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Aktuelle kulturhistorische Ausstellungen
in Ingolstadt und der Region

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(Angeordnet nach dem Ende-Termin der Ausstellung!)
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2018, Ingolstadt
„Arma Christi
Passionsdarstellungen in der Volkskunst“
Die Passion Christi, mit dem zentralen Motiv des Gekreuzigten, bildet den Schwerpunkt der Ausstellung. Eine Vielzahl an Objekten, die sich um das Kreuz herumranken, stellen Folterwerkzeuge aus der Leidensgeschichte Christi dar. Belegt sind sie in den vier neutestamentlichen Evangelien. Diese Arma-Christi-Darstellungen (lat. arma = Waffen) sind zum einen Waffen, die gegen Jesus gerichtet wurden. Aber zugleich sind es auch Symbole der Erlösung und Heilbringung.
Individuelle volkstümliche Interpretationen der Laienkünstler können durchaus mehr als die grundlegenden Folterwerkzeuge aufweisen: Manchmal werden sogar mehr als dreißig bedeutungsvolle Symbole um ein Kreuz dargestellt. Jene Bildobjekte erklären auch die Beliebtheit in der ländlichen Bevölkerung. Dadurch konnten gläubige Christen, ohne lesen und schreiben zu können, das Leiden und die Erlösung durch Gottes Sohn direkt am Arma-Christi-Kreuz, rein in der Vielzahl der Symbole nacherleben und in der stillen Andacht erfahren.
Die Ausstellungsobjekte folgen keiner bestimmten Kunstrichtung. Alle Stücke der Sammlung sind keine Arbeiten der akademischen Hochkunst: Es ist Laienkunst – Kunst aus dem einfachen Volk, für das einfache Volk. Präsentiert werden Arma-Christi-Arbeiten vom 10. bis ins 20. Jahrhundert, gefertigt in unterschiedlichsten Techniken und Materialien.
Nicht nur die aktuelle Sonderausstellung, mit ihrem besonderen Bezug zur vorösterlichen Zeit, lohnt einen Besuch im Bauerngerätemuseum Hundszell (Probststraße 13), welches Sie auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Stadtbus Linie 10, Haltestelle Kirchstraße) erreichen können.
Bauerngerätemuseum Ingolstadt


2018, Ingolstadt
Kleines Frankenstein Depot
Objekte und Fotos zur künstlichen Intelligenz und natürlichen Dummheit
von Gabriele & Thomas Neumaier
im Freskensaal in der Hohen Schule (ehem. Universitätsgebäude)


2018, Ingolstadt
Frankenstein und seine Kreatur –
eine Schöpfung in Ingolstadt
Im Jahr 1818 veröffentlicht eine junge Engländerin einen Roman mit dem Titel „Frankenstein oder der moderne Prometheus“. Mary Godwin Shelley zeichnet in Rückblenden mit dem Stilmittel des Briefromans das Leben Viktor Frankensteins nach. Sein Weg führt nach Ingolstadt an die dortige Universität. Dort gelingt ihm die Schöpfung eines künstlichen Menschen. In der Ausstellung finden sich die historischen und literarischen Bezüge zu Ingolstadt, aber auch Europas. Jener Sommer von 1816, der keiner war, und verheerende Auswirkungen auf Klima bzw. Wirtschaft und im direkten Zusammenhang zur Entstehungsgeschichte des Romans hatte, die Zeit der Napoleonischen Kriege mit ihren Auswirkungen auf Politik und Kultur in Europa, die Zeit der Aufklärung mit der Opposition zu den Jesuiten, mit der Gründung des Ordens der Illuminaten.
Die Ausstellung spürt auch den kulturgeschichtlichen Strömungen in Bayern um 1800 nach: Volksfrömmigkeit, literarische Tendenzen der Romantik in Deutschland und in England, der Rückbesinnung auf das Mittelalter, dem Gegensatz zwischen Technik und Natur.
Stadtmuseum Ingolstadt


