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Kacinokatt

1 Tablette enthält zu gleichen Teilen:


Einführung

Wie viele andere homöopathische Präparate, ist auch Kacinokatt ein Multitalent, d.h. es ist bei einer Reihe von Indikationen anzuwenden. Dabei geht das tatsächliche Spektrum durchaus über die offiziell vom Hersteller genannten Störungen des Calciumstoffwechsels und den Aufbau des Binde- und Stützgewebes hinaus. Aus der Beschreibung der einzelnen Inhaltsstoffe dieses hömöopathischen Komplexmittels ist zu (er)schließen, wie wirklich vollständig an all denjenigen Aspekten des Knochens angesetzt wird, die aus den vorangegangenen Kapiteln (des Fachbuches) über den Knochenstoffwechsel und die Physiologie und Pathologie des Knochens bekannt sind.

Die einzelnen Bestandteile
 
Calcium carbonicum Calcium carbonicum wirkt auf alle Formen von Störungen des Calciumstoffwechsels und der davon betroffenen Organe. Dazu gehören die Versorgung von Knochen, Drüsen und Haut und damit auch eine Vielzahl von Themen der Haltung, der Durchsetzung und der Abgrenzung. Es ist folglich auch zurecht eines der wichtigsten konstitutionellen Mittel der Homöopathie. Gleichzeitig wirkt Calcium carbonicum bei chronischen Erkrankungen aller Haut und Drüsenbereiche, d.h. von Haut und Schleimhaut, von Tonsillen, Nasenschleimhaut (Polypen), bei Immunschwäche und bei konstitutionellen und vegetativen Schwächen der exsudativen und allergischen Diathese. Mit der Potenzstufe D6 werden sowohl organische als auch vegetative Krankheitsbilder angesprochen.
Ein weiteres bedeutendes Heilpotential (das zu Hahnemanns Zeiten noch nicht aktuell war) ist die nachgewiesene Fähigkeit des Calcium carbonicum, das heutzutage fast ubiquitäre und in die Knochen eingelagerte Strontium90 zu verdrängen.
Calcium fluoratum Calcium fluoratum ist ein ausgesprochenes Gewebemittel. Seine Hauptwirkung zielt auf das elastische Bindegewebe von Knochen, Sehnen und Bändern. Damit wird es direkt zum Heilmittel der kollagenen Matrix bei osteoporotischen Prozessen. Calcium fluoratum ergänzt die Wirkung von Calcium carbonicum, indem es zum einen dessen innere Unbeugsamkeit mildert und zum anderen die Regenerationsfähigkeit der innersekretorischen Regelkreise (Schilddrüse, Nebenschilddrüse) stützt. Damit spricht es auch die damit zusammenhängenden vegetativen und emotionellen Beschwerden an, wie beispielsweise Globusgefühl (Schilddrüse) oder Hitzegefühle an den Extremitäten. 
In den Wirkungsbereich dieses Mittels fallen also entwicklungsbezogene ebenso wie hereditäre Störungen bzw. Entgleisungen des Knochenstoffwechsels (Verknorpelungen und Verknöcherungen) und der Bänder und Sehnen (typisch überstreckbare Gelenke der Kinder).
Humorloserweise zwischen »klassisch« homöopathischer Literatur und dem Gedankengut Dr. SCHÜSSLERS abzugrenzen, wäre hier weder sinnvoll noch möglich.
Calcium phosphoricum Das Feuer des Phosphor verleiht Calcium phos. die Kraft, dem Konstitutionstyp des asthenischen, schwächlichen, und sich gleichsam vor dem Leben zierenden Menschen etwas »Feuer unter dem Hintern« zu machen. Daneben ist Calciumphosphat selbstverständlich Hauptbestandteil des Knochens. Aus dem Kapitel (Fachbuch) über den Calciumhaushalt läßt sich ableiten, warum bei einem Mangel an Calciumphosphat schnell eine körperliche und geistige Erschöpfung eintritt, Schwächeschweiß sowie »grippeartige« Schmerzen in allen Bereichen des Bewegungs- und Stützapparates. Fehlt es an dieser Substanz bereits im Kindesalter, ist mit Entwicklungsstörungen zu rechnen. Auch hier wird Haltung und damit die Qualität des Stützapparates als Konstitutionsfrage betrachtet. Dazu gehören Lymphatismus, Infektanfälligkeit und Erschöpfbarkeit, vor allem bei Kindern. Die D6 trägt der Tatsache Rechnung, daß sich zwischen organotroper und psychotroper bzw. vegetativer Wirkung nicht streng differenzieren läßt.
