Home Aquaristik Ornithologie Technik Sonstiges Chronologie Autor Impressum Sitemap

Filter zum Reinigen von Regenwasser

Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

Regenwasser sollte vor der Verwendung im Aquarium mechanisch gereinigt und von unerwünschten, organischen Bestandteilen befreit werden. Hier wird eine Filterkombination beschrieben, die aus einem mechanischen Filter und aus einem Aktivkohlefilter besteht und die zum Selbstbau geeignet ist. Zum Betrieb des Filters wird keine separate Pumpe benötigt, da die statische Höhendifferenz zwischen Einlauf und Auslauf genügend Druck erzeugt.

Zum Inhaltsverzeichnis

2. Notwendigkeit zum Wasserfiltern

Etwa 2,5 Jahre lang habe ich Regenwasser gesammelt, um damit mein hartes Leitungswasser (GH = 18) zu verschneiden. Von einem Terassendach, das mit Kunststoff abgedeckt war und ebenfalls eine Kunststoffregenableitung hatte, fing ich das Wasser auf in jede Menge Eimer und Behälter. Das so gesammelte Wasser wollte ich jedoch nicht ungereinigt ins Becken geben, denn Staub, Dreck und auch Vogelkot waren mit Sicherheit im Wasser vorhanden.

In diesem Zusammenhang eine Beobachtung: Auf dem Dach unseres Hauses steht ein Antennenmast, dessen Rohrdurchführung durch das Dach mittels einer Bleipfanne gegen Regen abgedichtet ist. Lieblingssitzplatz vieler Vögel sind die diversen Stangen der Dipolantenne. Im Bereich unter der Antenne ist deshalb eine große Ansammlung von Mosen und Flechten zu finden, die durch den Vogelkot ihren Dünger erhalten. Genau in der Breite der Bleipfanne nach unten, gibt es einen Streifen, wo die Dachpfannen sauber und ohne Moose sind, so, als wäre alles neu. Die einfache Erklärung lautet: Regenwasser, welches nun schon über 30 Jahre über die Bleipfanne nach unten läuft, wird vom Blei "vergiftet" und verhindert einen Pflanzenwuchs im Einwirkungsbereich. Ich habe die Beobachtung eingeflochten, um zu zeigen, daß, wenn Wasser für das Becken vom Dach gesammelt wird, darauf zu achten ist, daß alle wasserberührenden Teile aus Kunststoff sein sollten.

Um das Regenwasser von Verunreinigungen zu säubern, habe ich mir einen 2-stufigen Filter gebaut. Die erste Stufe dient zur mechanischen Reinigung und enthält Filterwatte, die zweite Stufe dient zur "organischen" Reinigung und ist mit Aktivkohle gefüllt.

Zum Inhaltsverzeichnis

3. Filterbau

Beide Filter sind konstruktiv absolut gleich, weshalb nur ein Filter beschrieben wird.
Aus dem Baumarkt habe ich mir folgende Teile besorgt:

Anzahl Gegenstand
1 Kunststoffrohr (HTU oder ähnlich), NW 40, 30 cm lang, einseitig mit Muffe.
2 Verschlußkappe für obiges Rohr
1 Schiebemuffe (Verbindungsmuffe) für obiges Rohr
2 Durchgangsverschraubung bzw. Schlauchnippel zum Einkleben


VerschlußkappeBild 1: Verschlußkappe mit Verschraubung und Schlauchanschluß

Vor dem Zusammenbau der Rohrteile muß in die beiden Verschlußkappen zentral ein Loch gebohrt werden, in das jeweils die Durchgangsverschraubung geschraubt oder die Schlauchnippel eingeklebt werden. Der Lochdurchmesser richtet sich nach der Verschraubungsgröße bzw. der Größe des Schlauchnippels. Mechanisch stabiler ist eine Durchgangsverschraubung, die allerdings aus V2A- oder V4A-Stahl sein sollte, um kein Rost anzusetzen. In die nach außen gerichtete Seite der Verschraubung wird ein kleines, passendes Rohrstück (Bogen) geschraubt (ebenfalls aus V2A/V4A), auf das der Schlauch gesteckt wird (siehe Bild 1).