2018, Ingolstadt
Friedhof der Traktoren
Die Landmaschinensammlung der Gebrüder Dietrich
Ab Sonntag, 29. April, zeigt das Bauerngerätemuseum in Hundszell die Sonderausstellung „Friedhof der Traktoren“ mit Fotos von Gabriele Neumaier.
Die Geburtsstunde der Landmaschinensammlung Dietrich in Neustadt an der Donau lässt sich genau benennen: 1960 hatte die Landmaschinen-Werkstatt Dietrich/Scheurle einen Mähdrescher an die Dreschgenossenschaft Pförring verkauft und dafür deren Dreschmaschine in Zahlung genommen. Der Dreschwagen war technisch „auf der Höhe der Zeit“, ausgestattet mit Sackheber und Strohpresse, daher war man in der Firma zuversichtlich, die Maschine zu einem guten Preis weiterverkaufen zu können.
Doch dann wurde innerhalb weniger Jahre der Mähdrescher zu einem so durchschlagenden Erfolg, wie niemand es für möglich gehalten hatte. Die Dreschmaschine wurde zum Ladenhüter. Das gute Stück zu verschrotten, brachte Karl Dietrich, der technische Leiter des Neustädter Betriebes, nicht übers Herz. Das Schicksal der Dreschmaschine hatte ihm vor Augen geführt, wie rasant der Wandel in der Landtechnik verlief und wie schnell gestern noch Hochmodernes morgen schon beim Alteisen landen konnte. In ihm keimte die Idee des Aufbewahrens dieser technischen Kulturgüter. Dies war die Geburtsstunde einer gigantischen Sammlung, die im Laufe von Jahrzehnten von den Gebrüdern Dietrich zusammengetragen wurde – ein wahrer „Friedhof der Traktoren“.
Im Auftrag des Bauerngerätemuseums hat Gabriele Neumaier diese Sammlung fotografiert. Nicht im Sinne einer nüchternen Sachaufnahme, sondern mit den Augen der Künstlerin. In Bildern voller Intimität und Sympathie erweckt sie die Stillgelegten zum Leben und lenkt unseren Blick auf die Schönheit abgenutzter Technik.
Im Bauerngerätemuseum wird nun eine Auswahl der Fotografien gezeigt, ergänzt um drei Originale aus der Sammlung und um eine dokumentarische Fotoschau zur Motorisierung der Landwirtschaft im Raum Ingolstadt.
Eine umfassende Auswahl der Neumaier'schen Fotografien ist in einem Begleitband zu finden. Darin wird auch die Motorisierung der Landwirtschaft in der Zeit nach 1945 aus der Warte des Landmaschinenbetriebs Dietrich/Scheurle über drei Generationen hinweg erzählt.
Bauerngerätemuseum Ingolstadt


2018, Ingolstadt
Georgianum – Geschichte eines Hauses
In der Geschichte der Universität Ingolstadt bedeutet die Stiftung des Collegium Georgianum 1494 einen wichtigen Meilenstein. Bedeutet dies doch die Möglichkeit, neben den gängigen Bursen eine neue Form der Unterstützung für mittellose Studenten durch den Landesherrn. Zunächst den Studenten der Artistenfakultät vorbehalten, entwickelt es sich zu einem Priesterseminar, das es heute auch noch ist.
Die Ausstellung zeichnet die Geschichte des Hauses, das Leben seiner Bewohner nach. Die Organisation des Kollegs, die Liste seiner Regenten, zeigen seit dem 16. Jahrhundert den Spagat der Stiftung zwischen Interessen der Universität und den der Landesherren unter jesuitischem Einfluss.
Noch vor der Übersiedelung der Universität von Ingolstadt nach Landshut 1800 endet die Geschichte des Georgianums in Ingolstadt. Es wird künftig vom Bürgerlichen Brauhaus bewirtschaftet, die Räume samt Kirche finden eine neue Funktion. Die Erinnerung an diese braumeisterliche Zeit des Gebäudes wird in der Fasshalle lebendig: die Veranstaltung rund um das Reinheitsgebot.
Stadtmuseum Ingolstadt


bis 28.04.2019, Ellwangen
„Verehrt, verwendet, vergessen –
Alamannen im Spannungsfeld von Politik und Zeitgeschichte“
Vom 27. Oktober 2018 bis 28. April 2019 ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung „Verehrt, verwendet, vergessen – Alamannen im Spannungsfeld von Politik und Zeitgeschichte“ zu sehen. Die vom Alamannen-Museum Vörstetten bei Freiburg konzipierte Ausstellung beleuchtet den Alamannenbegriff im Wandel der Zeiten.

Immer wieder wird von Besuchern gefragt, warum die Alamannen in den einschlägigen Fachmuseen mit einem „a“ anstatt einem „e“ geschrieben werden. Dies veranlasste das Alamannen-Museum Vörstetten zu der Idee, eine Ausstellung zum Alamannenbegriff zu konzipieren. Dieser taucht erstmals im Jahr 289 n. Chr. in römischen Quellen auf und bezeichnete germanische Stämme, welche sich in dem von den Römern nach dem Fall des Limes verlassenen, rechten Oberrheingebiet niederließen. Im Laufe der Geschichte erfuhr der ursprünglich als „Hilfsbezeichnung“ entstandene Alamannenbegriff einen entscheidenden Bedeutungswechsel und führte zu falschen und irreführenden Verwendungen mit teilweise fatalen Auswirkungen.

Während des frühen Mittelalters wurde das Siedlungsgebiet der „Alamanni“ als Herzogtum in das Frankenreich der Merowinger eingegliedert und die römische Wortschöpfung zum herrschaftlichen Raumbegriff umgewandelt, der in den nachfolgenden Perioden vor allem in der historischen Forschung mit „e“ geschrieben wurde. Im 19. Jahrhundert erfolgte unter anderem durch Johann Peter Hebel und seine „Allemannischen Gedichte“ eine neue Verwendung des Begriffes als Volks- und Stammesbezeichnung. Gleichzeitig beschäftigte man sich mit der Frage, woher dieses „Volk“ kam. Eine Umdeutung ins „Völkische“ erfolgte durch die Nationalsozialisten und fand seinen missbräuchlichen Höhepunkt in der NS-Rassenideologie. In diesem Zusammenhang richtet die Ausstellung auch den Blick auf die „Alemannenforschung“ in der Universitätsstadt Freiburg sowie das dort herausgegebene NS-Hetzblatt „Der Alemanne“.