Ferrum phosphoricum Knochen und Blut sind untrennbar miteinander verbunden. Mangelnde Knochenqualität oder Krankheitsbilder von Knochen und Knochenstoffwechsel sind deshalb immer auch potentielle Ursachen von Blutbildungsstörungen. Dem entspricht auch das homöopathische Arzneimittelbild. Danach ist Ferrum phos. ein Mittel bei anämischen Erkrankungen mit auffallender Erschöpfung und Abmagerung. Beim klinischen Bild dieser Konstitution finden sich häufig subchronische, rezidivierende Erkältungskrankheiten, Schnupfen, grippale und bronchiale Infekte, wie sie ebenfalls bei den lymphatischen Konstitutionsbildern von Calcium carbonicum, Calcium phosphoricum und Calcium fluoratum vorkommen. Lymphe und Lymphatismus bleiben also bei allen therapeutischen Ansätzen mit dem Thema Knochen verbunden.
Kalium jodatum Der enge Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Knochenstoffwechsel macht Kalium jodatum eine logische Wahl für diese Mittel. Andererseits dominiert es aufgrund der Potenzierung (D6) und seines Eingebettet-Seins innerhalb der übrigen Inhaltsstoffe dieses Komplexmittel nicht so stark, daß eine überschäumende Aktivierung durch den Jodanteil befürchtet werden müßte. Ansonsten stehen nach klassischer homöopathischer Literatur chronische proliferative Entzündungen, wie sie bei Schwäche des Lymphsystems auftauchen können, im Mittelpunkt der Kalium-jodatum-Wirkung. Betroffen sind davon unter anderem die Skelettmuskulatur, Sehnen, Bänder und das Periost. Somit sind mit Kalium jodatum besonders die Aspekte von Wachstum und hormoneller Umstellung angesprochen, und die Wirkung der verschiedenen Calciumkomponenten ergänzt.
Silicea Das homöopathische Silicea ist eines der wichtigsten Mittel bei der lymphatischen Diathese zur Stärkung bei Gewebsschwäche des Bandapparates, der Knochen und der Gelenke. Silicea hat eine sowohl körperlich als auch geistig stärkende Wirkung. Daher wirkt es gegen durch Krankheiten bedingte Erschöpfung ebenso wie zur Stärkung des konstitutionell schwachen Menschen. Silicea gehört zu den grundsätzlichen Mitteln bei chronischer Entzündung und Eiterung sowie zur Regeneration nach längeren Krankheitsphasen.
Sulfur Daß Sulfur in der Lage ist, eine Krankheit von innen nach außen zu bringen, gehört zum Grundwissen der Homöopathie. Dies gilt für Sulfur als reines Ausleitungsmittel aber auch in Verbindung mit anderen homöopathischen Arzneimitteln, wenn es angesagt ist, um das therapeutische Ziel der einzelnen Komponenten zu verbessern. Man könnte fast meinen, daß bei allen Medikamenten, die langfristige Prozesse beeinflussen sollen, Sulfur in relativ niedriger (und damit milder) Potenz zu empfehlen ist, um festsitzende Therapiehindernisse in Bewegung zu bringen. Sulfur wirkt in diesem Sinne auf alle Organe und Organsysteme bei chronischen, substantiell-krankhaften Zuständen. Daneben unterstützt es auch bei körperlich schlechter Entwicklung und als Adjuvans bei allergischen Erscheinungen oder verzögerter Ausscheidung von Toxinen, beides Situationen infolge einer Immunschwäche.

