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L.-M. Dallmeier
Projekt Kalksteinkonservierung
an der römischen porta praetoria in Regensburg

 
Im Jahr 2000 beginnt ein grundlegendes Forschungsprojekt an der römischen porta praetoria: Ziel ist die Ermittlung eines Konzeptes zur Reinigung und Konservierung der geschädigten Kalksteinsubstanz. Die Ergebnisse werden auch für andere hochrangige Objekte von entscheidender Bedeutung sein.

Auslöser für den dringenden denkmalpflegerischen Handlungsbedarf sind Forschungsergebnisse im Rahmen einer Dissertation an der Technischen Universität München: Es konnten bislang unbekannte Architekturreste festgestellt werden, die von einem nicht zu Ende geführten Bauprogramm korinthischer Ordnung am Torturm stammen. Diese befinden sich aufgrund ihrer Kleinheit im Stadium hoher Gefährdung. Dies gilt auch für viele der Großquader aus Kalkstein, unter deren schwarzen Verkrustungen sich durch chemische Prozesse Gips bildet, welcher sich wiederum in größeren Schichten ablöst.

Zwecks Erarbeitung eines denkmalpflegerisch und naturwissenschaftlich fundierten Konservierungskonzeptes wurde bereits ein Entwurf durch das Zentrallabor des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Abteilung Denkmalpflege der Stadt Regensburg erarbeitet. Erst in zweiter Linie ist die komplette Sanierung der porta praetoria vorgesehen.

Zunächst wird durch kleinräumige Untersuchungen an der Steinsubstanz sowie an Musterquadern die Art der Reinigung (mittels Laser oder Feinpartikel-Bestrahlung) ermittelt, gestützt durch speziell entwickelte EDV-Programme, wobei die individuelle Struktur der Kalksteinfazies ein besondere Berücksichtigung erfährt. Als weiteres Ziel gilt es, den wirksamsten Schutz für den Kalkstein zu ermitteln.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege fördern diese Maßnahme in entscheidendem Maße durch finanzielle Zuschüsse. Träger des Projekts ist der Historische Verein für Oberpfalz und Regensburg, dem bereits die Wiederentdeckung und Erhaltung der porta praetoria ab 1885 zu verdanken ist.

L.-M. Dallmeier, 12. Januar 2000


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