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Steirocall, SteiroplexundSteiroplex Injekt

Die Inhaltsstoffe
 
 
Steirocall
in 100 ml
Steiroplex
in 10 g
 Steiroplex Injekt
in 2 ml
Alchemilla vulgaris D6
6 ml 
   
Acorus calamus D6 
10 ml 
   
Calcium phosphoricum D12 
14 ml
2,5 g
0,5 g
Calcium carb. Hahnem. D12 
14 ml
2,5 g
0,5 g
Acidum silicicum D12 
14 ml
2,5 g
0,5 g
Equisetum arvense D6 
10 ml
   
Ilex aquifolium D6 
10 ml
   
Symphytum D6, (D8 in Steiroplex)
10 ml
2,5 g
0,5 g
Thiaminchloridhydrochlorid (Vit. B1)
0,2 g
   
Cyanocobalamin (Vit. B12)
0,3 g
   
D--Tocopherolsuccinat (Vitamin-E)
0,1 g
   

Alchemilla vulgaris

Alchemilla vulgaris, der Frauenmantel: egal ob man männliches oder weibliches Menschenkind ist, sollte man diese Pflanze einmal suchen und sie dann visuell wie auch taktil auf sich einwirken lassen. Nur mit äußerstem Mißtrauen wird es einem gelingen, die samtigen Blattoberflächen nicht wohltuend zu empfinden oder sich beim Anblick der kühl deckenden Blätter nicht zu beruhigen. Lassen Sie sich Zeit beim Entdecken und empfehlen Sie Ihren Patienten diese Reise ebenfalls.

Acorus calamus

Warum der Kalmus, ein Carminativum oder Bittermittel, zum Knochenaufbau beitragen soll, ergibt sich einerseits aus der Bedeutung des Verdauungsapparates für die Resorption von Calcium. Wenn man andererseits betrachtet, wo der Kalmus wächst, nämlich an stehenden oder nur langsam sich bewegenden Gewässern, läßt sich erkennen, was diese Pflanze »kann«: Sie bringt Leben in stockende Säfte.

Equisetum arvense

Ebenso wie der Kalmus klar den Resorptionsaspekt betrifft, dient der Schachtelhalm zur Stärkung der Niere. Dies hat zunächst Bedeutung als gut begründeter Standard bei fast allen rheumatischen Beschwerden; des weiteren soll die Nierenstärkung eine unbeeinträchtigte Synthese des D-Hormons und regelrechte Ausschüttung von Erythropoetin gewährleisten.

Ilex aquifolium

Ergänzend den Indikationen für die Urtinktur der Stechpalme (Diuretikum mit Leberstützung) sind hier in der D6 die weiter in der Peripherie liegenden Konsequenzen zu nennen: Bindehautentzündung, chronische Bronchitis, synovial bedingter Rheumatismus und Arthritiden. Offensichtlich betrifft die Entschlackung vornehmlich die Schleimhäute.

Calcium phos., Calcium carb. hahnem. und Acidum silicicum

Die Konstitutionsmittel unter den Bestandteilen sind Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum und Silicea. Bei allen drei Mitteln ist unter anderem die Thematik des Überganges von einem Lebensabschnitt zum nächsten angesprochen, und die Angst davor, diesem Umbruch eventuell nicht gewachsen zu sein. Das richtige Mittelmaß zwischen Selbstüberlastung und Vermeiden jeder Anforderung gilt es zu finden. So gibt Silicea beispielsweise dem Menschen den Mut, sich das »Dürfen wieder zu trauen« und hilft auf diese Weise, Minderwertigkeitsgefühle und Neigung zu fixen Ideen zu überwinden.

Symphytum

Der Beinwell bedarf keiner Empfehlung mehr, sondern nur der Differenzierung. Denn als Urtinktur darf er nur beschränkt (bis zu 6 Wochen pro Jahr) eingesetzt werden, während er, wie hier, in der D6 ohne Gegenindikation angewandt werden kann. Die bewährtesten Indikationen sind Knochentraumen (besonders bei Knochenhautbeteiligung) sowie stumpfe Nervenquetschungen.

