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Aktuelle kulturhistorische Ausstellungen
in Ingolstadt und der Region

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(Angeordnet nach dem Ende-Termin der Ausstellung!)
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bis 06.05.2018, Ingolstadt
Schenkung Maya Messerli:
Ernst Graupner – Ingolstädter Maler
Das Stadtmuseum eröffnet am Sonntag, 8. April, eine besondere Ausstellung: Maya Messerli aus Bern übereignet der Stadt Ingolstadt 16 Werke des gebürtigen Ingolstädters Ernst Graupners.
Diese außergewöhnliche Schenkung ist der Anlass, auch an den 100. Geburtstag des Malers zu erinnern. Der Maler aus Ingolstadt erhielt früh Förderung durch den Zeichenlehrer Wilhelm Krauß und studierte während des Krieges an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ernst Graupner lebte dort seit 1945 als freischaffender Künstler, wirkte aber auch in Bern und Ingolstadt.
Das Ehepaar Tony und Maya Messerli waren Nach-barn der Familie Graupner in Bern und haben über Jahre hinweg die Kunstwerke ihres Freundes Ernst Graupner gesammelt. Maya Messerli hat daraus 16 Werke ausgewählt. Sie sollen an den Ursprungsort des Malers zurückkommen, nach Ingolstadt, seine Geburtsstadt.
Die Ausstellung ist in einer geografischen Trias verortet: Die Schenkung von Tony und Maya Messerli aus Bern und der Sohn des Künstlers, Dr. Stefan Graupner aus München, ermöglichen diese besondere Hommage in Ingolstadt.
Stadtmuseum Ingolstadt


bis 03.06.2018, Ingolstadt
„Arma Christi
Passionsdarstellungen in der Volkskunst“
Die Passion Christi, mit dem zentralen Motiv des Gekreuzigten, bildet den Schwerpunkt der Ausstellung. Eine Vielzahl an Objekten, die sich um das Kreuz herumranken, stellen Folterwerkzeuge aus der Leidensgeschichte Christi dar. Belegt sind sie in den vier neutestamentlichen Evangelien. Diese Arma-Christi-Darstellungen (lat. arma = Waffen) sind zum einen Waffen, die gegen Jesus gerichtet wurden. Aber zugleich sind es auch Symbole der Erlösung und Heilbringung.
Individuelle volkstümliche Interpretationen der Laienkünstler können durchaus mehr als die grundlegenden Folterwerkzeuge aufweisen: Manchmal werden sogar mehr als dreißig bedeutungsvolle Symbole um ein Kreuz dargestellt. Jene Bildobjekte erklären auch die Beliebtheit in der ländlichen Bevölkerung. Dadurch konnten gläubige Christen, ohne lesen und schreiben zu können, das Leiden und die Erlösung durch Gottes Sohn direkt am Arma-Christi-Kreuz, rein in der Vielzahl der Symbole nacherleben und in der stillen Andacht erfahren.
Die Ausstellungsobjekte folgen keiner bestimmten Kunstrichtung. Alle Stücke der Sammlung sind keine Arbeiten der akademischen Hochkunst: Es ist Laienkunst – Kunst aus dem einfachen Volk, für das einfache Volk. Präsentiert werden Arma-Christi-Arbeiten vom 10. bis ins 20. Jahrhundert, gefertigt in unterschiedlichsten Techniken und Materialien.
Nicht nur die aktuelle Sonderausstellung, mit ihrem besonderen Bezug zur vorösterlichen Zeit, lohnt einen Besuch im Bauerngerätemuseum Hundszell (Probststraße 13), welches Sie auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Stadtbus Linie 10, Haltestelle Kirchstraße) erreichen können.
Bauerngerätemuseum Ingolstadt


