Kurt Scheuerer - Materialsammlung zur Archäologie in Bayern
Keltische Viereckschanzen
Heiligtümer - Opferplätze - Viehgehege?

 
  • Exkursion des Stadtmuseums Ingolstadt in den Neuhau
  • dazu der Wanderplan auf der Kelten-Seite von Böhmfeld (Link)


    Eine gute Zusammenfassung zum Stand (1995) der archäologischen Forschung zu Viereckschanzen gab es in der Zeitschrift Archäologie in Deutschland. Heft 4/1995. S. 16-35.

    Hier nur eine kurze Übersicht:

    Dieter Planck: Eine Herausforderung für die Forschung. S. 16/17.
    Er erklärt den Deutungswandel im 20. Jh. und fasst die folgenden Kurzberichte zusammen. Dabei kommt es zur Fragestellung: Kultstätte oder Viehpferch? Hier finden sich auch weitere Literaturangaben.

    Alfred Reichenberger: Tempel und Brandstätten in Niederbayern. S. 18-21.
    "Offensichtlich kultische Funktion hatte eine Viereckschanze in Niederbayern. Die vielfach geringere Funddichte als in Oppida oder Siedlungen der Spätlatènezeit stützt diese Annahme ebenso wie zwei Umgangsbauten. Einer von diesen erwies sich als früher Vorläufer gallorömischer Umgangstempel, deren sakrale Bedeutung zweifelsfrei feststeht."
    In der Schanze Wiedmais II (Gde. Arnstorf, Lkr. Rottal-Inn) fanden sich zwei große Brandopferstellen. Dazu kamen zwei Umgangsbauten.

    Martin Schaich: Schanze mit Umgangsbau und drei Brunnen. S. 22-25.
    Plattling-Pankofen. Nahezu vollständige Ausgrabung auf 30 200 m².
    Drei holzverschalte Brunnen, dendrochronologische Datierung ins 2. und frühe 1. Jh. v.Chr.
    Relativ wenig Tierknochen, darin ein relativ hoher Anteil von Pferdeknochen, vergleichbar mit Fellbach-Schmiden und Gournay-sur-Aronde.

    Günther Wieland: Opferschächte oder Brunnen? S. 26-29.
    Die Schächte von Holzhausen werden als Brunnen interpretiert, womit aber kultische Handlungen nicht ausgeschlossen werden.

    Rüdiger Krause: Viereckschanze mit »zentralörtlicher« Funktion. S. 30-33.
    "Am Rande des Nördlinger Ries wurde eine Viereckschanze mitsamt ihrem Umfeld auf 3,5 ha Fläche systematisch erforscht. Die Resultate sprechen für einen Quadrat- oder Rechteckhof, der als lokaler Herrschaftsmittelpunkt sowohl politische als auch religiöse Funktion hatte."
    Die Anlage befindet sich im im Egertal bei Bopfing. Die Schanze lag innerhalb einer Siedlung an einem Bach. Eine Entwicklung von einer ursprünglich ländlichen Siedlung zu einem Quadrathof und zu einer knapp daneben liegend, teil übedeckenden Viereckschanze wurde erkennbar.
    In seiner letzten Ausbauphase könnte dieser Hof "unterschiedliche »zentralörtliche« Funktionen gehabt haben."

    Frieder Klein: Ein landwirtschaftliches Zentrum bei Riedlingen? S. 34-35.
    "In eine vor- und frühgeschichtliche Siedlungslandschaft gebettet, liegt an der oberen Donau eine Viereckschanze. Das breite Spektrum an Siedlungsresten läßt viel weniger an ein Heiligtum als an Landwirtschaft und Handwerk denken. In der klaren architektonischen Konzeption deutet sich überdies eine ländliche Entsprechung zu den keltischen Oppida an."


    Siehe auch:


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