effekt eintrat, daß die Ursache der fehlerhaften Funktion an zu geringer Wasserströmung um den Thermostaten lag. Hinter der Matte ist, wenn man das System richtig ausgelegt hat, die Strömung so gering, daß der Heizer nicht mehr genügend Frischwasser zur richtigen Funktion bekommt.
Ich versuchte nun, um nicht noch eine 3. Pumpe für den Heizer einbauen zu müssen, die Ansaugströmung der Cyclo -Pumpe zu benutzen, in dem ich die Öffnung der Saugleitung direkt neben dem Thermostaten anordnete. Das funktionierte etwa einen Tag, aus welchen Gründen auch immer, dann war wieder Schluß. Der Thermostat schaltete nicht richtig. Dann kam mir folgende Idee:

Vierter Versuch

CO2 in Saugseite CO2-PumpeBild 7: CO2-Einspeisung in Saugseite CO2-Pumpe

Der Cyclo wurde wieder entfernt und seine Pumpe umfunktioniert. Die Druckseite der Pumpe wurde auf den Thermostaten gelenkt und sorgte hier für viel Wasserbewegung. Die CO2-Einspeisung mit der Injektionsnadel befestigte ich nun auf der Saugseite der Pumpe. Die Pumpe erfüllte jetzt 2 Aufgaben, einmal eine tüchtige Wasserbewegung um den Thermostaten und zum anderen die Zerhackung der CO2-Blasen.
Ergebnis: Einwandfreie Funktion des Heizers und ausgezeichnete Zerstäubung der CO2-Blasen. Die Wassertemperatur ist seit Tagen nun konstant (auch des Nachts), und im Beckenwasser sind keine Bläschen mehr wahrnehmbar. Der richtige CO2-Gehalt läßt sich exakt einstellen (Kontrolle durch pH-Wert).

3. Zusammenfassung

Bei der Umstellung eines Beckens auf einen MF gab es Probleme mit der Thermostatisierung des Beckenwassers und der CO2-Einspeisung unter der Bedingung, möglichst wenig Technik einzusetzen und diese hinter der Matte anzuordnen. Mit nur einer zusätzlichen Pumpe (die U-Pumpe zählt dabei nicht, sie muß immer sein), gelang es, sowohl die Wassertemperatur konstant zu halten als auch eine einwandfreie CO2-Einspeisung zu realisieren.


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