Home Aquaristik Ornithologie Technik Sonstiges Chronologie Autor Impressum

Messverstärker

Es wurde bereits gesagt, daß die abgegebene Spannung der Meßelektrode

  1. eine Gleichspannung ist und
  2. von so geringer Leistung,

daß eine direkte Spannungsmessung nicht möglich ist. Mit einem Meßverstärker muß diese Gleichspannung erst so umgesetzt werden, daß Meß- oder auch Regelgeräte damit versorgt werden können. Die elektrischen Anforderungen an einen solchen Verstärker sind sehr hoch: Er muß einen Eingangswiderstand von mindestens 1012 Ohm haben und eine extrem kleine Drift (Abweichung vom Betriebszustand). Ich erinnere mich an frühere Zeiten, als es noch keine Transistortechnik gab, da waren die Verstärker im Eingangskreis mit elektro-mechanischen Zerhackern ausgerüstet. Deren Aufgabe bestand darin, das kleine Gleichstromsignal der Elektrode erst einmal in ein Wechselstromsignal umzuformen, weil sich das leichter verstärken ließ. Heute ist das kein Thema mehr - Transistortechnik macht's möglich. Die Kalibrierknöpfe für Asymmetriepotential, Steilheit und evtl. Temperatur sind im Verstärker integriert. Ob der Verstärker am Ausgang eine analoge Anzeige oder ein digitales Display hat, ist Geschmackssache. Ich persönlich ziehe die analoge Anzeige mit dem Instrument vor, weil sie optisch schneller erfaßbar und aufgrund der Zeigerstellung leichter interpretierbar ist. Falsch ist es zu meinen, eine digitale Anzeige sei genauer. Wenn beim Hobby Aquarium der pH-Wert mit einer Genauigkeit von einer Stelle nach dem Komma gemessen wird, ist das völlig ausreichend. Im übrigen wird die Genauigkeit der Messung nicht durch die Auflösung der Anzeige repräsentiert, sondern durch die Summe der Fehler des ganzen pH-Meßkreises. Wenn man Gelegenheit hat, an einen ausgemusterten aber noch funktionierenden pH-Meßumformer aus der Industrie zu kommen, sollte man zugreifen. Diese Geräte sind sehr zuverlässig und für Dauerbetrieb konzipiert.

Ein anderer Aspekt ist, ob der Meßverstärker in analoger oder digitaler Technik aufgebaut ist. Analoge Geräte sind meistens daran zu erkennen, daß bei ihnen die Einstellungen des Nullpunktes, des Endwertes und der Temperatur mit Potentiometern manuell durchgeführt werden müssen. Mikroprozessorgesteuerte pH-Geräte benötigen diese Einstellpotentiometer nicht mehr. Im Prozessor sind die Daten für Pufferlösungen und deren Temperaturverhalten, die theoretischen Steilheiten der Elektroden und weitere Kennwerte abgelegt. Der Prozessor vergleicht nun die gemessenen Werte mit den gespeicherten und errechnet daraus den richtigen Nullpunkt und Endwert. Natürlich haben diese Verstärker eine digitale Anzeige.


Zurück zum Hauptartikel Zum Seitenanfang