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Wasserwechsel einfach gemacht

Inhaltsverzeichnis

1. Wasser schleppen - eine Schinderei

Fische zu beobachten und Pflanzen zu bestaunen ist etwas Schönes in der Aquaristik! Aber es gibt auch Aufgaben zu erfüllen, die an Schinderei grenzen. Ich meine damit das Heranschleppen des Frischwassers für die wöchentlichen (oder zeitlich noch kürzeren) Wasserwechsel im Becken. Gehen wir mal davon aus, daß dies sein muß. Wer in längeren Abständen Wasser wechselt ist aber genau so davon betroffen - nur halt nicht so oft. Glücklicher dran sind da die Aquarianer, deren Trinkwasser schon die Bedürfnisse der Aquarienbewohner abdeckt und die ihr Frischwasser direkt per Schlauch aus der Wasserleitung nehmen können.

Bei der Wasserwechselprozedur spielt natürlich der Aufstellungsort des Beckens in Bezug auf die Wasserquelle und Wasserentsorgung eine große Rolle. Wird die Frischwasserkonditionierung im Keller vorgenommen und steht das Becken ein oder zwei Geschosse höher, ist es eine ganz schöne Schlepperei mit den gefüllten Wassereimern vom Keller bis zur entsprechenden Etage. Das Ablassen des Altwassers geht in der Regel einfacher und ohne große Anstrengungen: Ein Stück Schlauch und ein nahe gelegener Wasserabfluß lösen das Problem weitgehend automatisch. Ich will mich hier daher darauf beschränken, wie man trotz widriger Umstände Kräfte beim Wasserwechsel sparen kann.

Ausgangssituation ist ein Vollentsalzer (Osmoseanlage) und eine 200 l Tonne für konditioniertes Frischwasser im Keller des Hauses. Die Idee ist nicht neu aber sehr wirkungsvoll, eine elektrische Pumpe zur Förderung des Frischwassers aus der Tonne in die 1. Etage zum Aufstellungsort des Beckens einzusetzen. Wie ich das mache wird im nachfolgendem Beitrag beschrieben.

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2. Beschreibung der Installation

Von dem Vollentsalzer, der aus praktischen Gründen in der Waschküche aufgebaut ist, wird über einen Schlauch das VE-Wasser in die ca. 5 m entfernte Plastiktonne geleitet. Ebenfalls kommt auch das Trinkwasser über einen Schlauch aus der Waschküche und wird im richtigen Verhältnis zum VE-Wasser in der Tonne angemischt.

Installation Bild 1: Gesamtansicht der Installation

In Bild 1 ist die Gesamtansicht der im Keller aufgebauten Installation zu sehen. Im Hintergrund steht die grüne 200 l Fertigwasser-Tonne. Davor befindet sich eine kleinere blaue Tonne, in der die Wasserpumpe im Ruhezustand gelagert wird. Über der blauen Tonne ist die Schlauchaufwickeltrommel an der Wand angebracht. Der dicke dunkelgrüne Schlauch, der aus der blauen Tonne kommt, ist die Druckleitung der Pumpe, die auf der Rückseite der Schlauchaufwickeltrommel eingesteckt ist.


 

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3. Elektrische Tauchpumpe

Als Pumpe wird eine Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt eingesetzt, siehe Bild 2.

Tauchpumpe Bild 2: Elektrische Schmutzwasser-Tauchpumpe

Der Ausdruck "Schmutzwasser" bezieht sich auf die Konstruktion. So sind u.a. die Ansaugöffnungen am Boden der Pumpe recht groß dimensioniert, um auch gröberes Material im Wasser mit fördern zu können. Wichtig bei der Auslegung der Pumpe ist, daß sie

  1. die statische Höhe bis zum Aufstellungsort des Beckens abdeckt,
  2. die Fördermenge des Wassers nicht zu klein ist (bei der statischen Höhe) und
  3. aus einem Material gefertigt ist, das keine Schadstoffe ins Wasser abgibt

Um Punkt 3 zu unterstützen, lagere ich die Pumpe immer in der kleineren Tonne und hebe sie zur Wasserförderung in die 200 l Tonne. Die Pumpe ist für Unterwasserbetrieb gebaut, und somit gibt es auch keine Probleme mit der Elektrik. Oben an der Pumpe sieht man einen kleinen blauen Kasten. Dies ist ein "low level switch", also ein Schalter, der die Pumpe elektrisch abschaltet, sobald der Wasserstand ein bestimmtes Niveau unterschritten hat. Das funktioniert so: Taucht die Pumpe so tief in Wasser ein, daß der "blaue Kasten" durch Auftrieb sich senkrecht nach oben orientiert, wird innen automatisch ein Kontakt geschaltet, der die Pumpe elektrisch einschaltet. Sinkt nun durch das Abpumpen des Wassers der Wasserstand, neigt sich der blaue Kasten der Schwerkraft folgend zur Seite und kippt letzendlich nach unten. Durch diese Kippbewegung wird der Schalter im Inneren ausgeschaltet und die Pumpe bleibt stehen. Der Vorteil einer solchen automatischen Schaltung liegt auf der Hand: Man muß sich nicht um die Funktion der Pumpe kümmern. Immer wenn genügend Wasser vorhanden ist, wird die Pumpe elektrisch automatisch eingeschaltet. Wenn dann der Wasserstand so tief gefallen, daß die Pumpe evtl. durch Trockenlauf gefährdet ist, wird sie automatisch abgeschaltet.