bis 17.06.2018, Ingolstadt
Wiederentdecktes Werk von Marie-Luise Heller
Neue Ausstellung im Museum für Konkret Kunst
Vom 15. April bis 17. Juni zeigt das Museum für Konkrete Kunst im Erdgeschoss das in jüngster Zeit wiederentdeckte Werk der Künstlerin Marie-Luise Heller (1918–2009). Ein Teil der Arbeiten wurde in dieser Form bisher noch nie der Öffentlichkeit präsentiert.
Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 14. April, um 19 Uhr im MKK. Dr. Simone Schimpf, Leiterin des Hauses und Alexandra Liebherr, wissenschaftliche Volontärin, führen in die Ausstellung ein, anschließend gibt die Galeristin Claudia Weil Einblicke in das Künstlerleben Hellers.
Die kräftige Farbwahl und die dynamischen Kompositionen Hellers lassen an die amerikanische Pop Art denken. Doch ist es eine ungegenständliche Variante mit Motiven wie Linien und Spiralen, die wiederum in deutlichem Bezug zur Konkreten Kunst stehen. Im Jahr 1967 wandte sich Heller dem Kunststoff als Träger ihrer Malerei zu. Sie montierte transparentes Plexiglas in mehreren Scheiben hintereinander und erschuf dadurch Objekte mit überraschender optischer Wirkung. Je nach Standort des Betrachters verändert sich die Wahrnehmung.
Der künstlerische Werdegang von Marie-Luise Heller ist exemplarisch für Frauen der Kreativszene in der Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre hinein. Es war eine Zeit, in der sich Künstlerinnen nur schwer am Kunstmarkt behaupten konnten. Neben den Arbeiten auf Plexiglas sind weitere wichtige Werkgruppen der Künstlerin ausgestellt, u.a. Leinwandarbeiten der späten 1960er-Jahre, sowie Klebestreifenbilder der frühen 1970er-Jahre.
Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Nachlassverwalter Thomas Weil und Sabine Tauscher, Galerie von Waldenburg.
Newsletter Ingolstadt, 13.04.2018


bis 09.09.2018, Ingolstadt
„ALF BACHMANN, ALF LECHNER –
HIMMEL WASSER STAHL“
In dieser Ausstellung werden zum ersten Mal frühe Pastelle und Öl-Bilder des Bildhauers Alf Lechner (1925 - 2017) und Werke seines Lehrers, dem Marine- und Landschaftsmaler Alf Bachmann (1863 - 1956) in der Gegenüberstellung präsentieret. Bachmann vermittelte Lechner die Kunst der Malerei, die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente. Sie bildete die Grundlage für Lechners Weg zur abstrakten Stahl-Skulptur.
Alf Bachmann, 1863 bei Danzig geboren, ist besonders für seine Darstellung der Küsten und Meere bekannt, für seine Kompositionen von Wasser, Wolken, Wind und Licht. Es gelang ihm, flüchtige Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann selbst. Er war es, der das künstlerische Talent Lechners früh erkannte, und ihm den Weg in die Kunst wies. Lechner blieb seinem Lehrer ein Leben lang in der Faszination für die Elemente verbunden. Sie inspirierte ihn und seine Arbeit mit dem Stahl. Er bezwang ihn mit Feuer und Wasser, setzte ihn wiederum den Elementen aus und schuf neue Landschaften. Erfahrbar wird diese Faszination auch durch Lechners letzte Rauminstallation Labyrinth (2007-2017). Die Werke von Alf Bachmann aus der Sammlung des Landesmuseums Schleswig, Schloss Gottorf und der Alf Lechner Stiftung werden zum großen Teil zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.
Lechner Museum Ingolstadt