Zusammenfassung

In seinen Grundzügen und aus den Charakteristiken seiner Einzelbestandteile abgeleitet ergibt sich für Kacinokatt das Bild eines Präparates mit Einfluß auf die lymphatischen und rachitischen Konstitutionstypen und der gesamten Palette der darin vorkommenden Krankheitsbilder. Dazu unterstützt es die Regulation der physiologischen Funktionsketten, so in der Wachstumsphase von Kindern und Jugendlichen, bei allgemeinen Störungen des Knochenwachstums, bei Bindegewebsschwäche und Zuständen schlechter Rekonvaleszenz. Vor allem die Calciumkomponenten sind bekannt für ihre Wirkung auf die lymphatischen und rachitischen Konstitutionstypen. Daneben ist Kacinokatt gut geeignet als Unterstützungsmittel zur D-Vitamin-Therapie.

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Sponwiga

100 ml enthalten zu gleichen Teilen:

Einführung

Anders als Kacinokatt, dessen Wirkstoffe vorwiegend auf die Aspekte von Knochenbildung und Konstitution abzielen, ist Sponwiga eher auf degenerative und rheumatische und traumatische Schädigungen des Bewegungsapparates ausgerichtet. Dazu gehören neben den tatsächlichen Schäden auch die Folgeerscheinungen wie Entzündungen, Verspannungen, Myogelosen und Wurzelsyndrome. Heilen und lindern stehen hier im Mittelpunkt.

Die einzelnen Bestandteile
 
 
Symphytum officinale (Beinwell) Während die Urtinktur des Beinwell nur über beschränkten Zeitraum verabreicht werden sollte, ist er in der D8 bei ähnlicher Indikationsbreite ohne jede Toxizität. Auch als homöopathische Verdünnung wird er eingesetzt, um »Bein wieder well« zu machen, d.h. bei Knochentraumen. Der Schwerpunkt liegt hier auf allem, was am Knochen besonders weh tut, nämlich dem Periost und den durch Knochentraumen gequetschten Nerven.
   
Acidum silicicum (Silicea) Es ist sicher nicht überraschend, daß innerhalb dieser Präparateauswahl Silicea sieben Mal erscheint. Schließlich ist es in der niedrigen D-Potenz eines der klassischen Konstitutionsmittel der Homöopathie für dystrophische, rachitische, exsudative und skrufulöse Menschen mit Neigung zu chronischen Eiterungen und Fisteln. Übersetzt in menschliches Selbstempfinden sind dies allesamt Situationen mangelnden Wertgefühls. Silicea dagegen regt die Kollagenbildung an, steigert dadurch die Widerstandsfähigkeit und mechanische Stabilität der Gewebe, insbesondere der Bindegewebe (Knorpel und Sehnen) der harten Knochenmasse und besonders bedeutsam gegen Osteoporose die Qualität der kollagenen Matrix, die von den Osteoblasten in die Lakunen eingewebt werden. Es wirkt besonders schön gegen frühzeitige Alterserscheinungen, verminderte Nahrungsassimilation (Meteorismus, subakute gastro-intestinale Reizzustände) und reduzierte Ausscheidung (z.B. Gicht und Neigung zu chronischen Eiterungen sowie Lymphatismus). So stabil, lebenstüchtig und aufrecht (Wirbelsäule!) möchte doch jeder Mensch sein.
   