Bis heute wirkt der Alamannenbegriff in vielfältiger Form nach – bis hin zur Bezeichnung der Deutschen als „les allemands“ in der französischen Sprache und in einer Reihe von anderen Ländern. Seine Bedeutung und Verwendung ist aber auch durch eine Polarität gekennzeichnet, die einerseits durch Einrichtungen wie das „Alemannische Institut“ und die „Muettersproch-Gsellschaft“ und andererseits vom Missbrauch durch die Geschichtsdarstellung moderner rechter Ideologen bestimmt wird.

Bei den Alamannen, denen die Museen in Ellwangen und Vörstetten gewidmet sind, handelt es sich letztlich um eine archäologisch nachgewiesene (tote) Kultur ohne Traditionsanknüpfung an die Gegenwart, während das Alemannische eine bis heute existierende, lebendige Sprach- und Brauchtumskultur darstellt, die sich in Süddeutschland, der Schweiz und dem benachbarten Elsass erst nach dem Ende der Antike über Jahrhunderte hinweg in seiner Eigenständigkeit entwickelt hat.

Die Ausstellung wird am Freitag, 26. Oktober 2018, um 18 Uhr eröffnet, es sprechen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, der 1. Vorsitzende des Fördervereins Alamannenmuseum Ellwangen, Werner Kowarsch, Dr. Niklot Krohn vom Alamannen-Museum Vörstetten – er hält die Einführung in die Ausstellung – sowie Museumsleiter Andreas Gut. Der Eintritt zur Ausstellungseröffnung ist frei.

Nähere Informationen sind beim Alamannenmuseum Ellwangen unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.


Bauerngerätemuseum
bis 23.06.2019, Ingolstadt
Keramik der Berber
Spuren einer untergehenden Kultur

Afrikanische Keramik im Bauerngerätemuseum?
In ihrer funktionalen Vielfalt führt die Sammlung Kunz vor Augen, welchen Stellenwert getöpferte Ware in traditionellen bäuerlichen Kulturen innehatte. Dies gilt genauso für die traditionellen Bauernkulturen Mitteleuropas und in Bayern. Allzu gern wird bäuerliche Sachkultur hier reduziert auf die von Holz und Eisen gefertigten Arbeitsgeräte, vielleicht noch ergänzt um traditionelle Textilien , hier vor allem die „Tracht“. Die Bedeutung irdener Gefäße für die Aufbewahrung und Zubereitung von Nahrungsmitteln ist mit deren Verdrängung durch Geräte aus Metall, die in unserem Kulturkreis schon vor mehr als 100 Jahren beginnt, aus dem Blick geraten.
Dabei sind aus Ton gefertigte Utensilien von jeher ein immanenter Bestandteil bäuerlicher Kultur. Neben Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht gilt die Entstehung von Keramik, des ersten von Menschen mit Hilfe des Feuers „künstlich“ erzeugten Werkstoffs, geradezu als ein Definitionsmerkmal des Neolithikums, also des Entstehens bäuerlicher Kultur.
Reizvoll ist der Vergleich jener archaischen Keramik aus dem nördlichen Afrika mit Beispielen heimischer Herkunft. Als „Referenzmaterial“ wird vor- und frühgeschichtliche Keramik aus archäologischen Funden im Raum Ingolstadt gezeigt, aber auch eine kleine Auswahl neuzeitlicher Gebrauchskeramik aus bäuerlicher Herkunft.
Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell - Flyer


bis 2021, Ingolstadt
Der Schatzfund von Dünzlau
Der Schatz von Dünzlau ist der größte spätbronzezeitliche Hortfund Süddeutschlands. Mit über 1800 Objekten und einem Gesamtgewicht von mehr als 33 Kilo stellt er eine Ansammlung von Bronze- und Kupferobjekten dar, die typisch für die frühe Spätbronzezeit (13./12. Jh. v. Chr.) ist. Die Funde reichen von alltäglichen Objekten, z.B. Sicheln, Beilen und Messern, über Schmucknadeln und qualitativ hochwertigen Arm- und Beinschmuck, Schwerter und Lanzenspitzen bis hin zu wertvollem Rohkupfer in Form von Gusskuchen.
Ausstellung im Stadtmuseum Ingolstadt
s.a.: Wissensspeicher Ingolstadt
s.a.: Interview auf youtube.com bei einer früheren Führung



siehe auch:
Übersicht über aktuelle Ausstellungen - Frühere Ausstellungen im Stadtmuseum Ingolstadt
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