bis 16.09.2018, Ingolstadt
Carlos Cruz-Diez. Color in Motion
Neue Ausstellung im Museum für Konkrete Kunst
Mit „Carlos Cruz-Diez. Color in Motion“ gelingt es, einen der wichtigsten internationalen Op-Art-Künstler mit seinem Werk nach Ingolstadt zu holen. Am Samstag, 17. März, eröffnet das Museum für Konkrete Kunst zusammen mit der Stiftung für Konkrete Kunst und Design seine neue Ausstellung, die Farbe eindrucksvoll in Bewegung setzen wird. Die Ausstellung ist die erste große Retrospektive zu Carlos Cruz-Diez in Deutschland seit den 1990er Jahren und zeigt nicht allein Werke der Vergangenheit. Der 94-Jährige, der letzte noch lebende Op-Art-Künstler aus dem Umfeld von Victor Vasarely oder Jes–s Rafael Soto, lässt aktuell für Ingolstadt neue Werke entstehen. Diese Ausstellung läuft bis zum 16. September.
Carlos Cruz-Diez ist weltweit in den zentralen Sammlungen zeitgenössischer Kunst vertreten: vom MoMA in New York über die Tate Modern in London bis zum Centre Pompidou in Paris. Zudem hat er zahlreiche architektonische Interventionen gestaltet, etwa eine gigantische Bodenarbeit am Flughafen in Caracas, Hausfassaden in Panama oder Fußgängerüberwege wie zuletzt in Miami. Die Ausstellung in Ingolstadt ist nun auch in Deutschland eine Wiederentdeckung seiner spektakulären Farbkunst.
Carlos Cruz-Diez, international tätig seit den 1950er Jahren, stammt aus Venezuela, lebt und arbeitet heute in Paris. In seinem Werk untersucht er seit jeher die Wirkung von Farben durch Bewegung, Licht und optische Wahrnehmungsphänomene. Das Museum für Konkrete Kunst präsentiert seine Bildwerke aus den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Auch Werke von Ludwig Wilding, Wegbegleiter von Carlos Cruz-Diez und Gründer der Stiftung für Konkrete Kunst und Design in Ingolstadt, werden zu sehen sein.
Das Museum richtet mit dem Pariser Atelier von Cruz-Diez eine individuell auf das Gebäude angepasste interaktive Lichtinstallation ein, ermöglicht durch Audi ArtExperience, den langjährigen Projektpartner der Stiftung für Konkrete und Design. In einem abgeschlossen Raum werden vier Beamer chromatische Farbstreifen auf Wände, Objekte und Besucher projizieren. Es kommt zu Überlagerungen, Brechungen, Schatten- und Lichtspiele, die völlig überraschend sind. Denn wie sich der Betrachter als gleichzeitiger Akteur des Kunstwerks bewegt, lässt sich nicht planen.
Neben einer weiteren eindrucksvollen Wandarbeit, die Carlos Cruz-Diez allein für das Museum gestaltet und die nur temporär bestehen wird, schafft der Künstler zudem ein Farblabyrinth zum Durchschreiten.
Ein begleitender Katalog erscheint im Verlag Surface während der Ausstellungslaufzeit. In diesem finden sich neben Thementexten nicht allein Abbildungen bekannter Kunstwerke von Carlos Cruz-Diez. Hier werden auch die temporären Arbeiten, die der Künstler für das Museum für Konkrete Kunst entwickelt, festgehalten.
(Newsletter Ingolstadt, 16.03.2018)
Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt


17.05. bis 07.10.2018, Ingolstadt
Kleines Frankenstein Depot
Objekte und Fotos zur künstlichen Intelligenz und natürlichen Dummheit
von Gabriele & Thomas Neumaier
im Freskensaal in der Hohen Schule (ehem. Universitätsgebäude)


Juni bis Oktober 2018, Ingolstadt
Frankenstein und seine Kreatur –
eine Schöpfung in Ingolstadt
Im Jahr 1818 veröffentlicht eine junge Engländerin einen Roman mit dem Titel „Frankenstein oder der moderne Prometheus“. Mary Godwin Shelley zeichnet in Rückblenden mit dem Stilmittel des Briefromans das Leben Viktor Frankensteins nach. Sein Weg führt nach Ingolstadt an die dortige Universität. Dort gelingt ihm die Schöpfung eines künstlichen Menschen. In der Ausstellung finden sich die historischen und literarischen Bezüge zu Ingolstadt, aber auch Europas. Jener Sommer von 1816, der keiner war, und verheerende Auswirkungen auf Klima bzw. Wirtschaft und im direkten Zusammenhang zur Entstehungsgeschichte des Romans hatte, die Zeit der Napoleonischen Kriege mit ihren Auswirkungen auf Politik und Kultur in Europa, die Zeit der Aufklärung mit der Opposition zu den Jesuiten, mit der Gründung des Ordens der Illuminaten.
Die Ausstellung spürt auch den kulturgeschichtlichen Strömungen in Bayern um 1800 nach: Volksfrömmigkeit, literarische Tendenzen der Romantik in Deutschland und in England, der Rückbesinnung auf das Mittelalter, dem Gegensatz zwischen Technik und Natur.
Stadtmuseum Ingolstadt