Wasserfilter komplettBild 2: Wasserfilter komplett (Schmutzfilter links, Kohlefilter rechts)

Dann erfolgt der Zusammenbau: Auf das Muffenende des Rohres wird eine Verschlußkappe gesteckt (alle Steckverbindungen vorher mit Gleitfett etwas einreiben, Vaseline tut's auch), auf das Rohrende kommt die Schiebemuffe. (Die Schiebemuffe ist deshalb notwendig, weil es kein Rohr mit 2 Muffen gibt. Die sind aber notwendig, weil sonst nicht die 2. Verschlußkappe aufgesteckt werden kann). In das freie Ende der Schiebemuffe wird die 2. Verschlußkappe gesteckt. Fertig ist der Filter. Man hat nun ein Stück geschlossenes Rohr vor sich liegen, das an beiden Enden eine Steckmöglichkeit für einen Schlauch hat (siehe Bild 2).

Zum Inhaltsverzeichnis

4. Filterfüllung

Ein Filter wird mit Filterwatte oder einem anderen feinen Filterstoff gefüllt und dient der mechanischen Filterung von Schmutzanteilen. In den 2. Filter kommt Aktivkohle. Sie dient zur Entfernung organischer Bestandteile im Regenwasser. Es ist sinnvoll, die Aktivkohle zwischen zwei Filterwattestopfen zu positionieren. Die beiden Wattestopfen sollen verhindern, daß die Wasserströmung Kohleteilchen mitreißt. Ich habe immer so etwa 300 l Wasser mit einer Aktivkohlefüllung gefiltert. Wird nicht eine Charge hintereinanderweg gefiltert sondern mit Abständen, ist auf jeden Fall der Schmutzfilter zwischendurch zu reinigen, das Restwasser im Filter beginnt sonst zu stinken.

Zum Inhaltsverzeichnis

5. Anordnung der beiden Filter

Wie auf Bild 2 zu sehen ist, habe ich aus 2 Brettern ein umgekehrtes T-Gestell gebaut, an dessen gegenüberliegenden Seiten die beiden Filter mit passenden Rohrschellen angeschraubt sind. Mit einem Schlauchstück sind beide Filter hintereinander verbunden. Wassereingang ist die Seite mit der Filterwatte, Wasserausgang die Seite mit der Aktivkohle.

Zum Inhaltsverzeichnis

6. Inbetriebnahme

Die Filterkombination wurde auf den Fußboden gestellt. Etwas höher (1m oder so) stand der Eimer mit dem rohen Regenwasser, in ihm der Einlaufschlauch. Am Filterausgang wurde gesaugt, bis das Wasser am Austritt erschien. Das gefilterte Wasser lief frei in eine danebenstehende Sammeltonne. Auf Grund des statischen Höhenunterschiedes zwischen Einlauf und Auslauf wird keine Pumpe benötigt. Es ist eher nötig, den Wasserdurchlauf mittels eines kleinen Ventilchens zu drosseln. Die Durchlaufgeschwindigkeit des Wassers soll niedrig sein, um eine gute Filterwirkung zu erreichen. Ich habe den Durchlauf so eingestellt, daß am Ausgang eine nicht zu schnelle "Tropfenfolge", also kein Wasserfluß, entstand. Es kann sein, daß sich nach einer gewissen Betriebszeit im Verbindungsschlauch zwischen den beiden Filtern oben Luftblasen bilden. Gleichzeitig läßt die Durchlaufgeschwindigkeit nach. Dies sind Ausgasungseffekte. Durch Kippen des Filters können die Blasen jedoch zum Ausgang geleitet und entfernt werden.

Mit dieser Anordnung habe ich mehrere Jahre lang mein Regenwasser gereinigt. Der Grund der Aufgabe und der Wechsel zu einem Vollentsalzer war die Angst im Sommer, wenn es nicht regnen wollte und meine Wasservorräte zur Neige gingen.


Zurück zur Übersicht Zum Seitenanfang Zähler