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NO3-Anstieg nach Dunkelkur

1. Einleitung

Manchmal kommt es anders als man denkt. Ich wollte im letzten Jahr die Wirkungsweise eines Mattenfilters (MF) ausprobieren, da hierüber viel und lobenswert berichtet wird. Mein 200 l Becken wird standardmäßig mit einem Eheim 2224 Filter betrieben. Parallel hierzu installierte ich einen externen MF. Die Idee war, vielleicht ganz auf den MF umzusteigen. Im August 2000 nahm ich den MF in Betrieb und ließ ihn laufen. Im April 2001, also etwa 8 Monate später, faßte ich über einen größeren Zeitraum meine Meßergebnisse über den NO3-Gehalt kurvenmäßig zusammen, siehe Diagramm 1. Statt Aussagen über den MF zu finden, bemerkte ich zwei andere Vorkommnisse, mit denen ich nicht gerechnet hatte und die mir vorher auch nicht so recht bewußt geworden sind.

NO<sub>3</sub>-Gehalt nach Dunkelphase

Diagramm 1: NO3-Gehalt nach Dunkelphase

2. Versuchsdurchführung

Wie aus dem Diagramm ersichtlichtlich, hatte ich schon längere Zeit einen erhöhten NO3-Gehalt, so im Schnitt um 15-20 mg/l, mit Spitzen um 30 mg/l. Aus meinen Tagebuchaufzeichnungen konnte ich so recht keinen Grund dafür finden, vielleicht etwas zu gute Fütterung der Fische. Gleichzeitig hatte ich aber auch mit Blaualgen zu kämpfen, und das nicht gerade mit wenigen. Ich entschloß mich vor der Installation des MF zur Radikalbekämpfung der Blaualgen, einer Dunkelkur des Beckens. Unter Beachtung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen verhüllte ich mein Becken 5 Tage lang total. Die Dunkelkur hatte Erfolg, die Algen waren weg. Dann installierte ich den MF. Als etwa 2 Monate danach wieder eine Blaualgenexplosion auftrat, führte ich eine zweite Dunkelkur mit 6 Tagen Dauer aus. Während dieser ganzen Zeit führte ich regelmäßig NO3-Messungen durch.

3. Meßdatenauswertung und Kurvendiskussion

Zunächst war ich erstaunt über die großen Schwankungen im ersten Halbjahr 2000, dann aber über drei NO3-Spitzen, die ausgerechnet in Erscheinung traten, als der NO3-Gehaltes gegen Null tendierte. Zur ersten Spitze Mitte Juli 2000: Nach Beendigung der ersten Dunkelkur stieg plötzlich der NO3-Wert bis auf etwa 15 mg/l an. Der gleiche Effekt trat bei Spitze drei, Mitte November 2000, auf, bis zu 10 mg/l NO3 waren zu verzeichnen. Danach fiel NO3 bis auf 0 mg/l. (Darunter "leide" ich noch heute, ich hätte nämlich gerne mehr).

Wie ist der plötzliche Anstieg von NO3 nach einer Dunkelkur zu erklären? Die Blaualgen zerfallen in der Dunkelheit zu organischem "Futter" für die Bakterien im Filter. Diese werden sozusagen gemästet und produzieren entsprechend "Kot", in diesem Fall NO3 genannt. Während der Dunkelphase verbrauchen die Pflanzen natürlich kein NO3, folglich kann es sich ansammeln. Nachdem es wieder hell im Becken wurde, setzt die Assimilation der Pflanzen erneut ein, und nun sind sie die Nutznießer des NO3-Angebotes. Abhängig von der Pflanzenmenge wird der NO3-Berg mehr oder weniger schnell wieder abgebaut.

Über Spitze zwei, Mitte August, die noch vor der Inbetriebnahme des MFs einsetzte, kann ich nichts eindeutiges sagen, da sich das unglücklicherweise überschneidet mit dem MF Einbau. Aus der Kurve ist leider nicht mehr zu entnehmen, daß nach einer Außerbetriebnahme des MFs im Mai 2001 der NO3-Gehalt weiterhin auf 0 mg/l blieb. Ich neige daher zu der Annahme, daß dieser kurze Anstieg und der anschließende Abfall nichts mit dem MF zu tun haben, denn der Eheim war ja während der ganzen Zeit ständig in Betrieb.

Für mich war es jedenfalls interessant: Ich wollte etwas über den zusätzlichen Einbau eines MF herausfinden und kam zu ganz anderen Erkenntnissen, nämlich zu denen mit dem NO3-Anstieg nach einer Dunkelkur.

Übrigens habe ich zusätzlich die Erkenntnis gewonnen, daß Blau- und andere Algen nicht unbedingt dann vermehrt auftreten, wenn die NO3- und PO4-Werte erhöht sind. Seit Dezember 2000 kann ich NO3 und PO4 schon nicht mehr nachweisen und habe trotzdem jede Menge von den ungebetenen Gästen. Erst jetzt, im Juni 2001 scheint sich das Blatt zu wenden; meine Pflanzen wachsen wieder besser, und die Algen sind (hoffentlich) auf dem Rückzug.


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