Vitamine B1 und B12

Den hier enthaltenen B-Vitaminen B1 und B12 kommt bestimmt eine Stoffwechsel stärkende Rolle zu, die Lebenslust und Lust (Libido) steigert. Vitamin B1 wird beispielsweise zur Verbesserung der Gedächtnisleistung eingesetzt, selbst bei jungen Menschen (Schulstreß). Die große Sorge älterer Menschen um ihr Gedächtnis bedeutet die Angst, daß ihnen, wie die Wörter oder die Begebenheiten, auch die Kontrolle über das eigene Leben entgleitet. Ähnlich deprimierend ist die Erkenntnis der schwindenen körperlichen Belastbarkeit. Wenn Inhaltsstoffe die Leistungfähigkeit steigern, die Müdigkeit beseitigen und die Gedächtnisleistung wieder verbessern, dann muß dies zwangsläufig die psychischen Störungen des Älterwerdens abbauen und durch Selbstvertrauen und Lebenslust (in jedem Sinne!) ersetzen.

Vitamin E

Vitamin E (D--Tocopherolsuccinat) wirkt schlicht und einfach anti-oxidativ (Stichwort: Abgrenzung); es aktiviert den Stoffwechsel und erhöht dadurch die Muskel-Energie. Um sich die Bedeutung des Schlagwortes anti-oxidativ bewußt zu machen, braucht man sich nur zu vergegenwärtigen, daß Oxidation eine Verbindung eines Elementes oder einer Verbindung mit Sauerstoff ist. Dabei werden beide Seiten, sowohl die Sauerstoff aufnehmende als auch die Sauerstoff abgebende Seite, verändert. Ist ein solcher Prozeß erwünscht und physiologisch, besteht keine Gefahr. Wird aber die Integrität von Zellen und Zellsubstanzen unkontrolliert verändert, kommt es (vereinfacht ausgedrückt) zu Entzündungen, Degenerationen und – in schlimmsten Fällen – zu Entartungen. Die offizielle Aussage spricht daher dem Vitamin E eine Wirkung

zu. Seine entzündungshemmenden Fähigkeiten ermöglichen selbst bereits an schmerzhaften Degenerationen leidenden Patienten, eine Bewegungstherapie zu beginnen. Bewegung als zentraler Bestandteil der Osteoporose-Therapie und die »Erlaubnis dazu« werden damit gefördert. Der Patient darf sich die Zeit und den Aufwand für sich selbst erlauben.

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Phyto-Hypophyson L

100 ml enthalten je 10 ml:

Endokrinologische Modellvorstellungen

Wie komplex die Regelkreise des Hormonsystems -- oder eigentlich der Hormonsysteme miteinander vernetzt sind und mit den Stoffwechselprozessen des gesamten Organismus in Verbindung stehen, ist bei weitem nicht in allem Umfang erforscht. So ist der Cholesterinstoffwechsel in der Leber die Basis für die Synthese aller Steroidhormone. Ein intakter Eiweißstoffwechsel der Leber ist auch für die Bildung der Transport- und Bindungsproteine vieler Hormone Voraussetzung und spielt wahrscheinlich eine nachhaltigere Rolle bei der Steuerung von Hormonspiegeln als die hypophysäre Kontrolle der üblichen Modellvorstellung. Die zentrale Bedeutung der Leber für einen gesunden Hormonhaushalt kann gar nicht deutlich genug unterstrichen werden.

Abgesehen davon ist mittlerweile ausreichend bekannt, warum die Leber sowohl für die Qualität der Knochenstruktur (kollagene Matrix) maßgeblich ist als auch für das Ausmaß der Calciumresorption und der Mineralisation dieser Knochenmatrix.

