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Metall-Reflektorklammern für Leuchtstoffröhren

1. Klammern aus Kunststoff

Die vielfach im Einsatz befindlichen Klammern zur Befestigung der Metallreflektoren auf den Leuchtstoffröhren sind aus Kunststoff hergerstellt. Wenn sie neu sind, ist genügend Elastizität vorhanden, d.h., die Klammern können ohne Probleme öfter auf die Lampen gesteckt oder auch wieder heruntergezogen werden, ohne zu brechen. Nach einem längeren Einsatz jedoch ist das nicht mehr selbstverständlich. Der Kunststoff ist, wahrscheinlich durch Licht- und Wärmeeinwirkung der Leuchtstoffröhre, spröde und damit hart geworden. Bei kleinster mechanischer Beanspruchung bricht ein Schenkel ab, und die Klammer ist damit wertlos. Warum der Hersteller nicht von vornherein die Klammern aus Metall fertigt, wird mir ein Rätsel bleiben.

Mich hat die Tatsache der abgebrochenen Klammerschenkel ständig geärgert, ich fertige mir nun selbst die Klammern aus Metall an - und Ruhe ist! Sollten Sie auch Ärger mit den Kunststoffklammern haben und nach einer besseren Lösung suchen, hier ist sie.

2. Klammern aus Metall

Alu-BlechstreifenBild 1: Abgeschnittene Alu-Blechstreifen

Aus Blech werden Streifen geschnitten, die etwa 120 mm lang und 7 mm breit sind. Da ich zufällig 1 mm starkes Alublech vorrätig hatte, habe ich dies genommen. Es könnte auch Blech aus V4A oder V2A sein, was zweifellos optimal wäre, deren Beschaffung und Verarbeitung aber nicht so ganz einfach sind. Abzuraten ist von Kupfer- bzw. verzinktem Blech. Das Schneiden der Streifen kann mittels Blechschere oder besser noch, bei einem Spengler mit der Schlagschere erfolgen. Bild 1 zeigt ein paar solcher Blechstreifen. Damit man sich nicht verletzt, sind die Schnittkanten leicht mit einer Feile zu brechen.

Alu-Blechstreifen mit Flachzange biegenBild 2: Blechstreifen mit einer Flachzange biegen

Der Blechstreifen wird mittig gekennzeichnet und dann in eine Flachzange gesteckt, die idealerweise eine Breite von 8 mm haben sollte. Dann kann nämlich rechts und links um die Zangenbacke der Blechstreifen direkt um 90° abgebogen werden.


Alu-Blechstreifen mit Spitzzange biegenBild 3: Mit der Spitzzange enge Winkel biegen

Im nächsten Arbeitsgang faßt man mit einer Spitzzange erneut den Blechstreifen und biegt beide Schenkel etwa so schräg ab, wie in Bild 4 (b) dargestellt. Da eine Spitzzange nach vorne hin konisch zuläuft, sollte man sie etwas schräg halten, damit die Biegestelle rechtwinklig wird. Nun muß die Rundung gebogen werden, in der später die Leuchtstoffröhre eingeklickt wird. Die normalen Leuchtstoffröhren haben einen Durchmesser von 25 mm. Man sucht (besorgt) sich ein Stück Rundholz, Plastikrohr, Metallrohr o. ä., daß einen kleineren Durchmesser als 25 mm hat, vielleicht etwa 20-22 mm, das kommt nicht so genau drauf an. Sinn des kleineren Duchmessers ist, daß die Klammer hinterher mit etwas Spannung auf der Leuchtstoffröhre sitzen soll. Die Schenkellänge, Bild 4 (b), sollte etwa 35 mm betragen, dann läßt sich das Blech leichter biegen und man hat schon fast das Endmaß des Schenkels. Die Endstellen der beiden Schenkel werden nun mit einer Rundzange leicht umgebogen, damit sie besser über die Leuchtstoffröhre gleiten können. Es ist zweckmäßig, beim Biegen eine heile Kunststoffklammer bereitzuhalten. Dann kann man nach jedem Arbeitsgang durch Auflegen des Werkstückes auf die Kunststoffklammer sich davon überzeugen, ob man die richtige Form gebogen hat bzw. nachjustieren muß. Das Blech läßt sich ohne Schwierigkeiten leicht nachbiegen. In den oberen Steg der Klammer wird nun mittig ein 3,1 mm Loch gebohrt und eine Schraube M3 x 10 von innen nach außen durchgesteckt, Bild 4 (d). Dann wird eine Mutter M3 aufgesetzt und verschraubt. Auf den freistehenden Gewindegang der Schraube kommt eine Unterlegscheibe, die so groß sein sollte, daß sie nicht durch den Schlitz des Reflektors gleiten kann, in den normalerweise die Kunststoffkammer eingedreht wird. Danach wird der Metallreflektor aufgesetzt, wiederum eine Unterlegscheibe darauf und mit einer weiteren M3-Mutter das Ganze leicht verschraubt. Nachdem die 2. Seite der Blende ebenso behandelt wurde, ist das Teil komplett und fertig und kann auf die Leuchtstoffröhre gesteckt werden.


Fertigungsstufen der MetallklammerBild 4: Verschiedene Fertigungsstufen der Klammer.

a: Doppelseitig umgebogener Blechstreifen
b: Erneute Abbiegung ca. 45°, Schenkellänge etwa 35 mm
c: Beide Schenkel um ein "Rundstück" herumgebogen
d: Enden der Schenkel leicht gekröpft, Loch in den Steg gebohrt und M3-Schraube mit Scheiben und Mutter eingesetzt
e: Zum Vergleich eine Plastikklammer

Man kann auch auf die Mutter und die Unterlegscheibe verzichten und die Blende direkt auf die Metallklammer schrauben. Wenn dann der Reflektor mal gereinigt werden soll, muß man ihn komplett mit den Klammern abziehen. Im 2. Fall kann die Metallklammer auf der Leuchstoffröhre verbleiben, man muß nur die letzte Mutter lösen und kann dann den Reflektor direkt abnehmen.


Montierte MetallklammerBild 5: Fertig montierte Metallklammer

Bild 5 zeigt ein Ende des Reflektors mit einer fertig montierten Metallklammer. Die Klammer ist der mittig, senkrecht stehende Teil. Rechts und links davon spiegelt sich die Klammer in der Hochglanzoberfläche des Reflektors.


Auf eine Werkstattzeichnung für die Klammer wurde verzichtet, da alles Wesentliche aus dem Text und den Bildern zu entnehmen ist. Man muß auch nicht auf den Millimeter genau arbeiten, das Blech ist leicht zu biegen und auf das richtige Maß zu bringen.


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