Calcium phosphoricum Dieses klassische homöopathische Konstitutionsmittel für neurasthenische, lymphatisch-rachitische Menschen mit später Zahnentwicklung und Neigung zu Zahn- und Knochenkaries wurde bereits weiter oben ausführlich behandelt. Allerdings hat es im Kontext von Sponwiga eine stärkere Betonung auf die Alters- und Erschöpfungsaspekte der schwächlichen Konstitution, d.h. es schließt das Erworbene mit ein.
   
Ilex aquifolium (Stechpalme) Die Urtinktur der Stechpalme gehört zu den klassischen Entgiftungsmitteln. In diesem Sinne ist es nicht nur ein kräftiges Diuretikum sondern regt ebenfalls die Leber zu vermehrter Entgiftung an. Darin kommt besonders der auf degenerative Beschwerden ausgerichtete Ansatz des Präparates zum Ausdruck, d.h. die Entschlackung. Somit ist es direkt unterstützend beim Abbau von Hartspann und Myogelosen, von allgemein stockenden Gewebssituationen und Stoffwechselblockaden.
   
Berberis vulgaris Die Berberitze wird ebenfalls als ausleitendes Mittel eingesetzt, bezieht sich jedoch stärker auf die harnsaure Diathese mit Muskel- und Gelenkrheumatismus.
   
Ledum palustre In seinem Arzneimittelbild entspricht der Sumpfporst seinem Namen wie auch seiner Artenzugehörigkeit und seinem Vorkommen. Die Vorstellung entsteht von feucht-klammer Kälte, die einem in den Knochen sitzt und jede Bewegung einfrieren läßt. Je länger man aber in dieser Kälte verharrt, desto schlimmer werden die Beschwerden. Wird es andererseits in einer solch sumpfigen Umgebung warm, verschlimmert sich die Trägheit, Insekten fallen über einen her . . .
Ledum ist demnach ein langsameres Mittel, ebenfalls mit Bezug zur harnsauren Diathese, diesmal mit Betonung auf die rheumatische Gelenkentzündung ohne Fieber. Charakteristisch ist hier der Begriff der Temperatur, die Differenzierung zwischen stockender Kälte und belebender Kälte einerseits und andererseits der Verschlimmerung von Schmerzen durch Wärme.
   
Apis mellifica Wenn die Honigbiene sticht, geht es eindeutig akuter zu: stechender Schmerz, Entzündungen, Ödeme, und sogar Fieber können dabei auftreten. Zur Heilung der Osteoporose trägt Apis also nicht unmittelbar bei, durchaus aber zur Linderung der Folge- und Nebenerscheinungen. Sein Bezug zum Zentralnervensystem und zum Gefühl der Zerschlagenheit und der inneren Trockenheit (Gelenke) kommt im Zusammenhang des Bewegungsapparates mit ins Spiel. Als homöopathisches Multitalent kann es darüber hinaus auch eine anregende und entstockende Wirkung haben.
   
Citrullus colocynthis Colocynthis besitzt sowohl einen engen Bezug zu den peripheren Nerven (bes. Ischias und Gesichtsnerven) als auch zur glatten Muskulatur (Verdauungsorgane und Ovarien). Daraus ergeben sich Erscheinungsbilder wie das heftig einschießender Schmerzen mit einem Gefühl des Eingepreßtseins »wie in einen Schraubstock«. Diese Symptomenbreite deckt viele Resorptions- und Regelbeschwerden ab, sowie die Nervenschmerzen, wie sie aus Verspannungen, Fehlhaltungen und frischen Wirbelfrakturen herrühren.
   
Carica papaya Selten findet man enzymorientierte pflanzliche homöopathische Mittel. Die Papaya in Sponwiga bringt viele Wirkungsaspekte eines klassischen Enzympräparates und ist vielleicht gerade deshalb hilfreich bei Schleimhautreizungen, speziell im Urogenitalbereich (Dysmenorrhoe und damit verbundene Abwehrschwäche des Mileus). Es bewirkt eine starke Diurese und erleichtert dadurch den Abbau der aufgelösten ödematösen Prozesse.

 
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