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Anmerungen zum Brauchtum
Hausschlangen

 
 
A Schlange im Haus
wär heute ein Graus.
In früherer Zeit,
da hat man sich gfreit.
Die schlängelt sich leis
und frisst unsre Meis.
Man jagt sie nicht fort,
sie schützt ja den Ort.
Doch heute im Haus,
da wär sie ein Graus.
Foto: Stadtmuseum Ingolstadt


»De oide Oma z´Buxheim hat erzählt, dass jeds Haus sei eigne Hausschlanga hat, de aufs Haus aufpasst. A Kind war de no damois, vorm erstn Kriag (also um 1900). Und wenns des damois ghert had, nachad is des no vui älter.«

Ob das noch aus der Römerzeit stammt? Schlangen als Hausbeschützer?
Foto: Stadtmuseum Ingolstadt
Damals waren das die Laren, denen man am Hausaltar etwas gegeben hat. Und diese Laren waren die Geister eines Ortes, irgendwo draußen oder auch im Haus. Im Hausheiligutm - dem Lararium - wurden sie meist als eine oder zwei Schlangen dargestellt.

Die Vorstellung von ortsbeschützenden Laren ist wohl auch damals bei den Römern schon sehr alt gewesen. Ihre Mama, die mater lares, die ist eine ganz alte. Ihr wird Brei gegeben. Und Brei ist älter als Fladenbrot. Und dieses macht man aus Brei auf einem heißen Stein. So ein Assyrer muss da mal drauf gekommen sein.

»Oane vom Gebirg hat ma vazäit, dass ma se bei eahna gfreit hat, wenn im Stoi a Schlanganest war. "Wo se de woi fuin, da is a guada Platz." Sagt ma bei dene Leit.«

Kurt Scheuerer, 2018


Siehe auch:
  • Museumspädagogik: Lararium (Link auf Stadtmuseum)
  • Lararium (Link auf Wikipedia)

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