Pflanzliche Hypophysenstimulation

Ausgehend von der Überzeugung, daß der Hypophyse als Vermittler zwischen zentralnervösen Einflüssen bzw. Anpassungsanforderungen und der Peripherie zentrale Bedeutung zukommt, entwickelte der Arzt DR. FRANZ RIEDWEG das Medikament Phyto-Hypophyson L. Er stellte sich gegen die äußerst risikoreiche Hormonersatztherapie, mit der die körpereigene Hormonproduktion letztlich noch weiter heruntergeregelt wird, und verfolgte das Prinzip der «pflanzlichen Hypophysenstimulation«, um die Hypophyse zur vermehrten LH-Produktion anzuregen. (Daher auch der Name des Präparates.)

Nach dem damaligen Wissensstand ging RIEDWEG davon aus, daß Störungen der Lutealphase (Gelbkörperbildung und Progesteronsynthese) primär durch einen Mangel an Luteinisierungshormon (LH) bedingt seien. Mittlerweile wird angenommen, daß dies auch bei vielen Patientinnen für die Hyperprolaktinämie zutrifft. Für einen regulären Ablauf der lutealen Zyklusphase ist nicht nur ein ausgewogenes, in einem rhythmischen Zyklus verlaufendes Konzentrationsverhältnis von LH/ICSH und FSH nötig, sondern auch der beiden glandotropen Hormone LH/ICSH und LTH (Prolaktin). Also entwickelte RIEDWEG das vorliegende Medikament als Reiztherapeutikum, das eine Regulierung der hypophysären Aktivität und der nachgeordneten Drüsen, in diesem Fall der Gonaden, zur Folge haben sollte.

Im Sinne der üblichen drei Ansatzorte homöopathischer Mittel, nämlich

(a) den primär zu therapierenden bzw. zu stärkenden Organen,
(b) der reflektorisch mit diesen Organen in Zweckgemeinschaft stehenden Organgruppe und
(c) konstitutionell auf den Gesamtorganismus wirkend,

entfalten die einzelnen Bestandteile ihre Wirksamkeit mit genau denjenigen Schwerpunkten, die für die Regulation hormoneller Dysfunktionen von Bedeutung sind.

Während Vitex agnus-castus auf die Hypophyse und Chelidonium majus primär auf die Leber wirkt, verbindet Silybum marianum Leberwirkung und Sexualhormonhaushalt über seine Wirkung auf das venöse Gefäßsystem, so daß der ganze Organismus in den Heilungsprozeß mit einbezogen wird.

Die Inhaltsstoffe

Chelidonium majus (Schöllkraut)

Aus phytopharmazeutischer Sicht stellt die spasmolytische Wirkung von Schöllkraut auf die glatte Muskulatur eine Beziehung zu Gallenblase und Uterus her. BOERICKE beispielsweise nennt Chelidonin im Zusamnenhang mit Uteruskoliken. Gemäß der Aufbereitungsmonographie der Kommission D besitzt Schöllkraut eine positive Wirkung bei folgenden Indikationen:

Aus homöopathischer Sicht besteht also scheinbar kein Zusammenhang zwischen den genannten Indikationen und dem Anwendungsgebiet für Phyto-Hypophyson L.

Zieht man jedoch die Rolle des Leber-Galle-Systems sowohl für den Hormonabbau als auch für den zur Steroidhormonsynthese nötigen Cholesterinstoffwechsel in Betracht, sieht man deutlich die unmittelbare Beziehung von Chelidonium majus zum Hormonhaushalt.

Hier könnte man auch daran erinnern, daß Frauen eine viel höhere Inzidenz an Gallenleiden besitzen. Vom ganzheitsmedizinischen Ansatz her ist es dabei nebensächlich, ob die betreffende Leberstörung Ursache oder Folge eines hormonellen Ungleichgewichts ist.

Zusätzlich enthält das Arzneimittelbild von Chelidonium majus u.a. noch folgende Symptome, die für das prämenstruelle Syndrom wie für die Situation einer Frau in ihren »besten Jahren« alle durchaus relevant sein können:

Der gemeinsame Nenner ist hier wiederum die mögliche Gelbkörperschwäche, so daß das Schöllkraut auch gegen das prämenstruelle Syndrom und die Hypermenorrhoe die Wirkung von Silybum marianum und Agnus castus sinnvoll ergänzt.