Diese Funktion ist für den bei mir vorgesehenen Einsatz eher hinderlich, da ich die Tonne nie bis zum Boden leer pumpe. Ich habe daher den "low level switch" in seiner senkrechten Stellung nach oben fixiert, so daß der Schalter immer eingeschaltet ist. Die Steuerung "Ein/Aus" der Pumpe wird extern vorgenommen, wie, das schildere ich noch.

Im Bild sieht man eine weiße Kordel, die am Griff der Pumpe befestigt ist. Um beim Einsetzen der Pumpe in die volle Frischwassertonne nicht immer die Ärmel hochkrempeln zu müssen, lasse ich die Pumpe an der Kordel bis zum Tonnenboden herab.

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4. Schlauchaufwickeltrommel

In Bild 3 sieht man die Schlauchaufwickeltrommel, die über der blauen Tonne an der Wand befestigt ist.

SchlauchtrommelBild 3: Schlauchaufwickeltrommel

Auch dieses Teil stammt aus dem Baumarkt. Es ist eine ganz normale Aufwickelvorrichtung für Gartenschläuche. Ich habe das Rohrgestell etwas modifiziert, die Räder abmontiert und so eingerichtet, daß ich das ganze Teil mit Rohrschellen an die Wand schrauben kann. Auf der Trommel sind 20 m Gartenschlauch gelagert, gerade genug, um bis zu meinem Becken in der 1. Etage zu kommen. Da der Weg nach "oben" um ein paar Ecken geht ist es sinnvoll, das Abwickeln zu zweit zu machen. Meine Frau marschiert mit dem Schlauchanfang nach oben während ich an der Trommel stehe und den korrekten Ablauf des Schlauches sicherstelle.

Die Druckseite der Pumpe ist mit einem etwas dickeren, kurzen Gartenschlauch über die handelsüblichen Steckverbindungen mit der Schlauchaufwickeltrommel verbunden. Dieses Schlauchstück ist so flexibel, daß es es immer an der Pumpe und der Aufwickelvorrichtung angesteckt bleiben kann, wenn die Pumpe von der einen Tonne in die andere gehoben wird.

Noch eine Bemerkung zum Schlauch: Es gibt Wasserschläuche mit qualitativen Unterschieden. Man sollte solch einen Schlauch wählen, der keine chemischen Schadstoffe abgibt. Für die Gartenbewässerung ist das zwar nicht relevant, für das Aquariumwasser schon. Desweiteren sollte der Schlauch mindestens durch Gewebeeinlagen mechanisch stabilisiert sein und frei von Verdrillung und Knickung. Bei der Länge des Schlauches kommt es sonst immer wieder vor, daß er sich nicht glatt verlegen läßt. Weiterhin besteht die Gefahr, daß der Schlauch beim Aufwickeln auf die Trommel platt gedrückt wird. Diese Deformierung bleibt auch beim Abwickeln weitgehend erhalten und vergrößert den Strömungswiderstand des Wasserdurchflusses. Die Folge ist eine geringere Pumpleistung. Hochwertigere Schläuche sind mechanisch stabiler und bleiben auch beim Aufwickeln rund.

Es kommt bei der Befüllung mit Frischwasser nicht auf eine hohe Befüllrate an. Wenn es allerdings zu lange dauert bis das Becken wieder voll ist, wird man leicht ungeduldig. Ich wechsele in der Regel 60 l Wasser und benötige für die Füllung ungefähr 10 Minuten. Das ergibt keine zu große Strömung und Verwirbelung in meinem 375 l Becken.

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5. Beckenhaken

In Bild 4 ist der Haken abgebildet, mit dem der Schlauch am Becken befestigt wird.

BeckenhakenBild 4: Beckenhaken

Da ich durchgängig die bekannten Wasserschlauchkupplungen und -verbinder benutzen wollte, habe ich als Endstück eine Handspritze mit angebautem "Stecker" vorgesehen. Den Düsenteil vorne an der Spritze habe ich ausgebohrt, soweit, daß ein 12 mm Rohrstück hineinpaßt. Das Rohr ist aus rostfreiem Material und zu einem "U" gebogen. Der linke Schenkel davon ist in der Bohrung verklebt. Damit der Wasserstrahl nicht senkrecht beim Befüllen auf den Sandbodengrund auftrifft und alles verwirbelt, steckt am Rohrausgang des rechten Schenkels noch ein 90° Winkel, dessen Strahlrichtung einstellbar ist. Das ganze Teil wird einfach an einer Glaswand des Beckens bzw. an der Wand des Lichtkastens eingehakt.

Das Schlauchkupplungsstück für den Beckenhaken hat noch einen Hahn zum Absperren des Wasserflusses. Das ist sehr praktisch, da man hiermit schnell die Wasserzufuhr zum Becken unterbrechen kann.



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6. Pumpenfernschalter

Bild 5 zeigt die elektrische Steuereinrichtung für die Pumpe.

PumpenfernschalterBild 5: Pumpenfernschalter

Ich benutze zum Schalten der Pumpe eine durch Funk fernsteuerbare Steckdose. Die Steckdoseneinheit (links im Bild) wird in eine vorhandene Steckdose gesteckt, und in die schaltbare Steckdose wird der Pumpenkabelstecker eingeführt. Rechts im Bild ist der Impulsgeber, auch Fernsteuereinheit, für die Steckdose. Man kann den Impulsgeber gleich für mehrere Steckdosen programmieren. Vom Becken in der 1. Etage gebe ich nun bei angeschlossenem Schlauch das Signal zum Einschalten der Pumpe im Keller. Dann öffne ich langsam den Hahn am Kupplungsstück des Beckenhakens und das Wasser beginnt zu fließen. Beim Ausschalten gehe ich umgekehrt vor.


 

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