bis 31.10.2018, Ingolstadt
Friedhof der Traktoren
Die Landmaschinensammlung der Gebrüder Dietrich
Ab Sonntag, 29. April, zeigt das Bauerngerätemuseum in Hundszell die Sonderausstellung „Friedhof der Traktoren“ mit Fotos von Gabriele Neumaier.
Die Geburtsstunde der Landmaschinensammlung Dietrich in Neustadt an der Donau lässt sich genau benennen: 1960 hatte die Landmaschinen-Werkstatt Dietrich/Scheurle einen Mähdrescher an die Dreschgenossenschaft Pförring verkauft und dafür deren Dreschmaschine in Zahlung genommen. Der Dreschwagen war technisch „auf der Höhe der Zeit“, ausgestattet mit Sackheber und Strohpresse, daher war man in der Firma zuversichtlich, die Maschine zu einem guten Preis weiterverkaufen zu können.
Doch dann wurde innerhalb weniger Jahre der Mähdrescher zu einem so durchschlagenden Erfolg, wie niemand es für möglich gehalten hatte. Die Dreschmaschine wurde zum Ladenhüter. Das gute Stück zu verschrotten, brachte Karl Dietrich, der technische Leiter des Neustädter Betriebes, nicht übers Herz. Das Schicksal der Dreschmaschine hatte ihm vor Augen geführt, wie rasant der Wandel in der Landtechnik verlief und wie schnell gestern noch Hochmodernes morgen schon beim Alteisen landen konnte. In ihm keimte die Idee des Aufbewahrens dieser technischen Kulturgüter. Dies war die Geburtsstunde einer gigantischen Sammlung, die im Laufe von Jahrzehnten von den Gebrüdern Dietrich zusammengetragen wurde – ein wahrer „Friedhof der Traktoren“.
Im Auftrag des Bauerngerätemuseums hat Gabriele Neumaier diese Sammlung fotografiert. Nicht im Sinne einer nüchternen Sachaufnahme, sondern mit den Augen der Künstlerin. In Bildern voller Intimität und Sympathie erweckt sie die Stillgelegten zum Leben und lenkt unseren Blick auf die Schönheit abgenutzter Technik.
Im Bauerngerätemuseum wird nun eine Auswahl der Fotografien gezeigt, ergänzt um drei Originale aus der Sammlung und um eine dokumentarische Fotoschau zur Motorisierung der Landwirtschaft im Raum Ingolstadt.
Eine umfassende Auswahl der Neumaier'schen Fotografien ist in einem Begleitband zu finden. Darin wird auch die Motorisierung der Landwirtschaft in der Zeit nach 1945 aus der Warte des Landmaschinenbetriebs Dietrich/Scheurle über drei Generationen hinweg erzählt.
Bauerngerätemuseum Ingolstadt


November 2018 bis März 2019, Ingolstadt
Georgianum – Geschichte eines Hauses
In der Geschichte der Universität Ingolstadt bedeutet die Stiftung des Collegium Georgianum 1494 einen wichtigen Meilenstein. Bedeutet dies doch die Möglichkeit, neben den gängigen Bursen eine neue Form der Unterstützung für mittellose Studenten durch den Landesherrn. Zunächst den Studenten der Artistenfakultät vorbehalten, entwickelt es sich zu einem Priesterseminar, das es heute auch noch ist.
Die Ausstellung zeichnet die Geschichte des Hauses, das Leben seiner Bewohner nach. Die Organisation des Kollegs, die Liste seiner Regenten, zeigen seit dem 16. Jahrhundert den Spagat der Stiftung zwischen Interessen der Universität und den der Landesherren unter jesuitischem Einfluss.
Noch vor der Übersiedelung der Universität von Ingolstadt nach Landshut 1800 endet die Geschichte des Georgianums in Ingolstadt. Es wird künftig vom Bürgerlichen Brauhaus bewirtschaftet, die Räume samt Kirche finden eine neue Funktion. Die Erinnerung an diese braumeisterliche Zeit des Gebäudes wird in der Fasshalle lebendig: die Veranstaltung rund um das Reinheitsgebot.
Stadtmuseum Ingolstadt



siehe auch:
Übersicht über aktuelle Ausstellungen - - - - - Frühere Ausstellungen im Stadtmuseum Ingolstadt
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