Silybum marianum (Mariendistel)

Ähnlich wie beim Schöllkraut führt die Kommission D auch für die Mariendistel folgende Indikationen auf:

In wiefern die Leber-Indikationen mit den Anwendungsgebieten von Phyto-Hypophyson L zusammenhängen, bedarf nunmehr keiner weiteren Herleitung mehr. Ebenso vertraut ist der Zusammenhang von Hämorrhoiden und Krampfaderleiden mit dem venösen Gefäßsystem, und daher in der Mehrzahl von Fällen mit der Leber. Die homöopathische Literatur läßt auch hier keine Zweifel und nennt dazu noch weitere gynäkologische Indikationen wie z.B. Metrorrhagien und Gebärmutterblutungen.

In vergleichenden Auswertungen von Krankheitsgeschichten hat sich deutlich gezeigt, daß die Mehrzahl der an Ulcus varicosum leidenden Menschen auch Uterus- oder Prostatakatarrhe, chronische Endometritis, Lageveränderungen des Uterus oder eine Neigung zu profuser Stauungsmenstruation haben. Bei Menschen mit intakter geschlechtlicher Funktion und ohne Störungen des Harnapparates wird man dagegen praktisch nie ulzerierte Krampfadern finden. Ebenso eindrucksvoll belegen die allgemein publizierten Nebenwirkungen zugeführter Sexualhormone, seien sie in Form der »Pille« oder der »anderen Hormone«, den engen Zusammenhang zwischen Gefäßsystem und Hormonhaushalt: Neben dem erhöhten Risiko thromboembolischer Komplikationen gehören Ödeme und Varizenbeschwerden zu den häufigsten Nebenwirkungen von Kontrazeptiva und postmenopausaler Hormonersatztherapie.

Über eine derartige Wirkung auf das Gefäßsystem, besonders des Beckenbereiches, hat die Mariendistel eindeutig Einfluß auf den Genitalapparat und trägt auf diese Weise zur Regelung der Sexualhormone bei.

Die Mariendistel verbindet damit die Beziehungen zum Sexualhormonhaushalt, zum venösen System und zur Leber.

Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer / Keuschlamm)

Auch hier zunächst die Indikationen gemäß Aufbereitungsmonographie der Kommission D:

Da die Arzneimittelprüfungen für Agnus castus, wie, zum Hohn der männlich dominierten Pharmazie, weithin bekannt, nur mit Männern durchgeführt wurden, beruhen alle Angaben zur Wirkung auf den weiblichen Organismus lediglich auf klinischen Beobachtungen. Trotz der Behandlungserfolge bei Zyklusstörungen, beim prämenstruellen Syndrom und bei Laktationsstörungen, haben nur die letzteren Eingang in die Aufbereitungsmonographie gefunden.

Die Befangenheit in bezug auf die weiblich-geschlechtliche Kraft kommt auch in der Diskrepanz zwischen BOERICKE und LEESER zum Ausdruck. Während sich der Kalifornier zur Aussage der Wirkung als Aphrodisiakum vorwagt und diese stärker hervorhebt, weist sein deutscher Kollege betont auf die Störungen im Zusammenhang mit Gelbkörperinsuffizienz hin.

Aus homöopathischer Sicht kann davon ausgegangen werden, daß Vitex agnus-castus eine organotrope Beziehung zum Hypophysenvorderlappen hat und die Ausschüttung der gonadotropen Hormone in einer Weise reguliert, daß eine Dysharmonie der Gonaden behoben bzw. gelindert wird. Ob nun klassisch aus homöopathischer oder klassisch aus phytotherapeutischer Sicht ist Agnus castus damit der  indikationsbestimmende Inhaltsstoff in diesem unentbehrlichen Allrounder.
 
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